News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Trendberufe 2018: Jobs, die den Zeitgeist treffen

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Berufe & Gehälter
29.12.2017
©GEHALT.de

Wieder geht ein Jahr zu Ende und wir möchten einen Blick in die Glaskugel werfen: Welche Branchen und Berufe erleben nach dem Jahreswechsel einen Durchbruch oder vielleicht sogar ein Comeback? Wir stellen Ihnen fünf Jobs vor, die im neuen Jahr zu den Trendberufen zählen.

  • Der Natur zur Liebe: Der Umwelttechniker
  • Aus alt mach‘ neu: Der Hörakustiker
  • E-Commerce auf dem Vormarsch: Der Category Manager
  • Bauplanung auf neuem Niveau: Der BIM-Manager
  • Die Revolution in der Luft mitgestalten: Der Drohnen-Pilot

Der Natur zur Liebe: Der Umwelttechniker

Lassen wir das letzte Jahr einmal Revue passieren, reihen sich neben erfreulichen Bildern prominenter Hochzeiten oder Sportevents leider auch die von verschmutzen Gewässern und Smog über Großstädten mit ein. Zahlreiche Umweltkatastrophen unterstreichen jedes Jahr wieder die große Relevanz des Umweltschutzes. Und wer seine Scheuklappen das ein oder andere Mal bei Seite schiebt, weiß, dass dieser zukünftig für den Menschen immer wichtiger wird. So sind Experten in diesem Bereich im nächsten Jahr von großer Bedeutung für den Arbeitsmarkt – wie beispielsweise die Umwelttechniker.

Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker, die sich auf Umweltschutz spezialisiert haben, führen entsprechende Maßnahmen, Messungen und Analysen durch. Zudem sind sie in der umwelttechnischen Beratung tätig. „An Fachschulen gibt es eine landesrechtlich geregelte berufliche Weiterbildung, die Vollzeit zwei Jahre und  in Teilzeit drei bis vier Jahre dauert. Am Ende steht dann eine staatliche Abschlussprüfung“, erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von GEHALT.de. Das Gehalt eines Umwelttechnikers beträgt im Durchschnitt 50.213 Euro im Jahr.

Aus alt mach‘ neu: Der Hörakustiker

Der Beruf des Hörakustikers ist keineswegs neu, aber aktuell sehr wichtig. "Da die deutsche Bevölkerung immer älter wird, sind besonders Berufsgruppen maßgeblich, die sich der gesundheitlichen Versorgung der älteren Generation verschrieben haben – wie beispielsweise die Hörakustiker“, so Bierbach. Ein Hörakustiker ist ein Handwerker, der Hörtests durchführt, Hörgeräte anfertigt, individuell anpasst und wartet. 

Und auch im Bereich der Medizintechnik sind neue Technologien auf dem Vormarsch. Durch diese ist es mittlerweile möglich, das eigene Gehör mithilfe einer App zu steuern und selbst in lärmender Umgebung Mobilgespräche ohne Probleme wahrzunehmen. Bereits im Juli 2016 stellte der Hörgeräte-Hersteller GN ReSound beim IFA-Media Briefing Berliner Congress Center bcc seine Entwicklungen vor. So wird auch das Tätigkeitsfeld des Hörakustikers erweitert. Denn die Aufgabe des Hörakustikers ist es, die Produkte sachkundig an die Bedürfnisse der jeweiligen Träger anzupassen. Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, in dem der Beschäftigte durchschnittlich 34.024 Euro im Jahr verdient.

Trendberufe Q1 Median Mittelwert Q3
Umwelttechniker 38.136 € 44.799 € 50.213 € 58.219 €
Hörakustiker 25.095 € 29.726 € 34.024 € 40.470 €
Category Manager 41.261 € 52.865 € 60.255 € 72.801 €
Maschinenbauingenieur    51.247€ 60.328€ 67.718 € 75.027 €
BIM-Manager 42.627 € 50.916 € 50.937 € 59.268 €

E-Commerce auf dem Vormarsch: Der Category Manager

2017 startete der Online-Großhändler Amazon seinen Versandhandel für Lebensmittel in Deutschland: „Amazon Fresh.“ Kunden wird es durch diesen Service ermöglicht Milch, Eier oder Gemüse bequem in die eigenen vier Wände liefern zu lassen. Die Vorteile für den Konsumenten liegen auf der Hand: ein stressfreies Einkaufen – ganz ohne lange Schlangen an der Supermarktkasse oder Gedrängel vor dem Kühlregal. Vor allem für berufstätige Eltern mit einem straffen Zeitplan oder Rentner, die nicht mehr gut zu Fuß sind, kommt das Angebot wie gerufen. Und Landbewohner können damit Zeit und Fahrtkosten sparen.

Zudem entwickelt sich der gesamte Bereich des E-Commerce weiterhin stark: Laut der Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015-2019" vom Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco und Arthur D. Little wird die Branche bis 2019 durchschnittlich um 13 Prozent pro Jahr wachsen. Das wirkt sich natürlich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Bei den Herstellern steigt nach Einschätzungen des Staufenbiel Instituts die Nachfrage für das Warengruppenmanagement. Dazu zählt unter anderem der Category Manager.

Diese Berufsgruppe ist zuständig für die strategischen Einkäufe und die Auswahl sowie die Preisgestaltung der Produkte eines Online-Shops. Außerdem analysieren und planen Category Manager Sortimente und sind immer den neuesten Trends auf der Spur. Auch das Verhandeln mit Lieferanten zur Preisgestaltung und -kalkulation liegt in ihrer Zuständigkeit. Ein gutes Zahlenverständnis ist dabei eine wichtige Grundvoraussetzung. „Wer ein BWL-Studium absolviert oder Erfahrungen in der Marktforschung oder in der Unternehmensberatung hat, bringt schon einmal gute Voraussetzungen für diesen Bereich mit“, so Bierbach. Das jährliche Einkommen eines Category Managers liegt bei 60.255 Euro.

Bauplanung auf einem neuen Niveau: Der BIM-Manager

In Zeiten intelligenter Heizungssteuerungen und virtuellen Computermodellen durchläuft auch die Immobilienbranche einen Wandel – der Begriff „Building Information Modeling“, kurz BIM, spielt dabei eine große Rolle. Mithilfe von BIM kann der Architekt oder Fachplaner Änderungen an einem digitalem Modell vornehmen, die sofort für alle Beteiligten abrufbar sind. Werden beispielsweise Türen ausgetauscht, passen sich Änderungen von Kosten oder Liefer- und Einbauzeiten automatisch an. So werden neue Gebäude geplant, bewirtschaftet und optimiert. Und für dieses Tätigkeitsfeld ergibt sich die neue und zentrale Rolle des BIM-Managers. In seinem Verantwortungsbereich liegen die Steuerung, Kontrolle und Koordination des Informationsflusses – somit bedient er eine wichtige Schnittstelle.

Zudem sorgt er dafür, dass die vereinbarten BIM-Vorgaben eingehalten und die Vorschriften bezüglich Datensicherheit und -qualität gewährleistet werden. Der BIM-Manager ist die Kontrollinstanz und für die Qualität und Konformität der hochkomplexen Planungsdaten verantwortlich. Hochkomplex vor allem, weil sich beispielsweise durch Applikationen aus dem Smart Home-Bereich neue Standards an die Bauplanung etablieren. „Durch die Nähe zu den Gebäudedaten besteht besonders für Architekten in diesem Berufs- beziehungsweise Aufgabenfeld eine große Chance“, erläutert Bierbach weiter. Ein BIM-Manager verdient im Jahr circa 50.937 Euro.

Die Revolution in der Luft mitgestalten: Der Drohnen-Pilot

Wer mit Drohnen nur Geheimdienste und Spionage assoziiert, ist auf „gut Deutsch gesagt“ von vorgestern. Denn mittlerweile kommen die kleinen Helfer in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz: Ob sie Pakete zustellen, Wetterdaten liefern oder dabei helfen, wissenschaftliche Daten zu ermitteln – sie übernehmen immer mehr Aufgaben und werden zukünftig in vielen Branchen eine große Rolle spielen.

Wie fast jede Maschine benötigt allerdings auch die Drohne eine Person, die sie bedient. So eröffnet sich wiederrum ein weiteres Tätigkeitsfeld und damit ein neuer Beruf auf dem Arbeitsmarkt: Der Drohnen-Pilot. Dieser übernimmt die Verantwortung für die Planung und Koordinierung des Flugbetriebs. Als Maschinenbauingenieur kann er oder sie bereits ein Verständnis für die Technologie und das Design aufbauen. Danach können bestimmte Weiterbildungsprogramme dabei helfen, sich auf die UAV-Steuerung, also die Navigation eines unbemannten Luftfahrzeugs, zu spezialisieren. In manchen Fällen können sich Absolventen eines Maschinenbaustudiums auch direkt als Konstrukteur bewerben. Vor allem im Bereich der Drohnenliefertechnologie werden sich durch den Service verschiedener Anbieter in der Zukunft neue und vielversprechende Perspektiven für Arbeitnehmer ergeben. Das jährliche Gehalt eines Maschinenbauingenieurs liegt bei 67.718 Euro.

Ausblick auf das Jahr 2018

„Im Zuge der Digitalisierung und neuer Technologien werden sich immer neue Berufsbilder entwickeln und alte wiederrum verschwinden“, so Bierbach. In den Niederlanden wurde jetzt schon eine Brücke mithilfe eines 3D-Druckers gebaut und eine israelische Firma will ein Gerät entwickelt haben, das jede beliebige Speise innerhalb von dreißig Sekunden herstellt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der IT-Branche, in der sich durch den Einfluss von Robotik und Virtual Reality ganz neue Segmente entwickeln. Es bleibt also spannend ...

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht
Wir verwenden Cookies, damit Sie den besten Service genießen können. Details ansehen