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Elterngeld abhängig von der Höhe des Einkommens?

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
26.03.2013

Das Elterngeld beträgt 67 % vom letzten Netto-Lohn. Das bedeutet, wenn Sie vor der Geburt des Kindes aufgehört haben zu arbeiten, erhalten Sie diesen Prozentsatz Ihres letzten Einkommens als Elterngeld. Fangen Sie nach der Geburt Ihres Kindes wieder an zu arbeiten, etwa halbtags, so berechnet sich das Elterngeld aus dem Arbeitsentgelt, das Sie für die Halbtagsstelle beziehen. So ist es durchaus ein Rechenexempel, ob es sich für den Elternteil der die Leistung bezieht wirklich lohnt, vor Ende der Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen.

 

 

 

 

 

Wenn Sie mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, verlieren Sie den Anspruch auf Elterngeld vollständig. Wenn Alleinerziehende im Jahr vor der Geburt des Kindes mehr als 25.000 € zu versteuerndes Einkommen hatten oder Paare mehr als 500.000 €, haben sie seit 2011 gar keinen Anspruch mehr.

 

Wie wird das Einkommen berechnet?

Für die Einkommensberechnung sind alle Einkünfte relevant. Das bedeutet, Einkünfte aus selbstständiger oder nicht-selbstständiger Arbeit werden ebenso in Betracht gezogen, wie Einkünfte aus Kapitalerträgen, Vermietung und Verpachtung oder Land- und Forstwirtschaft. Sollte kein Einkommen erzielt worden sein, wird der Mindestsatz von 300 € gezahlt. Der Höchstsatz beträgt 1 800 € pro Lebensmonat des Kindes.

Hat das Kind, für das gerechnet wird ein Geschwisterkind das noch nicht drei Jahre alt ist, erhält es einen Geschwisterbonus von 10 %, mindestens aber 75 €. Das selbe gilt bei drei oder mehr Kindern im Haushalt, sofern mindestens zwei noch nicht sechs Jahre alt sind. Ist eines der Kinder behindert, so wird Elterngeld plus Geschwisterbonus bis zum Alter von 14 Jahren des behinderten Kindes gezahlt.

Bemerkenswerte Staffelung und Berechnung:

Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, je mehr ein Elternteil vor der Elternzeit verdient hat, umso mehr Elterngeld wird bezogen. Auf den ersten Blick klingt das unfair, doch zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass hier durchaus sinnvolle Überlegung dahinter steht.

Einer der Gründe, warum die Geburtenraten in Deutschland stetig zurückgehen ist die Tatsache, dass sich viele Paare vor finanziellen Einbußen durch Kinder fürchten. Sie fühlen sich, zu Recht, im Einkommen den Kinderlosen gegenüber erheblich benachteiligt. Um dies auszugleichen, wurde die Elternegeldregelung eingeführt. Auch sollen so Väter die Möglichkeit erhalten, Elternzeit zu nehmen. Für viele berufstätige Männer waren teils gewaltige Einkommenseinbrüche der Grund, warum sie nicht aktiv an der Kinderbetreuung teilnehmen konnten.

Bei bis zu 30 Arbeitsstunden pro Woche bleibt der Anspruch voll erhalten in zu prüfenden Sonderfällen wird sogar bei mehr Berufstätigkeit noch geleistet. So können die Eltern entscheiden, ob sie ganz aus dem Berufsleben aussteigen, oder nur teilweise. Auch kann die Elternzeit geteilt werden, so dass nicht einer der Eltern zwangsläufig der Verlierer sein muss, was die Karriere angeht.

Vermutlich war es die Idee der Bundesregierung, Paaren mit dieser Regelung mehr Sicherheit zu geben und die Entscheidung für ein Kind weniger einschneidend zu machen. Ob dieser kleine Ansatz in der Familienpolitik das gewünschte Resultat zeigen wird, und ob noch weitere die Familienfreundlichkeit Deutschlands fördernde Maßnahmen stattfinden werden, muss die Zeit zeigen. Zumindest bietet die Regelung Familien die Möglichkeit, einen Mindestlebensstandard einigermaßen aufrecht zu halten.

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