Karriere - Ratgeber und Lexikon

Wer sind die größten Mindestlohn Opfer?

Manche Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben seit dem 01.01.2015 mehr Spaß an der Arbeit, weil sie einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde erhalten. Andere Beschäftigte haben eben wegen diese neuen Gesetzes ihren Arbeitsplatz verloren. Mit einigen Ausnahmen erhalten Beschäftigte seit dem 01.01.2015 einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Allerdings gibt es auch Ausnahmen vom Mindestlohn. Jugendliche und Kinder ohne Berufsabschluss unter 18 Jahren, Auszubildende und ehrenamtlich Tätige erhalten keinen Mindestlohn.

Damit Langzeitarbeitslose besser in den Arbeitsmarkt integriert werden, haben sie während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung keinen Anspruch auf einen Mindestlohn. Für Saisonarbeiter gilt das Mindestentgelt von 8,50 EUR, allerdings sind sie für max. 70 Tage von der Sozialversicherungspflicht befreit. Bei den Zeitungszustellern wird der Mindestlohn nach und nach eingeführt, uneingeschränkt gilt es erst am Januar 2017. Verleger dürfen daher einem Minijobber im ersten Jahr 25 Prozent unter 8,50 EUR pro Stunde zahlen, im zweiten Jahr werden es noch 15 Prozent weniger sein. Von 2017 an gilt dann auch hier der Mindestlohn.

Welche Branchen sind von der Übergangsregelung betroffen?

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro darf bis Ende 2016 die allgemeingültigen Branchenmindestlöhne unterschritten werden. Dieses betrifft die Bereiche Leiharbeit, Land- und Forstwirtschaft, Fleischindustrie sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie, Gartenbau, Friseurhandwerk und die Großwäschereien. Ab dem Jahr 2017 müssen Arbeitgeber auch in diesen Branchen ihren Angestelten mindestens 8,50 Euro zahlen, auch die Lohnuntergrenze durch die Mindestlohn-Kommission inzwischen erhöht wird. Saisonarbeiter, die in der Landwirtschaft tätig sind, erhalten zwar Mindestlohn, die Arbeitgeber können aber die Kosten für Unterkunft und Verpflegung auf den Mindestlohn anrechnen.

Spediteure fühlen sich von dem neuen Gesetz im Stich gelassen. Das Mindestlohngesetz beinhaltet, dass Unternehmen genauestens festhalten, wann die Beschäftigten den Dienst angefangen und beenden und wie lange sie gearbeitet haben. Diese Dokumentationspflicht ist für viele mit sehr viel Arbeit verbunden.

Für die in Polen und Ungarn angestellten Fahrer gilt der Mindestlohn ebenfalls, so lange sie durch Deutschland fahren. Die elektronischen Fahrtenschreiber zeichnen die Fahrtzeiten auf, mit dem tatsächlichen Arbeitsanfang und Ende stimmt die Aufzeichnung in den meisten Fällen aber nicht überein, weil auch Warte- und Ladezeiten und die Fahrzeugpflege zur Arbeitszeit zählen. Diese Zeiten müssten also noch zusätzlich erfasst werden. Die Fahrtenschreiber zeichnen nicht auf, wann ein polnischer Fahrer die deutsche Grenze überquert hat und wie lange er durchs Land gefahren ist. Für die Transitzeit steht dem Fahrer ein Mindestlohn zu. Aus diesem Grund müssen die Fahrer bei jedem Grenzübertritt manuell die Uhrzeiten notieren. Und das bedeutet eine enorme Mehrarbeit.

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