Karriere - Ratgeber und Lexikon

Wer kann keinen Mindestlohn einfordern ?

8,50 Euro für alle? Von dem neuen Mindestlohngesetz profitieren rund vier Millionen Menschen, aber es gibt auch Branchen, in denen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zumindest in den kommenden zwei Jahren weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdienen. Die Bundesregierung hat das Mindestlohngesetz Übergangsfristen und einige Ausnahmen eingebaut. Die wichtigste: In jeder Branche, in der Arbeitgeber und Gewerkschaften allgemein verbindliche Tarifverträge abgeschlossen haben, können den Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Stunde langsamer, was bedeutet, bis zum Januar 2017, einführen. Von dieser Übergangsregelung machen sieben Branchen Gebrauch, hierzu gehören die Fleischindustrie, die Land- und Forstwirtschaft oder die Wach- und Sicherheitsdienste. Allerdings nutzen nicht alle Branchen die Übergangsfrist aus. Beispielsweise bei den Friseuren wird der allgemeine Mindestlohn schon ab August kommenden Jahres eingeführt.

Nach dem Jahr 2017 wird der Mindestlohn zwar für alle Branchen gültig sein, allerdings gibt es auch dann noch Ausnahmen von dem Mindestlohngesetz. Jugendliche unter 18 Jahren, die noch keine Ausbildung absolviert haben, haben generell keinen Anspruch auf einen Mindestlohn. Dies gilt auch, wenn sie ein Praktikum absolvieren. Auch ehemaligen Langzeitarbeitslose muss der Arbeitgeber während der ersten sechs Monate keinen Mindestlohn zahlen.

Möglichkeiten den Mindestlohn zu umgehen

Aber erhalten erhalten auch wirklich alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen den Mindestlohn, der ihnen zusteht? Manche Arbeitgeber versuchen zum Beispiel Pausen- und Arbeitszeiten nicht mehr zu entlohnen. Besonders angestellten Taxifahrern werden Verträge angeboten, bei denen die Wartezeit auf Kunden, nicht zur Arbeitszeit zählen soll. Vor allem bei der Dokumentation der Arbeitszeiten gibt es viele Möglichkeiten zur Manipulation. Und die Bundesregierung hat mit einer Verordnung sogar noch Unterstützung hierfür geleistet. Arbeitgeber von zum Beispiel Paketzustellern, Angestellten der Stadtreinigung oder von Transportunternehmen müssen nicht den Beginn und das Ende, sondern nur die Dauer des Arbeitseinsatzes dokumentieren.

Weiterführende Infos zum Thema:

Welche Berufe profitieren vom neuen Mindestlohngesetz?

Wie Arbeitgeber beim Mindestlohn tricksen

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Wie wird kontrolliert, dass die Unternehmen wirklich den Mindestlohn zahlen?

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