News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Schriftliche Verlängerung bei befristetem Arbeitsvertrag

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Karriere & Ratgeber
13.07.2012

Bei einem befristeten Arbeitsvertrag ist nur eine schriftliche Verlängerung möglich. Wenn der Anschlussvertrag mit der Befristungsvereinbarung nicht rechtzeitig zum Ende des Vertrages vorliegt und der Beschäftigte trotz des Nichtvorliegens trotzdem weiterarbeitet, ist die Verlängerung des Vertrages ausgeschlossen. So hat das Landesarbeitsgericht Nordrhein-Westfalen in Hamm entschieden, dass aus dem ursprünglich befristeten Arbeitsverhältnis somit eine unbefristete Festanstellung wird.

Der Fall im Einzelnen:

Konkret handelt es sich bei diesem Fall, der vor dem Landesarbeitsgericht verhandelt wurde, um einen Kläger, der seit dem Jahr 2007 in einem sachgrundlos befristeten Arbeitsverhältnis stand, das bereits mehrfach verlängert wurde. Am 31. Juli 2011 lief nun der Arbeitsvertrag aus und wurde nicht nochmals verlängert. Der Kläger verlangte nun von seinem Arbeitgeber die Übernahme in die Festanstellung. Er begründete dass damit, dass der befristete Arbeitsvertrag, der ausgelaufen war, unrechtmäßig war.

So endete das vorangegangene Arbeitsverhältnis am 31. Juli 2010, der Arbeitgeber verschickte aber den Arbeitsvertrag erst am 6. August 2010. Zuvor war die Klage bereits beim Arbeitsgericht abgewiesen worden, beim Landesarbeitsgericht erhielt der Kläger allerdings Recht. Da der befristete Arbeitsvertrag zum 31. Juli 2010 abgelaufen sei, ist der Vertrag, der am 6. August 2010 versendet wurde, nicht als eine Verlängerung, sondern als ein neuer Abschluss zu sehen. Da aber ein neuer Abschluss bei einem befristeten Vertrag nicht im Einklang mit dem Teilzeit und Befristungsgesetz stehe, sei eine Verlängerung nicht zulässig. Dem Gesetz liegt zugrunde, dass es nicht erlaubt ist, eine befristete Beschäftigung wiederholt beim gleichen Arbeitgeber auszuüben.

Dass sich Kläger und Arbeitgeber mündlich auf eine Fortsetzung des befristeten Arbeitsvertrags einigten, ist laut dem Richter irrelevant, da die Befristung immer schriftlich zu erfolgen hätte. Eine Revision zum Arbeitsgericht (LAG Hamm, Urteil vom 19. April 2012, AZ: 8 Sa 63/12) wurde durch die Richter zugelassen, da in einem anderen Fall eine mündliche Vereinbarung bindend war (Urteil vom 6. Dezember 2001, AZ: 11 Sa 1204/01).

Quelle:Aachener-Zeitung.de

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht
Wir verwenden Cookies, damit Sie den besten Service genießen können. Details ansehen