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Top-Gehälter für Frauen in MINT-Berufen

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
16.10.2018
Frauen in MINT-Berufen

 „Mädchen haben keine Ahnung von Technik und Naturwissenschaften!“ Natürlich ist dieses Geschlechterklischee Unsinn. Und trotzdem sind in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) immer noch hauptsächlich Männer vertreten. Der Anteil von Frauen ist im vergangenen Jahr zwar stärker gewachsen, jedoch mit 15 Prozent immer noch verhältnismäßig gering – obwohl Arbeitnehmerinnen in diesem Bereich lukrative Gehälter erwarten, wie unsere aktuelle Auswertung belegt.

Wir haben 5.525 Datensätze analysiert und die Top-Gehälter für Frauen aus dem naturwissenschaftlichen sowie technischen Umfeld ermittelt. Zusätzlich haben wir sie mit den Gehältern der männlichen Beschäftigten verglichen und die Entgeltlücke berechnet. Bei den folgenden Gehaltsangaben handelt es sich um den Median der Jahresbruttogehälter, die auch Boni berücksichtigen.

Die Top-Gehälter für Frauen aus dem MINT-Bereich

Der – laut Analyse – am höchsten bezahlte Beruf für Frauen mit naturwissenschaftlichem oder technischem Hintergrund ist in der IT-Projektleitung. Hier liegt das Bruttojahresgehalt bei rund 63.800 Euro. Die männlichen Kollegen beziehen mit jährlich knapp 75.400 Euro jedoch 18 Prozent mehr Gehalt.

Die IT-Beraterinnen folgen auf dem zweiten Platz mit einem Einkommen von ungefähr 60.800 Euro. Männer beziehen knapp 65.600 Euro in diesem Bereich. Auch hier ist der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten mit einer Entgeltlücke von circa acht Prozent recht deutlich.

Der technische und naturwissenschaftliche Bereich wird immer noch stark von Männern dominiert. Aufgrund der niedrigen Frauenquote gibt es aber mittlerweile zahlreiche Fördermöglichkeiten, Programme und Projekte für mehr weibliche Beschäftigte in MINT-Berufen.“ Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Frauen in der Forschung beziehen ebenfalls lukrative Gehälter: Im medizinischen Bereich erhalten sie 59.500 Euro und im technischen Segment kommen sie auf 56.500 Euro. Doch auch hier verdienen Männer mit Jahresgehältern zwischen 68.000 Euro und 68.900 Euro deutlich mehr.

Große Gehaltsunterschiede bei Vertriebsingenieuren

Die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern ist unter den Vertriebsingenieuren am größten. Während männliche Beschäftigte rund 75.700 Euro verdienen, erhalten Frauen jährlich 60.800 Euro. Der Gender Pay Gap beträgt somit 24,5 Prozent und ist damit der höchste Wert in unserer Auswertung. Auch als Produktmanagerinnen verdienen Frauen 22,8 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Ihr Jahresgehalt beläuft sich auf rund 60.300 Euro, während Männer mit circa 74.000 Euro im Jahr fast 14.000 Euro mehr beziehen.

Zukunft der MINT-Berufe

Die gute Nachricht für alle, die sich für eine Laufbahn im MINT-Sektor interessieren: Laut eines Berichts der Bundesagentur für Arbeit ist die Sirtuation für Beschäftigte auf dem Arbeitsmarkt sehr positiv.

Der Bedarf an Fach- und Führungskräften im MINT-Bereich ist groß, daher stellen die Gehaltshöhe und die Jobsuche meist keine Probleme dar.“ Philip Bierbach, Geschäftsführer von GEHALT.de. 

Berufe aus den MINT-Fachrichtungen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zählen somit zu den lukrativsten und begehrtesten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und laut des Berichts entwickelt sich die Situation für MINT-Fachleute weiterhin positiv: Die Arbeitslosigkeit ist gering und die Nachfrage nach ausgebildetem Personal steigt zusehends. Dies gilt nicht nur für Akademikerinnen und Akademiker, sondern auch für Beschäftigte in Ausbildungsberufen.

Politische Maßnahmen

Trotz der guten Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt verschlägt es wenige Frauen in diesen Bereich. Daher ergreift auch die Politik Maßnahmen, um die Frauenquote in diesen Bereichen zu heben und mehr Schülerinnen dafür zu begeistern.

Beispielsweise wurde der Girls‘ Day eingeführt. An diesem Tag öffnen deutsche Unternehmen und Hochschulen ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen haben dann die Möglichkeit, Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen zu lernen. Anlässlich dieser Veranstaltung ermutigte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel junge Mädchen dazu, offen an die Berufswahl heranzugehen und ihr Interesse an naturwissenschaftlichen oder technischen Themen nicht von Vorurteilen dämpfen zu lassen.

Seit Januar 2016 soll außerdem eine vorgeschriebene Quote helfen, generell den Frauenanteil in Top-Positionen zu erhöhen. Seitdem gibt es eine feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen. 

Doch selbst wenn sich der Frauenanteil erhöht, erhalten Frauen und Männer bei gleicher Leistung immer noch unterschiedliche Gehälter. Im Jahr 2017 betrug die bereinigte Entgeltlücke laut Compensation Partner 5,2 Prozent. Es bleibt abzuwarten, ob die getroffenen Maßnahmen in Zukunft die erhoffte Wirkung zeigen werden.

Beruf Median Mittelwert Differenz Entgeltlücke in %
IT-Projektleiter/-in        
weiblich 63.842 € 64.544 € 11.602 € 18,2
männlich 75.444 € 78.748 €    
IT-Berater/-in        
weiblich 60.786 € 63.422 € 4.810 € 7,9
männlich 65.596 € 72.094 €    
Vertriebsingenieur/-in        
weiblich 60.768 € 63.537 € 14.909 € 24,5
männlich 75.677 € 79.440 €    
Regulatory-Affairs-Manager/-in        
weiblich 60.541 € 65.924 € 5.357 € 8,9
männlich 65.898 € 76.536 €    
Produktmanager/-in        
weiblich 60.276 € 65.062 € 13.711 € 22,8
männlich 73.987 € 75.943 €    
Beschäftigte in der medizinischen Forschung        
weiblich 59.467 € 64.144 € 8.582 € 14,4
männlich 68.049 € 73.162 €    
Test- und Versuchsingenieur/-in        
weiblich 58.496 € 60.216 € 2.808 € 4,8
männlich 61.304 € 63.607 €    
Beschäftigte in technischer Forschung & Entwicklung        
weiblich 56.505 € 61.450 € 12.443 € 22
männlich 68.948 € 72.412 €    

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So lesen Sie die Daten

So lesen Sie die Daten

Der Median beschreibt die Mitte aller Daten: 50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter. Q1 (1. Quartil) bedeutet, 25 Prozent der Gehälter liegen unter diesem Wert, Q3 (3.Quartil) bedeutet, 25 Prozent der Gehälter liegen über diesem Wert.

Es ist wichtig zu beachten, dass es sich in dieser Auswertung um die unbereinigte Entgeltlücke basierend auf dem uns zur Verfügung stehenden Datensatz handelt. Das heißt, dass wichtige Parameter wie Berufserfahrung, Firmengröße, Branche und der Bildungshintergrund nicht in die Auswertung miteinfließen. Der unbereinigte Wert vergleicht die männlichen und weiblichen Beschäftigten in ihrer Gesamtheit miteinander.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Bundesregierung.de, Compensation Partner

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