Was verdient eigentlich ein …?

Psychotherapie – Brancheninformationen

In der Branche der Psychotherapie behandeln ausgebildete Therapeuten gezielt psychische Krankheiten, psychische Folgen körperlicher Krankheiten oder Probleme der Lebensführung. Bei der Psychotherapie kommen wissenschaftlich anerkannte Verfahren zum Einsatz. Die juristischen und theoretischen Bedingungen der psychotherapeutischen Behandlung unterscheiden diese Art der Arbeitsbeziehung deutlich von anderen. In Deutschland gilt die Differenzierung zwischen Psychotherapie und anderen psychologischen Interventionen nach dem Psychotherapeutengesetz. Laut Gesetz dient Psychotherapie dem Heilen oder Lindern von Störungen. Andere psychologische Tätigkeiten bilden nach dem Gesetz das Aufarbeiten und Überwinden sozialer Konflikte. Beratungs- oder Seelsorgegespräche sowie Coaching zählen demnach nicht in den Bereich der Psychotherapie. Gemäß dem methodischen Vorgehen gibt es jedoch Überschneidungen.

Wie arbeitet die Psychotherapie?

Psychotherapie zeichnet sich dadurch aus, dass wissenschaftlich anerkannte Methoden zum Einsatz kommen. Jedoch erkennt der Staat nicht alle psychotherapeutischen Verfahren an. Daher finanzieren die Krankenkassen auch nicht alle Methoden. Gründe dafür liegen in den Interessenskämpfen, die zwischen den Berufsständen der Mediziner, Psychologen und anderer stattfinden. Konkurrenz der einzelnen Schulen sowie unterschiedliche Ergebnisse bei den Wirksamkeitsstudien führen des weiteren zu Einschränkungen der psychotherapeutischen Freiheit.

Psychotherapie bildet seit 1967 einen Teil der kassenärztlichen Versorgung. Seit 1999 erkennen die kassenärztlichen Vereinigungen auch psychologische Psychotherapeuten sowie solche für Kinder und Jugendliche als Mitglieder an. Nur wenige andere Länder regeln die Leistungspflicht gesetzlicher Krankenkassen im Fall von psychotherapeutischen Behandlungen so eindeutig zugunsten der Patienten. Das deutsche Gesundheitssystem erkennt zurzeit drei Verfahren für die durch die gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Psychotherapie an. Die Verfahren heißen Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie. Bei Letzterer gibt es drei Strömungen der Psychoanalyse nach Freud, der analytischen Psychologie nach Jung und der Individualpsychologie nach Adler. Möglichkeiten zur Finanzierung bestehen außerdem für progressive Muskelentspannung, Hypnose und autogenes Training.

Die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse hängt von der Genehmigung durch die Kasse ab. Zuerst stellt der Patient einen Kassenantrag. Zu dem Antrag legt der Therapeut seinen Bericht für einen neutralen Gutachter. Befürwortet der unabhängige Gutachter den Antrag, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Psychotherapie.

Ausbildung zum Psychotherapeuten

Nach seinem Psychologiestudium absolviert der "Psychologische Psychotherapeut" eine dreijährige Ausbildung. Die Grundlage stellt eines der staatlich anerkannten Verfahren dar. Dazu gehört die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die Verhaltenstherapie, die Gesprächspsychotherapie und die "Systemische Therapie". Die Bedingungen für die Lehrzeit legt das Psychotherapeutengesetz in der "Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für "Psychologische Psychotherapeuten" dar. Befindet sich ein Kandidat noch in der Ausbildungsphase, führt er die Bezeichnung "Psychotherapeut in Ausbildung". Ziel der Ausbildung ist das Erlangen einer eigenständigen Zulassung.

Die Dauer der Ausbildung beträgt mindestens drei Jahre in Vollzeit oder fünf Jahre berufsbegleitend. In dieser Zeit absolviert der Psychotherapeut in Ausbildung 600 Behandlungsstunden mit mindestens sechs unterschiedlichen Patienten. Hinzu kommen 150 Stunden Supervision. Zusätzlich gibt es 600 Stunden theoretischen Unterricht. In seiner Lehrzeit arbeitet der Psychotherapeut 1.800 Stunden in praktischer Tätigkeit. 1.200 Stunden absolviert er in einer psychiatrischen klinischen Institution und 600 an einer anerkannten Institution mit psychotherapeutischer oder psychosomatischer Versorgung.

Der Psychotherapeut erhält seine Ausbildung an einem staatlich anerkannten privaten Institut. Meist spezialisieren sich die Ausbildungsinstitute auf ein psychotherapeutisches Verfahren. Wenige Institute stellen alle zugelassenen Verfahren in der Lehrzeit zur Auswahl. Im Gegensatz zu Assistenzärzten agieren Psychotherapeuten in Ausbildung ohne Vollapprobation. Für Psychotherapeuten bedeutet das keine Erlaubnis zu selbstständigem Handeln. Während der Ausbildungsdauer erhält der Psychotherapeut für seine praktische Tätigkeit ein kleines oder gar kein Gehalt. Rechtlich und finanziell stehen Psychologen und Assistenzärzte nicht auf einer Stufe, da den Psychotherapeuten in der Ausbildungsphase die Approbation fehlt.

Perspektiven und Gehalt in der Psychotherapie

In der Branche der Psychotherapie kommt es in besonderem Maße darauf an, in welchem beruflichen Umfeld der Psychotherapeut agiert.

Wählt er die Option sich in seiner eigenen Praxis niederzulassen und Angestellte zu beschäftigen, kommt es auf seine Erfahrung an. Entsprechend derer gewinnen die Patienten Vertrauen in seine Behandlung und wenden sich an ihn. Ein niedergelassener Psychotherapeut mit über zehn Jahren Berufserfahrung verdient im Jahr 60.000 Euro. Monatlich arbeitet er für ein Gehalt von 5.000 Euro. Ein angestellter Psychotherapeut, der in einer Praxis mitarbeitet, bringt es monatlich auf 2.500 Euro. Im Jahr addiert sich sein Gehalt auf 30.000 Euro. Psychotherapeuten arbeiten jedoch nicht nur in psychotherapeutischen Praxen. Ihr mögliches Berufsfeld gestaltet sich breit. Für einen entsprechenden Verdienst benötigt ein Psychotherapeut ein abgeschlossenes Studium. Strebt er die Niederlassung an, braucht er zudem eine staatlich anerkannte Approbation als Psychotherapeut.

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