Karriere - Ratgeber und Lexikon

Mindestlohn – und was ist mit den Selbstständigen?

Über den Mindestlohn von 8,50 Euro wird viel diskutiert. Doch, was ist mit den Selbstständigen? Viele Chefs verdienen pro Stunde keine 8,50 Euro und werden bei der Debatte um den Mindestlohn nicht berücksichtigt.

Unternehmer werden oftmals als reiche Mitbürger angesehen, die viel Geld verdienen. Aber ganz so rosig sieht es zumindest für rund ein Drittel der Selbstständigen in Deutschland nicht aus. Laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verdienen von den 4,4 Millionen Selbstständigen etwa 1,1 Millionen weniger als 8,50 Euro pro Stunde.



Unternehmer sein heißt nicht unbedingt hohes Einkommen

Die meisten Unternehmer, die weniger als 8,50 Euro verdienen, beschäftigen keine Mitarbeiter. Jedoch befinden sich unter den schlecht verdienenden Selbstständigen rund 330 000, die Arbeitnehmer beschäftigen. In Zukunft werden diese Unternehmer weniger verdienen, als ihre Angestellten. Ist das gerecht und ist das umsetzbar? Wahrscheinlicher ist, dass diese Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren, da der Chef die 8,50 Euro nicht bezahlen kann. Fraglich ist in dem Fall, ob der Unternehmer dieselbe Leistung erbringen kann, wenn er auf Mitarbeiter verzichten muss. Die Forderung von Horst Seehofer, Praktikanten, Saisonarbeiter und Renter aus dem Mindestlohn herauszunehmen, könnte für die schlecht verdienenden Selbstständigen gut sein. Allerdings kann beispielsweise ein Friseur nicht durch eine Arbeitskraft ersetzt werden, die diesen Beruf nicht erlernt hat.

Zieht der Mindestlohn weniger Selbstständige nach sich?

Vielleicht wechseln viele Unternehmer von der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis, denn das ist lohnenswerter. Hier wird er auch dann bezahlt, wenn er krank ist oder Urlaub nimmt. Er muss sich nicht mehr um Kundenakquise kümmern und Überstunden machen und das für weniger als 8,50 Euro. Die Unternehmer, die unter dem Mindestlohn arbeiten und weiterhin selbstständig bleiben und Mitarbeiter beschäftigen möchten, müssen sehr gut rechnen können. Wahrscheinlich bleibt für die Chefs noch weniger übrig als bisher. Da stellt sich die Frage: Wann lohnt es sich noch, Kleinunternehmer oder Freiberufler zu sein? An diese Berufsgruppen hat die Politik scheinbar wenige Gedanken verschwendet.

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