News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Gehälter unter dem Schnitt: Wie viel verdienen Friseur*innen?

0
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Ausbildung & Berufseinstieg
29.04.2020
Eine Frau in Cape hält eine Friseurschere.

Am 04. Mai dürfen Friseur*innen ihre Türen wieder öffnen. Das haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten in einer Ratssitzung beschlossen. Die bundesweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben viele Betriebe hart getroffen. Nach Einschätzung des Hauptgeschäftsführers des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerkes, Jörg Müller, wären in ein bis zwei Wochen viele Betriebe von der Insolvenz betroffen. Unter Hygieneauflagen können Friseur*innen ihre Läden wieder öffnen – in der Hoffnung, die drohende Insolvenzwelle zu verhindern.

Viele Betriebe rechnen mit einem großen Ansturm. Doch wie viel verdienen die von der Bevölkerung vermissten Salonbetreiber*innen eigentlich? Unsere Analysten haben 1.516 Datensätze ausgewertet und die Gehälter von Friseur*innen in Deutschland untersucht. Die Einkommen wurden zusätzlich nach Berufserfahrung, Region und Gehaltsentwicklung ausgewertet.

Friseurgehälter allgemein

Der Beruf der Friseur*innen ist traditionell gering vergütet. Unter den Top-Flop-Berufen 2019 belegten die Friseur*innen den vorletzten Platz. Das aktuelle Gehalt beträgt 23.720 Euro. Zum Vergleich: Alle Fachkräfte in Deutschland beziehen im Median rund 43.200 Euro.

Schwache Gehaltsentwicklung nach neun Jahren

Zum Berufseinstieg beziehen Friseur*innen mit weniger als drei Jahren Erfahrung ein Jahresgehalt von 22.700 Euro. Das Einkommen steigt jedoch auch nach neun Jahren im Beruf nicht sonderlich an. Beschäftigte beziehen hier rund 24.200 Euro. Der Gehaltsanstieg beträgt circa 6,4 Prozent. Zum Vergleich: Bei Patentingenieur*innen kann sich das Vergleich nach neun Jahren im Beruf nahezu verdoppeln. Mehr Infos hierzu finden sie in unserer Auswertung zum Gehaltsanstieg.

 Gehälter nach Berufserfahrung Median
 Friseur*innen - Berufseinsteiger (<3 Jahre Berufserfahrung) 22.703 €
 Friseur*innen - Berufserfahrene (>9 Jahre Berufserfahrung) 24.154 €

Einkommen in deutschen Großstädten

Im Vergleich der regionalen Gehälter gibt es Unterschiede von bis zu 10.000 Euro jährlich. So verdienen Friseur*innen unter allen ausgewerteten deutschen Städten in Frankfurt am Main das höchste Gehalt. Das Jahresbruttoeinkommen beträgt rund 30.200 Euro. Auch in Stuttgart (29.700 Euro) und München (29.500 Euro) sind die Einkommen vergleichsweise hoch.

Dresden und Leipzig liegen deutlich unter dem bundesdeutschen Wert. Während in Dresden Friseurinnen und Friseure 20.400 Euro beziehen, erhalten Beschäftigte in Leipzig 19.600 Euro.

 Stadt Bruttojahresgehalt / Median Bruttomonatsgehalt / Median
 Dresden 20.359 € 1.697 €
 Hannover 24.545 € 2.045 €
 Nürnberg 25.219 € 2.102 €
 Köln 25.537 € 2.128 €
 München 29.520 € 2.460 €
 Stuttgart 29.667 € 2.472 €
 Frankfurt a.M. 30.224 € 2.519 €
 Berlin 23.520 € 1.960 €
 Hamburg 26.352 € 2.196 €
 Leipzig 19.626 € 1.635 €
 Düsseldorf 27.890 € 2.324 €
 Dortmund 23.815 € 1.984 €

Hohe Gehälter für Friseur*innen in Hessen und Baden-Württemberg

Im Bundesländervergleich verdienen Beschäftigte in Hessen das höchste Gehalt. Friseur*innen erhalten hier rund 28.400 Euro jährlich. Auch in Baden-Württemberg (27.000 Euro) und in Hamburg (26.400 Euro) herrscht traditionell ein hohes Vergütungsniveau. In den östlichen Bundesländern fällt das Einkommen geringer aus. In Brandenburg beträgt der Jahresverdienst rund 19.700 Euro und in Sachsen-Anhalt 19.500 Euro. Das niedrigste Gehalt beziehen Friseur*innen in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 

Gehälter Friseur*innen Regional Median
 Hessen 28.416 €
 Baden-Württemberg 27.000 €
 Hamburg 26.352 €
 Bayern 26.172 €
 Nordrein-Westfalen 25.092 €
 Rheinland-Pfalz 24.456 €
 Bremen 23.916 €
 Saarland 23.712 €
 Berlin 23.520 €
 Niedersachsen 22.872 €
 Schleswig-Holstein 21.972 €
 Thüringen 20.172 €
 Sachsen 19.860 €
 Brandenburg 19.704 €
 Sachsen-Anhalt 19.536 €
 Mecklenburg-Vorpommern 19.352 €

Friseurbetrieb im Fachkräftemangel

Das Friseurhandwerk ist ebenfalls vom Fachkräftemangel betroffen. Die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk betrug im Jahr 2018 rund 21.000 und fiel somit im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,5 Prozent.  Ein Grund hierfür ist unter anderem das geringe Einkommen.

0
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht
Wir verwenden Cookies, damit Sie den besten Service genießen können. Details ansehen