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Führungskräfte-Atlas 2018: In Hessen verdient die Chefetage am besten

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Kategorie: Berufe & Gehälter
13.12.2018
Führungskräfteatlas 2018

Laut unserer neuesten Auswertung verdienen Führungskräfte in Hessen am besten. Sie erhalten ein Jahresgehalt von 101.629 Euro. Auf dem zweiten Rang folgen die jährlichen Einkommen im Freistaat Bayern mit 97.685 Euro. Auf Platz drei in der Auswertung befinden sich die Gehälter in Baden-Württemberg mit 95.850 Euro. Als Grundlage für die Untersuchung dienten unseren Analysten 39.423 Datensätze von Beschäftigten mit Personalverantwortung.

Geringe Gehälter in neuen Bundesländern

Auf dem letzten Rang im Landesvergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern. Das Jahresgehalt für Führungskräfte beträgt hier 73.885 Euro. Kolleginnen und Kollegen in Hessen verdienen damit über 27.700 Euro mehr. Auch in Sachsen sind die Gehälter für Führungskräfte mit 78.976 Euro verhältnismäßig gering. Knapp davor liegen die aus Brandenburg mit 79.479 Euro. Damit schneiden die neuen Bundesländer im Vergleich deutlich schlechter ab.

Zu den Top-Branchen zählen Chemie, Finanzdienstleistungen und Automobilindustrie

Bei der Betrachtung der einzelnen Branchen nach Bundesland kommen wir zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. So gehören in Hessen unter anderem die Chemieindustrie und Pharmazie zu den treibenden Sektoren. Während hessische Führungskräfte in der Chemiebranche 123.401 Euro verdienen, sind es im Pharmabereich 116.030 Euro.

In Bayern dagegen dominieren IT-Systemhäuser. Hier beträgt das Jahresgehalt 127.221 Euro. In der Automobilindustrie sind es 105.942 Euro. Baden-Württemberg profitiert neben der traditionellen Automobilbranche (106.048 Euro) auch von starken Finanzdienstleistern, die ein Gehalt in Höhe von 108.079 Euro zahlen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind die Gehälter in Krankenhäusern hoch. Diese Branche lockt  Führungskräfte mit einem Gehalt von 122.605 Euro im Jahr. Es folgt das Baugewerbe mit einem Jahresgehalt von 91.236 Euro. In Sachsen ist die Chemiebranche mit 97.477 Euro pro Jahr ebenfalls stark. Dahinter liegt das verarbeitende Gewerbe für Kunststoffe, Glas und Keramik. In dieser Branche beträgt das Jahresgehalt 93.639 Euro. Arbeitnehmer/-innen in Brandenburg profitieren ebenfalls von der Automobilindustrie mit einem Führungskräfte-Gehalt von 90.812 Euro. Danach folgt die Metallbranche mit 84.700 Euro.

Zur einfachen Übersicht haben wir die jeweilige Top-Branche pro Bundesland in einer Tabelle ausgewiesen. Diese finden Sie am Ende des Beitrags.

Führungskräfte-Atlas 2018/19
©GEHALT.de

Warum sind die Gehälter für Führungskräfte im Osten viel geringer?

Es gibt diverse Gründe für das niedrigere Lohnniveau in den neuen Bundesländern. Ein Grund ist die kleine Anzahl an Großbetrieben, die höhere Gehälter zahlen. Philip Bierbach

So lesen wir im Report Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen Bundesländern Folgendes:

„Im Osten dominieren Klein- und Mittelunternehmen, die im Hinblick auf Produktivität, Einkommensniveau ihrer Beschäftigten und auf Innovations- und Exportintensität hinter den Großunternehmen in Westdeutschland zurückbleiben.“ Weiter heißt es: „Die Kleinteiligkeit der ostdeutschen Unternehmensstruktur – Erbe der Transformationsphase nach der Wiedervereinigung und speziell der Privatisierungspolitik der Treuhandanstalt – stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.“

Da dadurch auch Länder und Kommunen geringere Steuereinnahmen haben, sind die Lebenshaltungskosten geringer. So sind zum Beispiel die Mieten in den neuen Bundesländern deutlich niedriger als die im Westen. Laut Mietspiegelindex des Forschungsinstituts F+B aus dem Jahr 2017 betrug der Quadratmeterpreis in München 10,22 Euro. In Schwerin lag er dagegen bei 5,81 Euro. Das ist ein enormer Unterschied und bei der Betrachtung der Landesunterschiede wichtig zu berücksichtigen. Denn am Ende entscheidet der Rest vom Gehalt, der nach Abzug aller Kosten im Geldbeutel übrig bleibt. Und da kann es schon sein, dass Abteilungsleiter/-innen in den neuen Bundesländern mehr von ihrem Lohn haben.

Was ist disziplinarische Personalverantwortung?

Ein/-e Abteilungs- oder Team-Leiter/-in kann entweder eine rein fachliche oder aber disziplinarische Personalverantwortung tragen. Bei einer fachlichen Führung stehen ausschließlich auch fachliche Kompetenzen im Mittelpunkt. Es geht darum, seine Kolleginnen und Kollegen im Team zu unterrichten und Wissenslücken zu füllen. Fachliche Leiter/-innen können sicher eine beratende Rolle einnehmen, disziplinarische Maßnahmen können sie jedoch nicht ergreifen.

Ganz anders sieht die Aufgabe für Führungskräfte mit disziplinarischer Personalverantwortung aus. Sie sind neben der Vermittlung von fachlichen Kompetenzen auch für Personalentwicklung verantwortlich. Das bedeutet, sie führen Mitarbeitergespräche, beurteilen und bewerten ihre Teammitglieder und können auch neues Personal einstellen. Genauso können sie – in der Regel nach Absprache mit dem Betriebsrat oder der Geschäftsführung – Kündigungen aussprechen.

Bei disziplinarischer Führung ist es hauptsächlich das hohe Maß an Verantwortung, das für den Gehaltsunterschied zu Fachkräften beiträgt. Denn hier kommen auch andere Aspekte zum Tragen, die ein Mehr an Aufwand und Zeit bedeuten. Personalentwicklung, Feedbackgespräche, Beurteilungen und Beobachtungen erfordern Zeit, kommunikative Fähigkeiten und Erfahrung im Umgang mit Personal.

Besonders präzise Auswertung für Firmenkunden bei Compensation Partner

Bei dieser Analyse von Führungskräften betrachten wir drei Parameter: das Bundesland, die Branche und die disziplinarische Personalverantwortung als Führungskraft. Das gibt uns einen ungefähren Gehaltswert. Wenn wir präziser werden wollen, müssen noch viele weitere Parameter in die Berechnung einfließen. Diesen Dienst bieten wir unter anderem unseren Firmenkunden an. Sollten Sie für Ihr Unternehmen mehr erfahren wollen, schauen Sie sich gerne auf Compensation Partner um. Hier bündeln wir unser Firmenkundengeschäft.

Top-Branchen für Führungskräfte nach Bundesländern

Bundesland Top-Branche Median
Saarland Autoindustrie    145.245 €
Schleswig-Holstein Chemie und Verfahrenstechnik    132.000 €
Hamburg Maschinenbau, Pumpen & Schiffbau    131.173 €
Niedersachsen Konsum- und Gebrauchsgüter    123.605 €
Hessen Chemie und Verfahrenstechnik    123.401 €
Mecklenburg-Vorpommern Krankenhäuser    122.605 €
Thüringen Krankenhäuser    122.448 €
Berlin Krankenhäuser    121.083 €
Rheinland-Pfalz Krankenhäuser    117.451 €
Sachsen-Anhalt Krankenhäuser    116.641 €
Bremen Krankenhäuser    109.516 €
Baden-Württemberg Finanzdienstleistung    108.079 €
Bayern Versicherungen    106.003 €
Nordrhein-Westfalen Krankenhäuser    103.525 €
Brandenburg Autoindustrie      90.812 €
Sachsen Metall      81.034 €
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