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Gehaltsbiografie 2017: Gehaltserhöhungen nur bis 40 Jahre?

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
14.03.2017
©GEHALT.de

Berufseinsteiger aber auch Beschäftigte, die bereits seit einigen Jahren im Berufsleben sind, freuen sich auf zukünftige Gehaltserhöhungen: Wieder ist ein Jahr vorbei, also kann man doch mal vorsichtig beim Chef anklopfen und nach mehr Gehalt fragen?! Bis zu welchem Lebensjahr aber können Beschäftigte mit einer Gehaltssteigerung rechnen – oder steigt das Gehalt immer weiter?

In unserer aktuellen Studie „Gehaltsbiografie 2017“ haben wir anhand von 217.867 Gehaltsdaten analysiert, wie sich das Gehalt hinsichtlich des Lebensalters entwickelt. Hinzu kommen Parameter wie das Geschlecht, der Ausbildungshintergrund sowie die Firmengröße und die Branche.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Auswertung möchten wir hier zusammenfassen.

Gehaltsentwicklungen: Wie verändert sich das Gehalt im Laufe des Berufslebens?

In einer ersten Übersicht möchten wir die Gehaltsentwicklungskurve über alle Beschäftigten im zeitlichen Verlauf – vom Berufseinstieg bis zum 60. Lebensjahr – darstellen. Für Fach- und Führungskräfte gilt: Bis Mitte 40 steigt das Gehalt aller Arbeitnehmer kontinuierlich an.

Die Gehaltsbiografie 2017 - Gehaltsentwicklungen für Fach- und Führungskräfte

Betrachtet man Fach- und Führungskräfte getrennt voneinander, können wir jedoch Unterschiede feststellen:

Fachkräfte erhalten bis zum 40. Lebensjahr kontinuierliche Gehaltssteigerungen. Sie erreichen damit ein Jahresgehalt, das über dem Durchschnitt von 45.889 Euro liegt. Danach bleibt ihr Gehalt ohne große Schwankungen auf diesem Niveau. Das Gehaltsniveau ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen.

Führungskräfte steigen im Gehalt bis zum Lebensalter von 60 Jahren – also fast ihr gesamtes Berufsleben hindurch. Ab dem Alter von 50 allerdings nicht mehr ganz so stark. Das Durchschnittsgehalt liegt für leitende Angestellte bei 107.724 Euro brutto im Jahr. Im Vergleich zu 2016 hat sich ihr Einkommen um 2 Prozent erhöht.

Die Gender Pay Gap während der Karriere

In unserer „Gehaltsbiografie 2017“ können wir feststellen, wie sich die Gehälter im Laufe des Berufslebens unterscheiden – auch im Speziellen zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten. Es zeigt sich, dass die Entgeltlücke bereits zum Berufseinstieg vorhanden ist und sich im Laufe der Zeit vergrößert.

Bei Fachkräften verdienen Frauen konstant unter dem Durchschnittsgehalt von 45.889 Euro, ab dem 35. Lebensjahr kann der Lohn sogar stagnieren. Dies begründet sich oft mit beruflichen Unterbrechungen – zum Beispiel für die Familienplanung. Oft kommen Frauen nach dem Mutterschutz und/oder der Elternzeit nicht mehr auf ihre bisherige Gehaltshöhe. Männliche Fachkräfte vergrößern in der Zeit ihren finanziellen Vorsprung. Die Lücke wird also größer. Männer erhalten zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr nur geringe Gehaltserhöhungen. Insgesamt liegt ihr Gehalt konstant über dem Schnitt.

Im Vergleich dazu ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen noch größer. Ihr maximales Gehalt erhalten Frauen im Alter von 50 Jahren, es liegt in einer Höhe von 90.800 Euro brutto jährlich. Das Einkommen männlicher Abteilungsleiter steigt später, mit 55 Jahren, noch auf durchschnittlich 131.000 Euro jährlich.

Ausbildungshintergrund: Je höher der Abschluss, desto mehr Gehalt?

Beschäftigte, die keinen akademischen Abschluss vorweisen können, verdienen im Laufe ihres Berufslebens weniger als der Durchschnitt von 45.889 Euro brutto liegt.

Wenn Fachkräfte einen akademischen Abschluss vorweisen können, verdienen sie nach rund 5 Jahren im Beruf überdurchschnittlich. Ein Bachelorabschluss schlägt für Fachkräfte mit rund 65.000 Euro im Jahr zu Buche, ein Masterabschluss liegt mit 75.000 Euro noch mal darüber.

Obwohl ein Mastertitel einen späteren Berufseinstieg zur Folge hat, haben Führungskräfte mit diesem akademischen Abschluss in ihrer Karriere die besten Gehaltsaussichten. Der Lohnunterschied zwischen Führungskräften mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und denen mit einer Weiterbildungsqualifikation zum Meister oder Fachwirt ist nur sehr gering.

Nicht jeder Akademiker verdient überdurchschnittlich viel

Insgesamt können wir aber auch feststellen, dass es Differenzen zwischen verschiedenen Studiengängen gibt. Wir haben exemplarisch Beschäftigte mit Abschlüssen in Ingenieurs-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften miteinander verglichen.

Es zeigt sich, dass Fachkräfte mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss erst ab 40 Jahren mit einem Gehalt in leicht überdurchschnittlicher Höhe rechnen können, während Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler bereits zum Berufseinstieg überdurchschnittlich verdienen.

Das gleiche Bild zeigt sich auch bei Führungskräften: Abteilungsleiter mit einem ingenieurs- oder wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss verdienen spätestens mit 40 Jahren ein Gehalt in sechsstelliger Höhe. Geisteswissenschaftler verdienen auch in Führungspositionen weniger als der Schnitt. Erst ab dem 60. Lebensjahr haben sie ein Einkommen um die 100.000 Euro brutto im Jahr.

Akademiker erhalten erst mit 31 ein höheres Gehalt als Beschäftigte ohne Studium

Das Lebenseinkommen von Akademikern überholt erst mit 31 Jahren das Gehalt von Beschäftigten, die über eine Berufsausbildung verfügen. Wenn Beschäftigte studieren, macht sich die Qualifikation erst später auf dem Gehaltskonto bemerkbar. Die Freude der Auszubildenden, früher als Akademiker ihr eigenes Gehalt zu verdienen, hört also spätestens mit 31 Jahren auf.

Praktische Erfahrungen, wie beispielsweise der Umgang mit Kunden, sind in einigen Berufsfeldern wichtiger als in anderen. Das bedeutet, dass Akademiker zum Teil etwas mehr Berufserfahrung sammeln müssen, ehe sie mehr verdienen als ihre Kollegen mit Berufsausbildung. Zu diesen Berufen gehören zum Beispiel der Vertrieb sowie der IT-Bereich.

Firmengröße: Welche Unternehmensgröße lohnt sich?

Der Parameter der Firmengröße hat einen wichtigen Einfluss darauf, wie sich das Gehalt von Beschäftigten im Laufe der Karriere verändert. Bereits ab einer Firmengröße von 501 Mitarbeitern können Fach- und Führungskräfte überdurchschnittliche Gehälter erhalten.

Fachkräfte, die mit 20 Jahren in Großkonzernen (über 20.000 Mitarbeiter) einsteigen, verdienen bereits 59 Prozent mehr als Fachkräfte im gleichen Alter in Kleinstunternehmen (<5 Mitarbeiter). Laut Auswertung fallen Betriebe mit weniger als 5 Mitarbeitern in die Kategorie „Kleinstunternehmen“. Doch es müssen keine Großkonzerne sein: Schon in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verdienen Fachkräfte mehr als doppelt so viel als in kleinen Betrieben.

Bereits ab einer Firmengröße von mehr als 500 Mitarbeitern können Führungskräfte mit einem überdurchschnittlichen Gehalt rechnen. Den größten Gehaltsanstieg zwischen Berufseinstieg und 60. Lebensjahr erleben sie vor allem in Unternehmen, die zwischen 5.000 und 20.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Unterschiedliche Gehaltserhöhungen nach Branche

Die Branchen mit dem höchsten Einkommen für Fach- und Führungskräfte haben wir bereits Anfang des Jahres in unserem Branchenranking festgehalten.

Allerdings sind die Topbranchen nicht zwangsläufig auch die Wirtschaftszweige, in denen Beschäftigte im Laufe ihrer Karriere die höchste Gehaltsentwicklung erleben: Fachkräfte erfahren die größte Gehaltssteigerung in der Pharmabranche, Führungskräfte dagegen in Banken.

Im Einzelhandel, Hotel/Gaststätten sowie in sozialen Einrichtungen und dem Handwerk erhalten sowohl Fach- als auch Führungskräfte die geringsten Gehaltssteigerungen innerhalb ihres Berufslebens.

Unsere Datenbasis: Die Geschlechts- und Altersverteilung

Insgesamt besteht unsere Datenbasis bei dieser Studie aus 217.867 Gehaltsdaten. Die Daten setzen sich zusammen aus 60 Prozent männlichen und 40 Prozent weiblichen Beschäftigten. Bei den weiblichen Arbeitnehmern sind insgesamt 2,7 Prozent in einer Führungsposition, bei den männlichen Kollegen sind es dagegen immerhin schon 10,6 Prozent.

Die Mehrheit der Beschäftigten fällt in das Alterssegment von 30-49 Jahren. Das Durchschnittsalter der Männer liegt bei 38 Jahren, das der Frauen bei 39 Jahren.

Die gesamte Gehaltsbiografie 2017 können Sie hier kostenlos herunterladen.

 

Weiterführende Information

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