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In diesen Berufen arbeiten die meisten Quereinsteiger

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Kategorie: Berufe & Gehälter
29.11.2016
©GEHALT.de

Und was willst du später damit machen? Diese Frage hören insbesondere Studenten aus Fächern der Geistes- und Sozialwissenschaften nicht selten. Doch auch andere Studiengänge wie Wirtschaftswissenschaften oder Psychologie haben nicht immer festgeschrieben Berufe. Die Folge davon sind Quereinsteiger in verschiedenen Berufen.

Wir haben uns das Verhältnis von Fachkräften unterschiedlicher Studiengänge in ausgewählten Berufen angeschaut. Neben dem jeweiligen Anteil der Fachrichtungen konnten wir auch einzelne Einkommensunterschiede ermitteln.

Für die meisten Quereinsteiger geht der Weg in die PR

Die häufigsten Quereinsteiger können wir in unserer Studie für Berufe der PR- und Kommunikationsabteilung ausweisen. 31 Prozent der PR-Fachkräfte kommen aus den Geisteswissenschaften; haben also einen Abschluss in Fächern wie Germanistik, Geschichte oder Philosophie. 29 Prozent sind aus den Sozialwissenschaften. Hierzu zählen Studiengänge wie Ethnologie, Soziale Arbeit oder Soziologie. Die drittstärkste Kraft in der PR-Abteilung kommt aus den Wirtschaftswissenschaften: Immerhin 14 Prozent der PRler haben einen Abschluss in Betriebswirtschafts- oder Volkswirtschaftslehre. Insgesamt konnten wir in unserer Auswertung für den Beruf mindestens 13 Fächer feststellen.

Wer den klassischen Weg einschlägt, wählt übrigens nach dem Abitur gezielt Studiengänge wie Public Relations oder Kommunikationswissenschaften.

Hinsichtlich der Gehälter gibt es zwischen den Studienfächern Unterschiede:

  • Geisteswissenschaftler in der PR: 45.694 Euro im Jahr
  • Sozialwissenschaftler in der PR: 50.068 Euro im Jahr
  • Wirtschaftswissenschaftler in der PR: 51.156 Euro im Jahr

Das breite Aufgabenspektrum im Online Marketing begünstigt Quereinsteiger

Das Online Marketing hat sich im letzten Jahrzehnt deutlich vom Berufsfeld des klassischen Marketings abgegrenzt. In der Regel sitzen in Unternehmen Spezialisten für Online- und Offlinekanäle. Insbesondere für das Online Marketing haben wir in unserer aktuellen Auswertung eine hohe Anzahl an Quereinsteigern entdeckt: 33 Prozent der Online Marketing Manager haben einen Abschluss in einem Fach der Wirtschaftswissenschaften. Es folgen Geisteswissenschaften mit einem prozentualen Anteil von 12 Prozent. Sozialwissenschaftler sind mit 11 Prozent vertreten.

Während ein wirtschaftswissenschaftlicher Studiengang mit dem Schwerpunkt Marketing den geradlinigen Einstieg in das Berufsfeld darstellt, gibt es hier zahlreiche Quereinsteiger. In unserer Auswertung konnten wir mindestens 12 verschiedene Studiengänge ermitteln. Insbesondere das breite Aufgabenspektrum im Online Marketing ermöglicht es, dass Beschäftige mit ganz unterschiedlichen Ausbildungshintergründen ihre Kompetenzen einbringen können: Für die Position eines Performance Marketing Managers sind beispielsweise ganz andere Fähigkeiten relevant als für Fachkräfte aus dem Content Marketing – beide können jedoch als Online Marketing Manager arbeiten.

Unterschiede in der Bezahlung gibt es allerdings:

  • Wirtschaftswissenschaftler im Online Marketing: 44.319 Euro jährlich
  • Sozialwissenschaftler im Online Marketing: 41.216 Euro jährlich
  • Geisteswissenschaftler im Online Marketing: 40.293 Euro jährlich

UX-Designer: Ideal für Psychologen, Informatiker und Designer

Im User Experience (UX) Design können wir laut Studie ebenfalls eine relativ große Menge an Quereinsteigern ausweisen. Den höchsten Anteil an UX-Designern mit akademischen Hintergrund machen mit 22 Prozent Informatiker. Es folgen Absolventen verschiedener Designstudiengänge (18 Prozent) sowie studierte Psychologen (15 Prozent). Die Vielfalt dieser drei Studiengänge verdeutlicht die erforderlichen Fähigkeiten für den Beruf des UX-Designers. Neben einem Gespür für Optik und Darstellung (Design) und einer psychologischen Herangehensweise (Psychologie), um eine benutzerfreundliche Oberfläche zu gestalten, ist für UX-Designer ebenso die technische Umsetzung (Informatik) relevant. Wer kein fachspezifisches Studium im UX-Design abschließt, ist mit diesen drei Studiengängen für den Berufswunsch sehr gut beraten.

Für den UX-Designer finden wir eindeutige Unterschiede im jährlichen Durchschnittsgehalt:

  • Informatiker im UX-Design: 56.591 Euro jährlich
  • Psychologen im UX-Design: 49.630 Euro jährlich
  • Designer im UX-Design: 48.540 Euro jährlich

Die größte Vielfalt an Studiengängen gibt es für den Bereich Unternehmensberatung

58 Prozent der Unternehmensberater haben einen Abschluss in einem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. Kompetenzen im betriebswirtschaftlichen Denken oder Kenntnisse im Umgang mit differenzierten Geschäftskonzepten ermöglicht es vielen Wirtschaftswissenschaftlern, andere Unternehmen und Betriebe beratend zu unterstützen.

Da ein Unternehmen jedoch in unterschiedlichen Themenfeldern beraten werden kann, können auch andere Fachspezialisten eine beratende Funktion einnehmen: Laut Studie sind Absolventen aus mindestens 16 verschiedenen Fachrichtungen in einer Unternehmensberatung tätig. So beispielsweise auch Wirtschaftsingenieure, die eine ideale Verknüpfung zwischen betriebswirtschaftlichen Arbeiten und technischem Verständnis mitbringen. In unserer Auswertung können wir innerhalb der Unternehmensberatung 12 Prozent Wirtschaftsingenieure ausfindig machen. 8 Prozent der Beschäftigten haben einen reinen ingenieurswissenschaftlichen Abschluss. Letztere können ein deutlich höheres Gehalt vorweisen.

  • Ingenieure in der Beratung: 82.432 Euro im Jahr
  • Wirtschaftsingenieure in der Beratung: 68.327 Euro im Jahr
  • Wirtschaftswissenschaftler in der Beratung: 65.441 Euro im Jahr

Wenige Quereinsteiger: Grafikdesigner sind meistens unter sich

Die wenigsten Quereinsteiger in unserem Vergleich konnten wir im Beruf des Grafikdesigners ermitteln. Wenn Beschäftigte hier ein Studium vorweisen können, ist dies zu 82 Prozent ein fachbezogenes Studium aus dem Design. Die gefundenen Studiengänge für den Beruf sind mindestens 11 – es ist die kleinste Anzahl in unserer Auswertung. Fachkräfte erlernen im Studium oder in der Ausbildung konkretes Handwerkszeug, dass Quereinsteiger nur selten in dem Maße beherrschen wie die Profis. Das durchschnittliche Gehalt von studierten Grafikdesignern liegt bei einem Jahreslohn von 36.938 Euro.

Eine Tabelle der Berufe mit dem prozentualen Anteil der Studiengänge zeigt unsere Ergebnisse in der Übersicht.

 

Berufe mit den meisten Quereinsteigern

Quereinstieg nach abgeschlossener Ausbildung

Auch für Beschäftigte mit einer Ausbildung oder einer Weiterbildung zum Fachwirt sind Quereinstiege denkbar. Viele Fachkräfte entdecken nach abgeschlossener Ausbildung und einigen Jahren im Beruf Kompetenzen und Talente, die sie in einer neuen beruflichen Position besser ausschöpfen können. Wer nach einigen Jahren als Industriekaufmann/-frau sein Verhandlungs- und Verkaufsgeschick entdeckt, sollte ruhig mutig sein und sich informieren, inwieweit ein Wechsel in eine Sales-Abteilung möglich ist. Durch Provisionen können Beschäftigte hier in der Regel auch mit höheren Gehältern rechnen.

Keine Karriere verläuft geradlinig

Nur die wenigsten Karriereverläufe sind wirklich geradlinig. Umstrukturierungen auf dem Arbeitsmarkt, neue Jobangebote oder das Verlangen nach einer neuen Aufgabe sind nur einige Gründe, weshalb Beschäftigte von ihrem Berufsweg abzweigen und neue berufliche Möglichkeiten wahrnehmen möchten. Ebenso unterschiedlich ist der Zeitpunkt: Ein Quereinstieg zum Berufsanfang – also direkt nach dem Studium – verläuft in der Regel jedoch unkomplizierter als ein Wechsel nach einigen Jahren Berufserfahrung. Sofern die Beschäftigten in ihre neue Aufgabe nicht bereits hineingewachsen sind oder sich nebenbei selbst weitergebildet haben, können für einen beruflichen Neuanfang überzeugende Argumente beim Arbeitgeber notwendig sein.

Unternehmen profitieren von Quereinsteigern

Dennoch sollten sich Fach- und Führungskräfte von einem möglichen Quereinstieg nicht verunsichern lassen. Viele Unternehmen wissen die Qualitäten von Quereinsteigern zu schätzen und setzen ihre Teams bewusst aus Arbeitnehmern unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Fachfremde Personen haben grundsätzlich einen anderen Blickwinkel auf Situationen und Zusammenhänge. Sie können auf diese Weise unentdeckte Missstände aufdecken und Handlungsvorschläge geben, wovon der Arbeitgeber letztendlich stark profitieren kann.

Essentielle Wissenslücken auf dem neuen beruflichen Terrain sollten Quereinsteiger jedoch schnell schließen. Hierfür bieten sich Weiterbildungen an.

 

Weiterführende Informationen

MBA, Fachwirt und Meisterbrief: Mehr Gehalt durch Weiterbildungen

Quereinsteiger: 52 Prozent der Personaler sind fachfremd

Flop-Berufe nach dem Uniabschluss. Unter 30.000 Euro im Jahr

Informatiker Gehalt

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