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Kündigung von Firma erhalten - wo kann man sich beraten lassen?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
08.07.2014

Für viele Menschen ist der eigene Arbeitsplatz mehr als die Absicherung des Lebensunterhaltes. Er stellt für sie auch eine wichtige Basis der gesellschaftlichen Anerkennung dar. Für die meisten Arbeitnehmer geht mit dem Verlust des Arbeitsplatzes auch ein großes Stück Lebensqualität verloren.Tipps nach Kündigung

Wer eine Kündigung von seiner Firma erhalten hat, sollte zunächst aber Ruhe bewahren und seiner Tätigkeit wie gewohnt nachgehen. Denn der Erhalt einer Kündigung bedeutet nicht, dass der Arbeitnehmer sofort arbeitslos ist. Je nach Beschäftigungszeit und Größe des Unternehmens gelten unterschiedlich lange Kündigungsfristen, an die sich der Arbeitgeber halten muss. Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise seit mehr als zwei Jahren im Unternehmen beschäftigt, so gilt eine Frist von einem Monat. Gehört er dem Unternehmen seit zehn Jahren an, steigt die Frist auf vier Monate. Bei 20 Jahren sind es schließlich sieben Monate.

Einige Arbeitgeber wollen allerdings nicht, dass der Arbeitnehmer seiner Tätigkeit weiterhin nachgeht, nachdem ihm die Kündigung überreicht wurde. In dem Fall kann dieser von seiner Arbeit 'freigestellt' werden. Der Arbeitgeber muss sich hierzu klar und deutlich äußern und auch Fragen zu Überstunden, Urlaubsansprüchen, Dienstwagen, Arbeitsmittel etc. mit dem Arbeitnehmer klären. Der Arbeitnehmer muss den Arbeitsplatz dann nicht mehr aufsuchen. Sein Gehalt erhält er jedoch solange, bis die Kündigungsfrist verstrichen ist.

Die ersten Schritte: Was sollte der Gekündigte jetzt unternehmen?

Zunächst sollte der Arbeitnehmer prüfen, ob die Kündigung überhaupt gültig ist. Eine mündlich ausgesprochene Kündigung ist beispielsweise unwirksam. Nur eine schriftlich erteilte Kündigung, also ein Kündigungsschreiben, ist von rechtlicher Bedeutung. Aber auch hier ist es sinnvoll, vorerst nur den Empfang zu bestätigen. Mit dem Inhalt muss sich der Arbeitnehmer nicht sofort einverstanden erklären.

Der Arbeitnehmer sollte auch prüfen, ob der Betriebsrat (sofern vorhanden) über die Kündigung informiert wurde. Wurde dieser seitens des Arbeitgebers nicht ordnungsgemäß angehört, ist die Kündigung - sei der Grund auch noch so triftig - unwirksam. Natürlich kann eine Kündigung aus vielen weiteren Gründen ungültig sein. Ist sie nach Ansicht des Arbeitnehmers unrechtmäßig, kann dieser innerhalb von drei Wochen nach Erhalt des Schriftstückes eine Kündigungsschutzklage einreichen. Da in dieser Zeit aus Verzweiflung und Zeitdruck etliche Fehler passieren können, ist es jedoch ratsam, einen qualifizierten Rechtsberater zu kontaktieren. Dieser prüft den Sachverhalt und die Richtigkeit der Kündigung. Zu finden sind Rechtsanwälte für Arbeitsrecht über die Gelben Seiten und das Internet.

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht - Beratung und Kündigungsschutzprozess

Sollte es zu einem Kündigungsschutzprozess kommen, so berät und unterstützt der Anwalt seinen Mandanten nach bestem Wissen. In der Regel geht es hierbei um das Thema Abfindung oder den Erhalt des Arbeitsplatzes. Sowohl für eine betriebsbedingte (wegen Umsatzrückgang, Auftragsmangel, Rationalisierung) als auch eine verhaltensbedingte (sofern keine schuldhafte Pflichtverletzung vorliegt) Kündigung können Abfindungen eingeklagt werden. Aber auch wenn eine fristlose Kündigung zu Unrecht ausgesprochen wurde oder wenn der Arbeitnehmer wegen Mobbing kündigt, ist zu prüfen, ob der Erhalt der Arbeitsplatzes oder die Zahlung einer Abfindung möglich wären.

Im günstigsten Fall schließen beide Parteien einen Vergleich (Abfindungsvergleich oder Vergleichsvereinbarung). Der Arbeitnehmer erklärt sich bereit, seinen Arbeitsplatz aufzugeben. Im Gegenzug beziehungsweise als Entschädigung erhält er eine Abfindung. Die Höhe der Abfindung hängt sowohl vom Verhandlungsgeschick des Anwaltes als auch von den Interessen der Parteien und der jeweiligen Rechtslage ab. Einige Arbeitgeber bieten auch unmittelbar mit dem Kündigungsschreiben eine betriebsbedingte Abfindung (gemäß § 1a KschG) an. Der Arbeitnehmer muss hier im Gegenzug auf gerichtliche Maßnahmen verzichten.

Hinweis: Arbeitsverträge sollten, bevor sie unterschrieben werden, stets genau durchgelesen werden. Denn wurde eine Ausgleichsklausel eingefügt, die besagt, dass der Arbeitnehmer auf alle denkbaren Ansprüche verzichtet, so hat dieser später keine Möglichkeit, etwas geltend zu machen.

Agentur für Arbeit - arbeitslos melden und informieren

Wenn der Arbeitnehmer eine Kündigung von seinem Arbeitgeber erhalten hat, sollte er - unabhängig von einem möglichen Kündigungsschutzprozess - umgehend die Agentur für Arbeit aufsuchen und sich dort arbeitssuchend melden. In einem folgenden Gespräch mit einem Arbeitsberater kann sich der gekündigte Arbeitnehmer über neue Möglichkeiten informieren. Unter anderem wird auch geklärt, ob dem Arbeitnehmer Arbeitslosengeld (60 Prozent des letzten Nettoeinkommens) zusteht, falls er in seinem alten Job nicht mehr tätig werden kann oder nicht sofort einen neuen Arbeitsplatz findet. Hierfür werden diverse Unterlagen (z. B. Personalausweis, Arbeitsnachweise etc.) benötigt.

Im Vordergrund steht natürlich die Suche nach einem anderen Job. Aber auch völlig neue Perspektiven wie Umschulungen oder Weiterbildungsmöglichkeiten können im Rahmen eines Beratungsgesprächs abgeklärt werden. Nicht selten entscheiden sich Arbeitnehmer, die ihren Job verloren haben, für einen kompletten Neuanfang. Eine Kündigung kann also auch eine Neuorientierung bedeuten.

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