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Wenn sich Kollegen gerne selbst reden hören

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
18.06.2014

Sie führen Monologe und lassen andere nicht zu Wort kommen. Die Vielredner scheinen nur einer Person zuzuhören und zwar der eigenen. Besser wäre es, sie würden sich vor den Spiegel stellen und dort ihre Reden loslassen. Damit würden zumindest die Nerven der Kollegen geschont.

Neben Sven will niemand sitzen und in der Kantine versucht jeder krampfhaft den Stuhl neben sich zu belegen. Auch im Büro vergräbt man sich schnell hinter Akten und Ordner, sobald Sven sich nähert. Ganz zu schweigen von den Betriebsausflügen, bei denen er meistens als Schlusslicht zurückgedrängt wird. Sven gehört zu den Vielrednern, zu den Monologführern, die ohne Punkt, Komma und Pause reden und dem Gegenüber keine Chance geben, auch einmal das Wort ergreifen zu können. Das ist nicht nur nervend, es raubt einem ebenso jede Menge Energie. Kollegen hört sich gerne reden

Sind die Geschwätzigen Narzisten?

Auf den ersten Blick wirken geschwätzige Kollegen wie Narzisten. Man möchte eigentlich lediglich kurz etwas klären und schon scheint die Bühne für den Vielredner frei zu sein. Er stellt sich dar, weiß alles besser und man selbst steht wie ein begossener Pudel unter dem Redeschwall. Menschen, die sich selbst gerne reden hören, müssen nicht unbedingt Narzisten sein. Manchmal versuchen sie mit ihrem Redefluss ihre Unsicherheit zu überspielen. Es ist ebenso möglich, dass Vielredner erst mit dem vielen Reden angefangen haben, weil sie früher zu wenig Aufmerksamkeit erhielten. Statt still in der Ecke zu sitzen und unbeachtet zu bleiben, haben sie sich dazu entschieden, mit „großen“ Reden ihre Mitmenschen wörtlich festzunageln. Häufig kommen sie vom Hölzchen aufs Stöckchen und sie könnten sich den Großteil der ausgesprochenen Sätze sparen.

Diese Quasselstrippen haben meistens unterbewusst das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Also haben sie irgendwann einmal angefangen detailliert auszusprechen, was sie denken, meinen und was ihnen sonst so im Kopf herumschwirrt.

Das Verständnis für diese Personen kann noch so groß sein, es ändert nichts daran, dass man laut aufschreien möchte oder erschreckende Fantasien entwickelt, um endlich dem Wortschwall entkommen zu können.

Wie sind solche Vielredner zu stoppen?

Die einfachste und direkteste Variante wäre, solchen Kollegen laut und deutlich zu sagen: „Halt jetzt endlich mal den Mund und höre mir zu, was ich zu sagen habe!“ Allerdings ist diese Taktik nicht besonders freundlich und auch nicht sehr zielführend, denn zukünftig würde der Kollege wahrscheinlich gar nichts mehr sagen und somit auch wichtige Infos für sich behalten. Wer wäre nach so einer Ansage nicht beleidigt? Also muss es noch andere und bessere Methoden geben, um den Fängen des Monologliebhabers zu entkommen.

Wenn man sich bewusst macht, dass sich der viel redende Kollege unverstanden fühlt, kann Humor den Redefluss stoppen: „Halli Hallo, ich habe dich verstanden und du kannst deine Erklärungen beenden!“. Dieser Satz sollte locker und mit einem Lächeln ausgesprochen werden. Der Vielredner wird sicherlich verdutzt gucken, aber er wird am Lächeln oder Lachen die Komik erkennen und hoffentlich mitlachen. Es gibt aber auch die humorlosen Vielredner und für den Umgang mit diesen Kollegen sind folgende Tipps hilfreich:

  • Ausreden lassen und bei der ersten Atempause (die meistens sehr kurz ist, also Achtung!) ins Wort fallen.
  • Sollte der Vielredner weiterreden: Mach es ihm nach. Einfach weiterreden, so als würde der Kollege zuhören. Hinweis: Er hört nicht zu. Ein Merkmal der Geschwätzigen ist, dass sie nicht zuhören. Das Gute daran: Du kannst einfach über irgendetwas reden und zwar solange, bis der Kollege still ist.
  • Jetzt wird auf das Thema gelenkt, um das es ursprünglich ging.
  • Kurz und bündig sagen, was es zum Thema zu sagen gibt und dann das Gespräch freundlich und sehr bestimmt beenden.

Diese Beendigung des Gesprächs darf und sollte deutlich sein. Zum Beispiel: „Jetzt habe ich keine Zeit mehr und mache mich wieder an die Arbeit!“ – umdrehen und gehen. Wenn das nicht gemacht wird, findet der Vielredner garantiert wieder einen Punkt, um erneut einen Redefluss zu starten.

Eine weitere Methode, um den Monolog zu stoppen ist es, Langeweile zu signalisieren. Auch das ist nicht die freundlichste Taktik, doch mancher Vielredner versteht es nicht anders. Man könnte also dauernd gähnen, mit dem Smartphone spielen, immer wieder auf die Uhr schauen oder so tun, als würden einem schon die Augen zufallen. Dabei wird dem Vielredner nicht in die Augen geschaut, denn damit würde man Interesse an seiner Rede zeigen.

Weiterführende Infos zum Thema:

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