News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Könntest Du von Deinem Gehalt eine Familie ernähren?

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
11.06.2015

Wie viel muss man verdienen, um eine Familie ernähren zu können? Mit welchem Gehalt kann man sich heute ein eigenes Haus leisten? War es früher einfacher, von einem Verdienst die Familie zu ernähren oder haben sich lediglich die Ansprüche erhöht? Vom gehalt Familie ernähren

Alleinverdiener einer Familie – die Ansprüche früher und heute

Früher war es üblich, dass – in der Regel – der Mann als Alleinverdiener seine Familie versorgte. Heute scheint es nicht mehr möglich zu sein, mit einem Verdienst die Kosten für eine Familie zu stemmen. Haben sich die Gehälter so gravierend verändert? Oder sind die Ansprüche höher geworden? Was ist der Grund dafür, dass heute scheinbar ein Gehalt nicht mehr ausreicht?

Die Ansprüche und das Konsumverhalten haben sich verändert. Hier ein paar Beispiele:

  • Während früher Löcher in Socken und Co. gestopft wurden, wandern sie heute direkt in die Mülltonne und es werden neue gekauft.
  • Früher war es ganz normal, Marmelade zu kochen oder Gemüse einzukochen. Heute wissen nur noch wenige Frauen (oder Männer), wie man das überhaupt macht.
  • Früher stand ein Auto für die ganze Familie zur Verfügung. Heute stehen in der Regel mindestens zwei Autos vor der Türe.
  • Heute muss es der Urlaub in ferne Länder samt Hotelanlage mit Verwöhnabteilung und Kinderanimation sein. Früher hockte sich die ganze Familie in ihren Käfer, ging zelten oder begnügte und vergnügte sich in Pensionen. Kinder wurden nicht zum Animateur geschickt, sondern hatten Spaß daran, im See oder Fluss zu planschen und mit der Familie etwas zu unternehmen.
  • Freizeitvergnügen bedeutete früher so etwas wie Radtouren, Picknick im Grünen, ein Spielenachmittag mit Brettspielen oder ähnliches. Heute wird oftmals nach dem ultimativen Vergnügen gesucht, das dann aber mit Eintrittsgeldern und anderen Kosten verbunden ist.
  • Früher hatten die Kinder auch Spielzeug, aber ihre Kinderzimmer waren nicht mit Spielzeug überfüllt. Computer und ähnliches gabs auch noch nicht und somit waren die Kosten für Spiel- und Lernspielzeug niedriger.

Es gibt noch weitere Beispiele für die Unterschiede im Konsumverhalten früher und heute. Es wird kaum jemand abstreiten können, dass sich die Ansprüche erhöht haben und somit auch die Kosten. Eine der Schwierigkeiten, die Arbeitnehmer heute haben, ist die Unsicherheit des Arbeitsplatzes. Mit Zeitverträgen lässt sich schlecht das Leben planen.

Haus bauen war früher einfacher – oder doch nicht?

Wollte eine Arbeiterfamilie ein eigenes Haus haben, musste auch damals ein zweiter Verdienst her. In der Regel musste diese Familie dann auch auf vieles verzichten. Auch heute wird sich niemand ein eigenes Haus leisten können, der lediglich den Mindestlohn bekommt. Wer zu Niedriglöhnen arbeitet, wird es schwer haben, seine Familie zu ernähren, denn alleine die Mietkosten sind enorm gestiegen. Im Durchschnitt zahlt man 7,06 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Wohnfläche von 80 Quadratmeter würde die Kaltmiete 564,80 Euro betragen. Dazu kämen noch Kosten für Heizung, Strom und anderes, wobei die Energiekosten in den letzten Jahren ebenfalls drastisch angestiegen sind.

Je nach Wohnlage und Ort würde man mit 564 Euro bei dieser Wohnungsgröße nicht auskommen. Hamburg und München sind Beispiele für Städte, in denen die Mieten extrem hoch sind. Der Traum vom eigenen Haus wird mit einem Durchschnittsgehalt kaum zu erfüllen sein. Die monatlichen Kosten für das Haus inklusiv Monatsrate für den Kredit sollten nicht höher sein, als die Kosten, die man monatlich für die Mietswohnung ausgibt. Experten raten, dass der Kaufpreis des Eigenheims maximal so hoch sein sollte, wie das dreifache Netto-Jahreseinkommen. Beträgt das Jahreseinkommen beispielsweise 50.000 Euro netto, sollte die Immobilie maximal 150.000 Euro kosten. Zu beachten ist, dass zu den Monatsraten auch noch Kosten wie Versicherung, Grundsteuer und Reparaturen anfallen.

Weiterführende Infos zum Thema:

Doppelverdiener Familien – Ohne zwei Gehälter nichts mehr möglich?

Das sind die 20 schlechtbezahltesten Jobs in 2015

Damit genug übrig bleibt – welchen Anteil dürfen Fixkosten am Gehalt ausmachen?

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht
Wir verwenden Cookies, damit Sie den besten Service genießen können. Details ansehen