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Generation „50 Plus“ im Berufsleben: Gehälter und Perspektiven

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
13.08.2019
Gehälter 50 Plus

Ältere Beschäftigte müssen im Arbeitsalltag häufig gegen Vorurteile ankämpfen, obwohl sie meist reichlich Erfahrung und Expertise mitbringen. Doch spiegelt sich das auch in den Gehältern wider? In diesem Beitrag zeigen wir, wie viel die Generation 50 Plus verdient – in Abhängigkeit von Ausbildung, Geschlecht, Branche und Unternehmensgröße.

In dieser Auswertung haben unsere Analysten 40.280 Gehaltsdaten von Beschäftigten untersucht, die mindestens 50 Jahre alt sind. Bei allen Angaben im Text handelt es sich um Bruttojahresgehälter und Medianwerte.

42.500 Euro im Jahr für Fachkräfte über im Alter von über 50 Jahren

Fachkräfte, die älter als 50 Jahre alt sind, verdienen rund 42.500 Euro und Führungskräfte circa 104.700 Euro. Neben der Übernahme einer leitenden Position lässt auch ein Studienabschluss das Einkommen steigen: Akademische Fachkräfte erhalten rund 65.000 Euro und Führungskräfte 118.000 Euro.

50-jährige Führungskräfte, die keine Hochschule oder Universität besucht haben, beziehen 82.600 Euro. Für Fachkräfte liegt das Einkommen bei rund 38.400 Euro.

Wer im Alter zwar keinen akademischen Titel vorzuweisen, jedoch durch seine Leistung und Ambitionen Führungsebenen erreicht hat, verdient nicht selten mehr als Kolleginnen und Kollegen mit einem akademischen Titel.

 

Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Fachkräfte Q1 Median Mittelwert Q3
Alle 33.045 € 42.519 € 49.702 € 59.200 €
Mit Studium 49.329 € 64.712 € 70.537 € 84.703 €
Mit Lehre/Fachwirt 30.774 € 38.392 € 42.805 € 49.638 €
Nach Geschlecht        
Männlich 38.483 € 50.855 € 57.745 € 69.779 €
Weiblich 29.458 € 36.159 € 40.117 € 45.910 €
Führungskräfte Q1 Median Mittelwert Q3
Alle 81.309 € 104.736 € 125.333 € 141.264 €
Mit Studium 93.219 € 117.981 € 139.790 € 154.381 €
Mit Lehre/Fachwirt 67.579 € 82.639 € 96.958 € 108.758 €
Nach Geschlecht        
Männlich 84.748 € 108.939 € 129.953 € 145.581 €
Weiblich  63.750 € 80.714 € 91.761 € 101.613 €

Männliche Führungskräfte beziehen fast 30.000 Euro mehr als Frauen

In Deutschland beziehen männliche Beschäftigte in den meisten Fällen höhere Gehälter als Frauen. Auch unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Alter von 50 Plus ist dies der Fall: Männer erhalten rund 50.900 Euro und Frauen 36.200 Euro im Jahr.

Allerdings handelt es sich bei dieser Berechnung um eine unbereinigte Entgeltlücke. So werden Parameter wie beispielsweise die Berufserfahrung, Region und der Bildungshintergrund nicht berücksichtigt.

Einfluss der Unternehmensgröße

Außerdem zeigt die Analyse, wie stark sich die Gehälter hinsichtlich der Unternehmensgröße unterscheiden. So stellten unsere Experten fest, dass weibliche Fachkräfte in kleinen Firmen 33.300 Euro und in Großunternehmen 47.000 Euro erhalten. Ihre männlichen Kollegen beziehen in Konzernen 72.900 Euro und in kleinen Betrieben 41.300 Euro.

Männer Q1 Median Mittelwert Q3
Klein (< 101 Mitarbeiter) 32.840 € 41.302 € 46.405 € 54.000 €
Mittel (101 – 1.000 MA) 44.148 € 56.505 € 61.521 € 72.644 €
Groß (> 1.001 MA) 56.569 € 72.851 € 77.928 € 91.964 €
Frauen Q1 Median Mittelwert Q3
Klein (< 101 Mitarbeiter) 27.748 € 33.301 € 36.355 € 41.144 €
Mittel (101 – 1.000 MA) 32.692 € 40.256 € 43.938 € 50.890 €
Groß (> 1.001 MA) 36.366 € 47.030 € 52.131 € 62.453 €

Welche Branchen lohnen sich für die „alten Hasen“?

Die lukrativsten Gehälter zahlen Arbeitgeber älteren Beschäftigten in der Halbleiterindustrie. Hier beziehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Einkommen in Höhe von rund 89.800 Euro. Im Pharmawesen (70.000 Euro), in der Luftfahrt (69.000 Euro) und im Bankenwesen (67.300 Euro) sind die Gehälter ebenfalls vergleichsweise hoch.

Top-Branchen Q1 Median Mittelwert Q3
Halbleiter 59.516 € 89.794 € 85.536 € 105.947 €
Pharmawesen 53.632 € 70.043 € 76.376 € 90.974 €
Luftfahrt 53.001 € 69.017 € 78.890 € 97.080 €
Banken 54.084 € 67.327 € 71.401 € 81.623 €
Unternehmensberatung 47.470 € 61.182 € 72.183 € 79.157 €

Vor- und Nachteile im Berufsleben

Doch welche Rolle nehmen Bewerberinnen und Bewerber jenseits der 50 auf dem Arbeitsmarkt ein? Fest steht, dass sie häufig gegen Vorurteile ankämpfen müssen: Personaler und Arbeitgeber befürchten – zu Unrecht – viele krankheitsbedingte Fehltage, fehlendes technisches Know-How oder mangelhafte Flexibilität. Bewerbungsprozesse wirken auf ältere Menschen daher meist frustrierend.

Doch Studien belegen, dass Unternehmen erfolgreicher und innovativer sind, wenn sie aus unterschiedlichen Persönlichkeiten, Kulturen und Altersklassen zusammengesetzt werden. Bei dem sogenannten „Diversity-Ansatz“ geht es darum, dass Vielfalt im Unternehmen einen Wettbewerbs- und Innovationsfaktor ermöglicht. 

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind ein wertvoller Bestandteil eines Unternehmens. Sie dienen einerseits als Mentor für Jüngere und gleichzeitig als moralische Stütze in turbulenten Zeiten, da sie viel Erfahrung mitbringen.

 

Philip Bierbach, Geschäftsführer von GEHALT.de

Auch Kunden und Geschäftspartner fühlen sich von einer älteren Beraterin oder einem älteren Berater häufig besser verstanden als von einer Person, die erheblich jünger ist. Dies gilt für viele Dienstleistungs- und Beratungsbereiche. Hier haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der älteren Generation einen erheblich Vorteil gegenüber der jüngeren Konkurrenz. Zudem können sie mit langjähriger Erfahrung punkten.  

Positiver Trend für „alte Hasen“

In vielen Bereichen und Branchen mangelt es an Personal und der demografische Wandel verstärkt dieses Problem zusätzlich. In der Pflege, im Handwerk oder in der IT ist der Bedarf an Beschäftigten besonders hoch. Arbeitgeber sind somit darauf angewiesen, die Bewerberinnen und Bewerber über 50 Jahren stärker zu berücksichtigen. Und dies bringt gleichzeitig auch für das Unternehmen viele Vorteile mit sich.

Laut einer Befragung durch den Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) sind zudem 80 Prozent der Personaler davon überzeugt, dass sich die Jobchancen der Bewerberinnen und Bewerber jenseits der 50 verbessern werden. So bietet der Arbeitsmarkt viele Perspektiven für die Generation 50 Plus – die wiederrum nicht zögern sollte, sich im Job oder im Bewerbungsgespräch selbstbewusst zu präsentieren.

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