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Ferienjobs 2017 - Was ist erlaubt?

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Kategorie: Berufe & Gehälter
09.06.2017
©GEHALT.de

Besonders wenn die Sommerferien vor der Tür stehen, machen sich Schüler auf, einen geeigneten Ferienjob zu finden. Es ist die ideale Möglichkeit, um mit einfachen Jobs das Taschengeld aufzubessern. Für einige Wochen möchten junge Menschen arbeiten, um den anstehenden Urlaub, einen Führerschein oder das neue Handy zu finanzieren.

Die erste Jobsuche fällt vielen Jugendlichen nicht leicht. Und es gibt Unternehmen, die Unerfahrenheit und Unwissenheit ausnutzen. Wir möchten Sie daher rund um das Thema Ferienjobs informieren.

Nicht nur das Geld zählt bei Ferienjobs: auf den Mehrwert achten

Interessierte Schüler sollten einen Ferienjob nutzen, um erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Diese helfen, künftige berufliche Entscheidungen zu treffen. Jungen Leuten erleichtert eine praktische Tätigkeit die Befürwortung oder Ablehnung einer Branche ganz erheblich.

Geschickt verfährt, wer seinen Ferienjob als Taschengeldaufbesserung Berufsorientierung kombiniert. Dadurch stellen Schüler fest, welche Strukturen und Organisationen ihnen liegen und Spaß machen und welche nicht. Sie finden heraus, wie und wo sie später beruflich einsteigen wollen – oder eben gerade nicht. Auch das ist eine sinnvolle Erfahrung für den bevorstehenden Berufsweg.

Firmen, die Ferienjobs für Schüler anbieten, stellen häufig darüber hinaus Ausbildungsplätze zur Verfügung. Ein Ferienjob kann demnach den ersten Schritt in die berufliche Zukunft bedeuten. Ein Knüpfen solcher ersten beruflichen Kontakte kann auch Jahre später noch von Vorteil sein.

Wie finde ich meinen Ferienjob?

  • Agentur für Arbeit
  • Internetplattformen und Jobbörsen
  • Schwarze Bretter und öffentliche Aushänge
  • Kontakte und Mundpropaganda

Eine empfehlenswerte Anlaufstelle zur Unterstützung bei der Recherche nach einem passenden Ferienjob ist die Agentur für Arbeit. Die Vermittlung von Ferienjobs zählt nicht in das Hauptaufgabengebiet des Arbeitsamtes. Oft gibt es trotzdem Firmenkontakte, die gerne vermittelt werden.

Internetplattformen, schwarze Bretter und öffentliche Aushänge in Supermärkten, Drogerien, Praxen und Ämtern sind eine geeignete Quelle zum Auffinden eines Ferienjobangebotes.

Wichtig ist die Mundpropaganda: Wer Eltern, Nachbarn und Bekannten die Suche nach einem Ferienjob mitteilt, hat gewöhnlich Glück mit einem Jobvorschlag. Zielgerichtet und treffsicher funktioniert Eigeninitiative: Einfach beim Wunschunternehmen eine Kurzbewerbung in den Briefkasten stecken oder persönlich vorsprechen. Eine Reaktion erfolgt in jedem Fall.

Wieviel Geld darf ich in den Ferien verdienen?

Getränke servieren, Eis verkaufen, Werkshallen aufräumen – die Angebote für Ferienjobs sind vielfältig. Dabei müssen Schüler einige Vorschriften beachten.

Volljährige Ferienjobber haben nach dem aktuellen Gesetz zur Regelung des Mindestlohns einen Anspruch auf eine Stundenentlohnung von 8,84 Euro. Diese Gehaltshöhe kommt auch zum Tragen, wenn ein Ferienjob auf geringfügiger Basis, als 450-Euro-Job, ausgeführt wird. Bei einer geringfügigen Beschäftigung darf die Monatsarbeitszeit 52 Stunden nicht überschreiten. Schüler, die unter 18 Jahre alt sind, fallen nicht unter das Mindestlohngesetz.

Minderjährige sollten daher achten, dass sie einen fairen Stundenlohn erhalten. Diesen lassen sie im besten Fall in einem Arbeitsvertrag schriftlich fixieren. Bei einem Ferienjob ist der Lohn in der Regel sozialversicherungsfrei.

Wenn der Verdienst jedoch den monatlichen Lohnsteuerfreibetrag in Höhe von etwa 900 Euro brutto übersteigt, werden Steuern fällig. Wenn dieser Fall bei der Jobaufnahme fest steht, benötigt der Arbeitgeber die elektronische Lohnsteuerkarte. Die entsprechenden Steuern erstattet das Finanzamt im nächsten Jahr.

Wie viele Stunden darf ich als Ferienjobber arbeiten?

Ferienjobber dürfen die Arbeitszeiten von acht Stunden pro Tag und 40 Stunden in der Woche nicht überschreiten. Der reguläre Arbeitszeitraum am Tag liegt zwischen 6:00 Uhr und 20:00 Uhr.

Schüler, die 16 Jahre und älter sind, dürfen beispielsweise in Gaststätten bis 22:00 Uhr und in Schichtbetrieben bis 23:00 Uhr tätig sein. Ausgenommen davon sind Wochenenden. Sonderregelungen gelten für bestimmte Events wie Sportveranstaltungen.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt zudem die Ruhepausen von Minderjährigen. Ferienjobber, die zwischen viereinhalb und sechs Stunden pro Tag arbeiten, haben ein Anrecht auf mindestens 30 Minuten Ruhepause. Übersteigt die Tagesarbeitszeit sechs Stunden, besteht ein Anspruch auf 60 Minuten Pause.

Während der Arbeitszeit und ebenso auf dem Weg von und zur Arbeit sind Ferienjobber durch die Unfallversicherung ihres Arbeitgebers geschützt.

Was ist mit einem Arbeitsvertrag?

Schüler nehmen die Hilfe von Eltern oder vertrauten Erwachsenen in Anspruch, um für den Ferienjob einen vernünftigen Arbeitsvertrag auszuhandeln. Sogar wenn der Job nur für zwei Wochen geplant ist, sollten Jugendliche darauf bestehen, einen Vertrag beiderseitig zu unterzeichnen. In diesem Vertag ist genau dokumentiert, welche Aufgaben zu erledigen sind und wie die Tages- und Wochenarbeitszeit eingeteilt ist.

Natürlich wird auch der vereinbarte Lohn hier schriftlich bestätigt. Vorsicht ist geboten, wenn Betriebe ein erstklassiges Feriengehalt ausloben, aber doch nur auf Provisionsbasis bezahlen. Falls Ferienjobber die meist im Kleingedruckten formulierten Leistungen nicht erfüllt, gehen sie bisweilen leer aus. Jeden Vertrag sollten Ferienarbeiter bis ins Detail lesen und verstehen.

Was ist erlaubt?

Das Jugendschutzgesetz besagt, dass Kinderarbeit bis einschließlich dem 14. Lebensjahr grundsätzlich verboten ist.

Kinder müssen zumindest 13 Jahre alt sein, um mit Zustimmung ihrer Eltern bis zu drei Stunden täglich in der Landwirtschaft oder privat zu helfen. Die Stunden sind in der Zeit von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr abzuleisten. Die Aufgaben dürfen lediglich leicht sein. Geeignet sind Gartenarbeit, Babysitten oder Zeitungszustellung.

In einem Alter von 15 bis 17 Jahren gelten Schüler als Jugendliche. Die Einschränkungen für Jugendliche sind geringfügiger. Doch die Arbeitszeit ist auf vier Wochen im Jahr begrenzt.

Schulpflichtige Kinder sollen sich in den Schulferien vorrangig erholen. Verboten sind schwere körprliche Arbeit oder gefährliche Tätigkeiten.

Jugendliche dürfen:

  • keine schweren Gegenstände heben und tragen
  • nicht mit Chemikalien oder sonstigen Gift- und Gefahrenstoffen in Berührung kommen
  • keine Nachtarbeit verrichten
  • nicht im Akkord arbeiten.

 

Weiterführende Infos zum Thema:

So viel verdienen akademische Berufseinsteiger: Das Branchenranking 2017

Über 67.000 Euro im Jahr: die Gehälter nach der Ausbildung

Das verdient Deutschland - der Gehaltsatlas 2016

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