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100.000 Euro im Jahr: Auf dem Weg zum Creative Director

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Kategorie: Berufe & Gehälter
28.06.2016
©GEHALT.de

Wo hört Grafik oder Gestaltung auf und wo fängt Design an? Die Berufsbezeichnungen variieren vielfach und sind stark abhängig vom entsprechenden Arbeitgeber.

Wir haben uns die Karrierestufen und die entsprechenden Gehaltsentwicklungen von Beschäftigten im Berufsfeld Gestaltung/Grafik und Design angeschaut und 997 Gehaltsdaten der letzten 12 Monate analysiert. In unserem Karriereführer zeigen wir Ihnen, welchen Weg ein junger Designer vor sich hat, bis er zum hoch dotierten Creative Director aufsteigt. Bei den Angaben handelt es sich um Bruttojahresgehälter.

Karriereleiter mit Gehältern im Design

 

Berufseinsteiger: Ausbildung oder Studium?

Der Einstieg in das Berufsfeld des Designers kann über unterschiedliche Wege erfolgen: Realschüler und Abiturienten können über eine klassische Berufsausbildung einsteigen. Diese nennt sich beispielsweise „Mediengestalter/-in“ oder „Gestalter/-in für visuelle Medien“. Die Einstiegsgehälter liegen hier bei durchschnittlich 24.549 Euro im Jahr. Im unteren Gehaltssegment verdient der Mediengestalter 21.172 Euro jährlich. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung brauchen Berufseinsteiger erfahrungsgemäß relativ lange, um sich beweisen zu dürfen und die nächst höhere Position zu erreichen. Die Agentur beziehungsweise das Unternehmen spielen hier eine zentrale Rolle. Theoretisch kann ein junger Grafiker diese Zeit auch nutzen, um sich über ein Studium beruflich weiterzubilden und sich weiter zu qualifizieren. Dies wirkt sich definitiv positiv auf sein Gehalt aus. Hat der Designer die Junior Art Director Position erreicht, verdient er rund 28.400 Euro und im obersten Gehaltssegment 32.419 Euro im Jahr.

Also:

  • Design-Ausbildungen haben unterschiedliche Namen
  • Ausbildung und Studium sind möglich
  • Viel Erfahrung ist wichtig

 

Höheres Gehalt nach Designstudium

Die Alternative für Abiturienten ist ein Studium mit der Fachrichtung Grafik, Gestaltung oder Design. Hier gibt es an Universitäten, vermehrt aber an Hochschulen, zahlreiche Studiengänge wie unter anderem „Screen Design“ oder „Mediendesign“. Nach Hochschulabschluss können die Absolventen beispielsweise über ein Trainee-Programm in den Job starten. Diese werden höher vergütet als der Berufseinstieg von Beschäftigten mit einer Ausbildung. Durchschnittlich verdienen Berufseinsteiger 30.270 Euro im Jahr. In der Junior Art Director Position, die mit Studium vergleichsweise schnell erreicht wird, erhalten Designer ein Jahreseinkommen von rund 36.545 Euro. Das untere Gehaltssegment liegt bei 31.000 Euro im Jahr.

Wer mit einer Ausbildung in den Beruf einsteigt, sammelt schneller und mehr Erfahrung. Die gelernten Mediengestalter arbeiten so sehr viel früher an Projekten und Kampagnen mit. Dagegen kennen Gestalter oder Designer mit einem akademischen Hintergrund andere Techniken und erlernen sehr viel differenziertere und komplexere Herangehensweisen. Sie verfügen in der Regel über ein anderes Portfolio und können damit zum Berufseinstieg bei Arbeitgebern punkten.

Fazit:

  • Auszubildende haben mehr Berufserfahrung als Studierte
  • Das Designstudium bringt ein höheres Gehalt
  • Studierte Kreative kennen andere und kompliziertere Techniken

 

Karrierestufen und Gehälter für Designer ohne Studium

  Q1 Durchschnitt Q3
Berufseinsteiger im Design 21.172 € 24.594 € 27.662 €
Junior Art Director 24.058 € 28.400 € 32.419 €
Art Director 26.409 € 31.392 € 35.442 €
Senior Art Director 30.568 € 35.711 € 41.856 €
Creative Director 52.015 € 69.579 € 84.127 €


 

Gehaltsentwicklung bis zum Senior Designer

Nach durchschnittlich drei bis fünf Jahren in der Junior Position – auch das ist wieder von Unternehmen zu Unternehmen und von Agentur zu Agentur verschieden – kann die nächste Sprosse der Karriereleiter betreten werden: der Art Director. In dieser Stufe erhalten Beschäftigte mit einer Ausbildung rund 31.392 Euro jährlich. Studierte Designer liegen in dieser Position dagegen bei einem Jahresgehalt von 39.753 Euro. Hier spielt auch der Anstellungsort eine zentrale Rolle. Große Werbeagenturen bezahlen höhere Gehälter als kleinere. In Unternehmen herrscht wiederum eine ganz andere Vergütungsstruktur.

Nach meistens sechs bis acht Jahren darf sich der Kreative ein „Senior“ vor den Titel geben. Der Senior Art Director hat meistens ein Team unter sich, das er fachlich führt und anleitet. Er verdient ohne Studium durchschnittlich 35.711 Euro. Im oberen Gehaltssegment sind es rund 41.856 Euro jährlich. Mit Studium erhalten Beschäftigte in der Senior Art Director Position 47.822 Euro im Jahr.

Zusammengefasst:

  • Studierte Art Directors verdienen knapp 40.000 Euro
  • Nach sechs bis neun Jahren ist ein Senior-Titel üblich
  • Andere Vergütungsstrukturen in Unternehmen

 

Die finale Sprosse: Creative Director

Mit der finalen Sprosse folgt auf jeden Fall die Personalverantwortung. Obwohl Art Directors bereits ein Team unter sich haben können, leiten sie dieses ausschließlich fachlich. Der Creative Director trägt hingegen disziplinarische Personalverantwortung. Als Führungskraft erhält er ein dementsprechend höheres Gehalt. Creative Directors mit einem akademischen Hintergrund erhalten durchschnittlich ein Jahresgehalt von 78.303 Euro, im oberen Gehaltssegment verdient er sogar knapp 100.000 Euro. Der kreative Leiter, der über eine Ausbildung in den Beruf eingestiegen ist und sich auch nicht über Weiterbildungen weiter qualifiziert hat, erhält hier 69.579 Euro im Jahr. Im oberen Gehaltssegment kommt er auf über 84.000 Euro.

Wichtigste Fakten zum Creative Director:

  • Disziplinarische Personalverantwortung
  • Gehälter von über 100.000 Euro sind möglich
  • Mindestens neun Jahre Berufserfahrung sind die Regel

 

Schwierige Abgrenzung der Aufgabengebiete

Die Grenzen zwischen Design, Gestaltung oder Grafik sind nicht festgesteckt. Grafiker übernehmen Aufgaben in der Gestaltung, Designer können Webseiten gestalten oder als Produktdesigner in der Industrie arbeiten. Schnittpunkte zwischen Gestaltung und der Software-Frontendentwicklung sind ebenso möglich. Die Aufgabengebiete legen Unternehmen, Agenturen und schließlich die Beschäftigten selbst fest.

 

Titel ist nicht gleich Titel

Wie in vielen Berufsfeldern sind die Titel der unterschiedlichen Positionen in der gestalterischen Branche besonders schwer greifbar. Es gibt keine geradlinige Karriere auf dem Weg zum Art oder Creative Director. Dies hängt zum großen Teil vom Arbeitgeber ab: Während Agenturen sehr kleinlich bei der Titelbezeichnung ihrer Beschäftigen arbeiten, kann ein Designer in der Industrie auch nach mehreren Jahren Berufserfahrung noch als ein einfacher „Designer“ ausgewiesen werden. Noch mal anders ist es bei Freelancern, die freiberuflich in Agenturen oder Unternehmen arbeiten und über ihren Titel frei verfügen können. Wichtig für das Gehalt ist eben nicht bloß der Titel, sondern insbesondere die Berufserfahrung und die umgesetzten Projekte.

Allen voran die Projekte und die Mappe mit Arbeitsproben und dem eigenen Portfolio sind es, die im Vorstellungsgespräch für Designer oder Mediengestalter als Verkaufsargument gelten.

Ohne Mappe und relevante Arbeitsproben haben angehende Designer keinerlei Chancen. Ihre bisherigen Arbeiten sind ihr Aushängeschild und ihre Visitenkarte. Für Designer und Art Directors ist es außerdem wichtig, Preise und Awards zu gewinnen. Wer bei national und international wichtigen Verleihungen Preise einholt, wird meistens recht schnell für seine Arbeit belohnt – auch finanziell. Ein Löwe aus Cannes kann beispielsweise Türöffner für viele neue Jobangebote und einen Aufstieg der Karriereleiter bedeuten.

 

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