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So meistern Sie das zeitversetzte Webinterview

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Kategorie: Berufe & Gehälter
11.07.2017
©GEHALT.de

Wer sich im Bewerbungsprozess befindet, ist verschiedenen Einstellungsverfahren mehr oder weniger ausgesetzt. Telefoninterview, Assessment-Center oder Probearbeitstage. Immer mehr Unternehmen sind auch neueren Technologien gegenüber nicht abgeneigt – dazu gehört auch das zeitversetzte Webinterview. Doch was genau ist das Webinterview und was müssen Bewerber dabei beachten? Wir geben Tipps.

Erhalten Bewerber eine Einladung zu einem Webinterview, können sie sich freuen – immerhin sind sie ihrem Wunschjob schon einen Schritt näher. Ähnlich wie das Telefoninterview ist das Webinterview dem persönlichen Vorstellungsgespräch vorgeschaltet. Es dient dem HR-Manager dazu, aus einem breiten Bewerberkreis vorzuselektieren.

Hier sitzt der Bewerber vor seinem Computer, spricht in seine Webcam und beantwortet die ihm gestellten Fragen. Wichtig sind hierbei also nicht nur Formulierungen und Ausdruck, sondern auch die Präsenz vor der Kamera. Dies geschieht aber nicht live, sondern zeitversetzt. Der Personaler schaut sich das Video erst zu einem späteren Zeitpunkt an, der Bewerber erhält kein direktes Feedback auf seine Antworten.

 

So läuft das Webinterview ab

In der Regel erhalten Sie eine kleine Einführung, bevor Sie das Interview wirklich starten. Außerdem wird die Technik überprüft: Zu Beginn wird Kamera und Ton getestet. Wer sich also nicht sicher ist, ob seine Technik (noch) funktioniert, bekommt hier eine klare Rückmeldung. Kandidaten können eine Tonspur aufnehmen und sich diese direkt danach anhören. Damit können sie Störgeräusche herausfinden und minimieren. Auch wird einem hierbei die eigene Lautstärke bewusst. Wenn das im Laptop installierte Mikrofon zu leise ist, können Sie auch ein externes Mikrofon oder ein Headset verwenden.

Die Technik funktioniert, doch bevor es richtig losgeht, gibt es meistens einen Testdurchlauf. Hierbei können sich Kandidaten bereits auf die nachfolgende Situation einstellen und das Sprechen vor der Webcam trainieren. Es werden nacheinander drei bis sechs Testfragen gestellt. Der Kandidat hat rund 30 Sekunden Zeit, sich die Frage durchzulesen und eine Antwort zu formulieren, dann startet die Aufnahme. Je nach Frage dauert der Zeitslot für die Antwort ungefähr zwei Minuten, er kann aber auch vorzeitig beendet werden. So läuft auch das tatsächliche Interview ab.

Bei den Fragen handelt es sich größtenteils um gängige Standardfragen wie beispielsweise:

  • Wieso sind Sie der/die Richtige/r für die Position?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Was sind Ihre Stärken?
  • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?
  • Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?

Die Testaufnahmen werden nicht an den Personaler weitergeleitet, Kandidaten können sich ihre Videos direkt im Anschluss anschauen. Ein letztes Mal checken – wie ist der Ton? Bin ich gut im Bild? Schaue ich in die Kamera oder woandershin? In vielen Fällen können Kandidaten diesen Test mehrmals wiederholen. Es handelt sich hierbei aber selten um die tatsächlichen Fragen, sondern soll den Kandidaten nur einstimmen. Das eigentliche Webinterview können Sie in der Regel nicht noch einmal von vorne beginnen oder unterbrechen.

 

Der Bewerber wählt den Zeitpunkt

Bei der Wahl des Zeitpunktes sind die Bewerber in der Regel recht flexibel. Sie erhalten mit der Einladung ein Abgabefenster von beispielsweise einer Woche – in der Zeit müssen sie das Interview durchgeführt haben. Das ist vorteilhaft, denn so kommen Bewerber nicht in die Verlegenheit, andere Termine zu verschieben oder abzusagen. Sie können sich also aussuchen, wann es ihnen am besten passt – zum Beispiel an einem Sonntagnachmittag. Ein Zeitpunkt, an dem sonst kein Vorstellungsgespräch stattfinden würde.

 

Die Räumlichkeiten sind entscheidend

Auch bei der Wahl des Ortes sind Bewerber flexibel, sollten hierbei allerdings einige Aspekte beachten. Ideal ist natürlich ein Ort, an dem sie entspannt und ungestört ein solches Interview führen können. Das geht in den eigenen vier Wänden am besten. Der Partner, Mitbewohner, Kinder oder Haustiere sollten sich nicht im gleichen Raum befinden. Musik oder Hintergrundgeräusche vom Fernseher sind tabu. Das Telefon sollte lautlos gestellt sein. Am besten setzen Sie sich an einen Tisch. Das hat den Vorteil, dass Sie hierbei konzentrierter sind als liegend auf dem Sofa.

Außerdem dürfen Sie nicht vergessen: Die Webcam ist eingeschaltet!
Daraus ergeben sich ganz neue zusätzliche Bedingungen.

 

Achtung: Kamera läuft

Achten Sie darauf, dass Sie einen Ort wählen, an dem Sie frontal in die Kamera schauen können. Auch aus diesem Grund bietet sich der Platz an einem Tisch an. Sollten Sie einen Laptop mit integrierter Webcam verwenden, müssen Sie das Notebook entsprechend erhöhen, um eine ideale Kameraperspektive zu erhalten. Nicht zu nah, aber auch nicht zu weit weg. Die optimale Ansicht reicht von über den Haaren bis zu den Schultern.

Lichtverhältnisse sind bei Webcaminterviews sehr wichtig. Wenn Sie die Möglichkeit haben, das Interview bei Tageslicht durchzuführen, nehmen Sie diese wahr. Den Schreibtisch vor das Fenster zu schieben, ist oftmals einfacher, als sich in mühevoller Kleinarbeit perfekt auszuleuchten. Wenn doch, achten Sie darauf, dass Sie den Hintergrund möglichst gut und hell ausleuchten.

Genauso wichtig wie die Beleuchtung ist der Hintergrund. Unaufgeräumte Zimmer, eine dreckige Küchenzeile – das gilt es dringend zu vermeiden. Wir empfehlen eine neutrale Wand oder ein Bücherregal.

Auch der Bewerber selbst sollte auf ein ordentliches Erscheinungsbild achten. Gekämmte Haare, ein angemessenes Outfit. Ob es immer das Jackett oder der Blazer sein muss, hängt insbesondere vom Unternehmen ab. Wer sich unsicher ist, sollte sich wie zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch kleiden.

 

Die Technik ist das A und O

Unerlässlich für ein gelungenes Webinterview ist eine einwandfreie Technik. Vor dem Beginn des Interviews, sollten Bewerber die Stabilität ihrer Internetverbindung überprüfen sowie Webcam und Mikrofon testen. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Personaler am Ende auch ein vernünftiges Video auf seinem Computer erhält. Einen zweiten Versuch gibt es sicher nicht. Die Technik können Sie spätestens im vorgeschalteten Testdurchlauf überprüfen.

 

Vorbereitung und eigene Notizen

Bewerber können sich auf ein Webinterview genauso vorbereiten wie auf ein gewöhnliches Vorstellungsgespräch. Mit dem Vorteil, dass „Spicken“ hier tatsächlich möglich ist. Zwischen der Fragestellung und dem Start der Aufnahme haben Bewerber einige Sekunden Zeit, sich vorzubereiten. Ein Blick auf die eigenen Notizen ist hier also allemal drin. Dennoch ist es natürlich besser und entspannter, wenn Sie als Kandidat das Wichtigste zum Job und zum Unternehmen im Kopf haben. Obwohl Sie selbst am Computer sitzen, sollten Sie zum Zeitpunkt des Interviews besser nicht googeln.

 

Sprechen in die Kamera steigert die Anspannung

Eine gewisse Anspannung vor einem Vorstellungsgespräch ist normal und das Adrenalin hilft Ihnen dabei, dass Sie sich besser konzentrieren können. Wer ein Webinterview zum ersten Mal durchführt, wird auch hier etwas aufgeregt sein. Kein direktes Feedback und vor allem das unpersönliche Sprechen vor der Kamera unterstützen das sowieso schon mulmige Gefühl. Wer schon einige Jahre Berufserfahrung hinter sich gebracht hat oder geübt ist, vor der Kamera zu sprechen, wir hier sicher weniger Hemmungen haben.

Ein gutes Selbstbewusstsein und vielleicht auch selbstgedrehte Videos helfen dabei, das Gespräch leicht zu wuppen. Für alle anderen gilt: üben, üben, üben. Zum Beispiel beim Skypegespräch mit Freunden.

Natürlich gibt es auch immer noch die Möglichkeit, die Konfrontation mit dem Personaler zu suchen: Eine Frage nach anderen Auswahlverfahren ist möglich, die Gefahr eine Absage zu erhalten, damit aber entsprechend hoch.

 

Fazit

Webinterviews sind eine neue Methode, denen viele Personalabteilungen offen gegenüber eingestellt sind. Für das Unternehmen bringen Webinterviews einen entscheidenden Vorteil mit – sie sparen Ressourcen und erhalten mit den eingegangen Videos eine sehr viel bessere Vergleichbarkeit der Kandidaten.

Für den Kandidaten bringt diese Methode bis auf eine zeitliche Flexibilität wenig Vorteile. In einem solchen Interview kann kein persönliches Verhältnis aufgebaut werden, es existiert keinerlei Feedback. Das ist schade und steigert die Anspannung des Bewerbers – nicht selten wirkt sich ein freundliches Lächeln des Personalers gegenüber doch als entspannend aus. Ein gleichberechtigtes Gespräch, bei dem sich nicht nur der Bewerber vorstellt, sondern eben auch das Unternehmen bei dem Bewerber findet so nicht statt. Offene Fragen zur Position, zum Unternehmen oder zu einer gestellten Frage bleiben leider ungeklärt.

Wer auf dem Weg zum Traumjob jedoch eine Einladung zum Webinterview erhält und diese wahrnehmen will, der sollte beachten:

  • Ungestörter Ort mit ausreichend Licht und einem neutralen Hintergrund
  • Funktionierende Technik und Ausrichtung (Internetverbindung, Mikrofon, Webcam)
  • Eine adäquate Kleidung
  • Ausreichende Vorbereitung, Notizen zur Hand
  • In die Kamera schauen, selbstbewusst auftreten

 

Weiterführende Informationen

Tipps für das Telefoninterview

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