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Wenn der Mitarbeiter besser als sein Chef ist

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
25.04.2014

Mal wieder hat der Chef die Lorbeeren geerntet, obwohl nicht er, sondern sein Team für das Ergebnis verantwortlich war. Darunter befindet sich ein Mitarbeiter, der besonders hervorsticht – doch, welcher Chef möchte gerne von einem Angestellten überholt werden? Da wird dann lieber getriezt, statt gelobt und ausgebremst, statt gefördert.

Was wäre der Chef ohne sein Team?

Ein Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen und der Chef sonnt sich im Eigenlob. Dass in Wirklichkeit der Einsatz und die Fähigkeit seines Teams zum Erfolg geführt haben, verdrängt der narzistische Boss gerne. Mitarbeiter besser als Chef

Viele Chefs scheinen zu vergessen, dass sie ohne ihre Mitarbeiter ziemlich aufgeschmissen wären. In den Teams, die eine Firma zum Erfolg verhelfen, befinden sich qualifizierte Personen, die motiviert und ehrgeizig jede neue Herausforderung annehmen. Ein solches Team hat mehr als nur ein leises Danke verdient und selbst das kleinste Dankeschön ist manchem Chef noch zu viel. Ein Boss, mit narzistischen Zügen, kann nur sehr schwer zugeben, dass gar nicht er der Held des Tages ist. Noch problematischer wird es, wenn er merkt, dass ein Mitarbeiter über mehr Wissen verfügt, als er selbst.

Gute Mitarbeiter sind gefragt – aber bitte nicht zu gut

Es gibt Chefs, die einfach vor sich und anderen nicht zugeben können, dass sie nicht mehr auf dem neusten Wissensstand sind und deshalb auch nicht mehr so effektiv handeln können, wie sie es einst konnten. Merken sie dann auch noch, dass einer ihrer Mitarbeiter besser ist, als sie selbst, wird es noch komplizierter. Gute Mitarbeiter sind schließlich erwünscht und sollten gefördert werden, aber zu gute Mitarbeiter können für einige Vorgesetzte ein Problem darstellen, da sie am Selbstbild des Chefs rütteln. Vielleicht hat der Chef die Firma selbst aufgebaut und präsentiert sich als stolzer Firmeninhaber, der als erfolgreicher Geschäftsmann angesehen wird. Oder der Boss hat sich mit hohem Ehrgeiz in die höhere Führungsebene gebracht und nun kommt ein jüngerer Mitarbeiter mit hervorragenden Kompetenzen daher, der sofort als Konkurrenz betrachtet wird.

Souveräne Chefs können das hohe Potenzial eines Mitarbeiters neidlos anerkennen und diesen fördern und unterstützen. Sie sehen den Vorteil, den das Unternehmen durch diesen Mitarbeiter genießt. Es sind aber nicht alle Chefs souverän und dann wird lieber in Meetings getriezt, um von den eigenen Schwächen abzulenken und auf die scheinbaren Makel des Mitarbeiters hinzuweisen.

Die Bedrohung durch einen solchen kompetenten Mitarbeiter wird als groß empfunden und statt zu fördern wird ausgebremst – durch negatives Feedback, schlechte Beurteilungen und Einschüchterungsversuche. Andere Chefs werten diesen Mitarbeiter vor Kollegen oder Kunden ab und sich selbst auf diese Weise auf.

Wie soll ein solcher Mitarbeiter mit den Starallüren seines Chefs umgehen?

Verständlich ist es, dass einem irgendwann der Kragen platzt und man dem Chef klipp und klar sagen möchte, wer in Wahrheit Projekte erfolgreich nach vorne gebracht hat oder für eine große Kundenzufriedenheit gesorgt hat. Das wäre allerdings kein guter Lösungsweg, denn der Chef wird nach dieser Moralpredigt noch einen Zacken zulegen, um den Mitarbeiter kleinzumachen. Besserwisser möchten immer recht behalten und somit werden solche Auseinandersetzungen nicht die erwünschten Veränderungen bewirken.

Man sollte nicht emotional werden, sondern sachlich bleiben, auch wenn es schwer fällt. Wer im Unternehmen bleiben möchte, sollte selbst souverän agieren und reagieren und immer im Hinterkopf behalten, dass der Chef, der einen kleinmachen möchte, unter seinem niedrigen Selbstbewusstsein leidet – sonst könnte er mit kompetenten Mitarbeitern besser umgehen. Am besten ist es, dem Chef Respekt zu zeigen und seine Fähigkeiten hervorzuheben. In der Regel wissen Kunden, Kollegen und auch diese Chefs ganz genau, wer über mehr Wissen und Kompetenzen verfügt.

Einige kompetente Talente möchten sich nicht weiter in den Hintergrund drängen lassen und ziehen eine Kündigung vor. Sie gehen auf die Suche nach Unternehmen, die qualifizierte Mitarbeiter fördern, sodass sie motiviert und engagiert Projekte vorwärts bringen und ebenso für die guten Ergebnisse Anerkennung erhalten. Eine Kündigung ist auch dann sinnvoll, wenn der Karriereweg aufgrund des Chefs blockiert ist und keine Möglichkeit besteht, an dieser Blockade vorbei zu kommen.

Wer sich nicht länger triezen und ausbremsen lassen möchte, wird manchmal nicht umhin kommen, die Firma zu verlassen, denn Chefs mit niedrigem Selbstbewusstsein oder narzistischen Zügen werden zunächst an sich selbst arbeiten müssen, um kompetente Mitarbeiter nicht mehr als Bedrohung zu empfinden. Dazu ist jedoch Selbsterkenntnis notwendig und darauf muss man als qualifizierte Fachkraft nicht warten.

Weiterführende Infos zum Thema:

Wie bestrafen Chefs ihre Mitarbeiter?

Erfahrungsbericht – So habe ich bei meinem Chef eine 20%-ige Gehaltserhöhung bekommen

Abstellgleis im Büro: Degradierung vom Chef zum Mitarbeiter

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