Was verdient eigentlich ein …?

Holzhandel – Brancheninformationen

Holz als nachwachsender Rohstoff findet in zahlreichen Gebieten und Produkten Anwendung. Die wirtschaftliche Verwertung vom Rohstoff Holz gehört zu den Aufgaben der Branche Holzwirtschaft. Die Holzwirtschaft unterteilt sich wiederum in drei Unterkategorien. Dazu gehört – neben dem Holzhandwerk und der Holzindustrie – der Holzhandel. Der Holzhandel umfasst in der Bundesrepublik Deutschland rund 2.000 Handlungen und Fachmärkte. Die Zahl der dort angestellten Arbeitskräfte beläuft sich auf über 30.000 Personen. Gemeinsam erwirtschaften die Betriebe des Holzhandels einen jährlichen Umsatz von knapp dreizehn Milliarden Euro.

Der Holzhandel untergliedert sich in ein aufeinander aufbauendes Netzwerk. Die Forst- und Waldwirtschaft fungiert als Zulieferer der Branche. Neben der Forstwirtschaft bezieht der Holzhandel geringe Mengen der verwerteten Rohstoffe aus dem Recycling. Das durch die Lieferanten gewonnene Holz gelangt in den Rohholzhandel. Von hier aus folgt der Transport des Rohstoffs zur Weiterverarbeitung in Säge- oder Hobelwerke. Dort entstehen unter anderem Latten, Balken oder Span- sowie Faserplatten. Alternativ beliefert die Forstwirtschaft Hersteller von Holzfuß- und Parkettböden sowie von Furnieren und Türen. Die nächste Stufe des Netzwerks bilden die Hersteller und Anbieter von Holzprodukten. Die Anbieter erhalten über den Holzgroßhandel die benötigten Materialien. Die dazugehörigen Unternehmen geben ihre hergestellten Produkte an den eigentlichen Holzhandel weiter. Über diesen beziehen wiederum Handwerker, Dachdecker, die Bauindustrie, Tischler, Schreiner, Monteure und Endverbraucher (zum Beispiel Bauherren) Holz in der benötigten Verarbeitungsform.

Aufgaben und Leistungen des Rohholzhandels:

Unternehmen im Rohholzhandel arbeiten als Vermittler zwischen Waldbesitzern und Abnehmern von Energie- und Rohholz. Diesbezüglich fand in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung der Strategien statt. Die Mehrzahl der Betriebe stellen keine herkömmlichen Handelshäuser mehr dar, sondern entwickelten sich zu Dienstleistungsunternehmen mit umfangreichem Angebot. Der Rohholzhandel bietet seinen Kunden und Abnehmern neben den allgemeinen Kompetenzen im Umgang mit Holz beispielsweise Logistikleistungen an. Die Unternehmen kooperieren mit Sägewerken, Spanplattenfabriken, Zellstoff- und Papierunternehmen sowie weiteren Betrieben aus der Holzverarbeitung. Dadurch ermöglichen sie Waldbesitzern den Verkauf des Rohstoffes Holz und somit die Generierung von Einnahmen. Infolge der Nachhaltigkeitsdebatten gewinnt der Handel mit Rohholz zunehmend an Bedeutung.

Holzfachhandel vertreibt Produkte aus Holz:

Sägewerke zerkleinern das vom Rohholzhändler bezogene Material in Schnittholz. Letzteres gelangt über den Holzgroßhandel zu verarbeitenden Unternehmen. Betriebe, die der Holzverarbeitung angehören, erstellen Produkte aus dem Rohstoff. Mögliche Holzprodukte sind Möbel, Parkett oder Türen. Die Produkte geben die Verarbeitungsbetriebe an den Holzfachhandel weiter. Dessen Aufgabe besteht im Vertrieb und der Veräußerung an den Endkunden. Der Holzfachhandel vertreibt konkrete Produkte, die durch Weiterverarbeitungen des Rohholzes entstanden. Die Kunden erwartet in der Branche ein breites Sortiment unterschiedlicher Artikel, die aus dem Naturmaterial bestehen. Neben den unterschiedlichen Kategorien wie Fußboden, Schrank oder Tisch bietet der Holzhandel in jedem Bereich Produkte aus verschiedenen Holzarten. Diesbezüglich sind beispielsweise heimische oder europäische Arten wie Eiche, Ahorn, Fichte, Kiefer, Buche oder Esche anzuführen. Die Hölzer stammen aus Wäldern mit nachhaltiger Bewirtschaftung. Des Weiteren bietet der Holzfachhandel Produkte aus exotischen Hölzern an. Beispiele dafür sind Meranti, Ipé oder Teakholz.

Gesetzliche Vorgabe: Holzhandels-Sicherungs-Gesetz gegen illegalen Holzschlag:

Die Wälder nehmen im Hinblick auf das Erdklima eine bedeutende Rolle ein. Die Bäume verarbeiten das Treibhausgas CO2 und produzieren Sauerstoff. Deshalb ist eine nachhaltige Holzverarbeitung gefragt, die so viele Bäume fällt, wie junge Bäume nachwachsen. In der Holzhandelsbranche gilt für Deutschland seit Mai 2013 das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz. Das Gesetz ist unter der Abkürzung HolzSiG bekannt und stellt die nationale Umsetzung einer von der Europäischen Union vorgegebene Verordnung zum Holzhandel dar. Ziel der Verordnung ist die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags.

Der Begriff des illegalen Holzeinschlags umfasst sämtliche Handlungen, die bei Ernte, Transport und Verkauf von Holz gegen nationale Gesetze verstoßen. Neben volkswirtschaftlich negativen Auswirkungen bedroht die Abholzung illegaler Rohstoffquellen den ökologischen Erhalt wichtiger Wälder und widerspricht somit den Grundsätzen einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Die angesprochene EU-Verordnung und somit auch das HolzSiG verbieten der Branche innerhalb der Grenzen der Europäischen Union den Handel mit illegal abgebautem Holz sowie daraus entstandenen Produkten. Das HolzSiG schützt die Wälder und fördert die nachhaltige, legale Bewirtschaftung in Deutschland. Zugleich unterstützt das Gesetz ehrliche Holzhändler.

Gehalt im Holzhandel:

Das Gehalt der anfangs erwähnten rund 30.000 Angestellten in der Branche des Holzhandels variiert – in Abhängigkeit von deren Aufgaben, Positionen und Kompetenzen – stark. Im Verkauf von Holz tätige Sachbearbeiter erzielen ein Jahresgehalt von ungefähr 25.000 bis 30.000 Euro brutto. Arbeitnehmer in höher gestellten Positionen verdienen entsprechend mehr. Kundenbetreuer im Holzhandel erhalten ein jährliches Bruttogehalt von rund 35.000 Euro. Mit entsprechenden Qualifikationen sind Jahreslöhne von bis zu 100.000 Euro in der Branche im Bereich des Möglichen.

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