Was verdient eigentlich ein …?

Versandhandel – Brancheninformationen

Versandhandel bezeichnet eine Mailorder oder einen Distanzhandel. Es handelt sich um einen Einzelhandel, bei dem Konsumenten die Produkte über Katalog, Prospekt oder Internet bestellen. Speziell im Bereich der Online-Bestellungen zeichnet sich stetig steigendes Wachstum ab. Die Studie "Internet- und Versandhandel" veröffentlichte: 52 Millionen Deutsche bestellen ihre Ware regelmäßig über den Versand. Davon kaufen 18 Prozent mindestens einmal im Monat über Katalog und Internet ein.

Steigende Zahlen im Versandhandel

Die Bestellung der gewünschten Produkte erfolgt mündlich, schriftlich oder online. Zahlreiche Methoden zur nachfolgenden Bezahlung stehen zur Verfügung. Speziell elektronische Zahlungsmethoden verzeichnen aufgrund des rasant zunehmenden Internet-Handels einen hohen Anstieg. Das Internet präsentiert sich als Wachstumstreiber- und Träger des Versandhandels. Seit 2009 erzielte der Online-Handel einen jährlichen Zuwachs von 20 Prozent. Immer mehr Unternehmen betätigen sich im Versandhandel. Folglich erwirtschaften Anbieter, die ursprünglich keinen klassischen Versand anboten, zwei Drittel des Internethandels. Gleichzeitig streben Kataloghändler höhere Expansionen an. Dieses Multichannelling durchdringt den gesamten Versandhandel. Zunehmend beeinflussen Shopping-Klubs, Online-Apotheken und "exklusive" Outlet-Shops den Markt.

Die Deutschen geben pro Kopf einen Wert von 346 Euro pro Bestellung aus. Den größten Absatz erlangen Bekleidung, Textilien und Schuhe. Im steigenden Maße verwischt die Hauptpreislage der Versender. Eine Preismitte existiert nicht. Stattdessen verdichtet sich das Interesse der Anbieter für die oberen und unteren Ränder des Preisspektrums. Durch erneuerte Versand-Vertriebsformen boomt dieser Wirtschaftszweig zurzeit wie kein Zweiter.

Die Konsequenzen des zunehmenden Internet-Versands

Durch den wachsenden Online-Versand nimmt der Wettbewerb merklich zu. Dies bekommen etablierte Online-Warenhäuser wie Amazon im gleichen Fall zu spüren wie traditionelle Anbieter. Mehr und mehr verdichtet sich der Handel mit Markenware anderer Hersteller. Da stationäre Markenhändler ihre Produkte selbst anbieten, floriert der Markt. Die Folge: Der Konkurrenzdruck vergrößert sich stetig.

2011 erzielten Unternehmen im Versandhandel einen Rekordumsatz von 34 Milliarden Euro. Sowohl im Katalog als auch im Netz präsentiert sich Mode mit einem Umsatzanteil von 12,82 Milliarden Euro als stärkste Warengruppe. Der Online-Handel macht heute 64 Prozent des Branchenumsatzes aus und verdrängt herkömmliche Anbieter wie Katalogversandhäuser. Dies liegt nicht zuletzt an der steigenden Anzahl von Smartphones und Tablets, die jederzeit mobiles Einkaufen ermöglichen. Jedoch prognostiziert die Studie "Interaktiver Handel in Deutschland", dass der Katalog nicht verschwindet, sondern sich weiterentwickelt. Frauen nutzen den Versandhandel – ob über Katalog oder Internet – am intensivsten. Ihr Marktanteil am Jahresumsatz liegt bei 19,8 Milliarden Euro. Laut BVH-Präsident Lipke investieren Frauen bevorzugt in Textilien, während Männer Unterhaltungs-Elektronik und Computerzubehör kaufen. Besonders das Teleshopping repräsentiert eine klassische Frauen-Domäne.

Berufe und Ausbildungen im Versandhandel

Im Bereich Versandhandel gibt es zahlreiche Berufszweige. Versandmitarbeiter kümmern sich um die Kommissionierung und Verpackung von Produkten. Nach individuellen Vorgaben erfolgt die Sortierung und Weiterverarbeitung der Ware. Interessenten verfügen im Idealfall über eine hohe körperliche Belastbarkeit und Erfahrungen im Logistikumfeld.

Kundenbetreuer stehen als Service-Kräfte zur Verfügung. Im Versandhandel bearbeiten sie Lieferbedingungen, Reklamationen oder arbeiten im Beschwerdemanagement. Bewerber benötigen – neben einem sehr guten deutschen Sprachvermögen – Fremdsprachen-Kenntnisse. Zum Bereich Logistik gehört der Beruf des Disponenten. Er sorgt für die Warendisposition in enger Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten.

Für eine kaufmännische Karriere eignen sich BA-Studiengänge in Betriebswirtschaft. Als Schwerpunkte gelten Handels- und Vertriebsmanagement oder Wirtschaftsinformatik. In einigen Unternehmen liegt die Übernahmequote von hauseigenen Ausbildungsberufen bei 75 bis 90 Prozent. Durch die wachsende Vernetzung im Internet kommt es zu massiven Zuwachsraten innerhalb der Versandbranche. Darum setzen immer mehr Einzelhandelszweige auf den Versand. Zahlreiche Versandhäuser führen Ausbildungsangebote, die Bewerber für die Tätigkeit in der sich neu definierenden Branche qualifizieren.

Gehalt im Versandhandel und zusätzliche Informationen

Die Gehälter im Bereich Versandhandel variieren in den einzelnen Bundesländern. In Bayern, Hessen und Baden-Württemberg liegt dasDurchschnittsgehalt bei 27.500 Euro. In Sachsen und Sachsen-Anhalt beträgt das Entgelt durchschnittlich 19.500 bis 20.500 Euro. Internationale Kommunikations-Partner und die damit verbundene Mehrsprachigkeit zählen zu den Besonderheiten im Export. Aufgaben in diesem Bereich erreichen eine höhere Komplexität. Sachbearbeiter im Export erhalten im Schnitt fünf bis zehn Prozent mehr Gehalt als in anderen Unternehmenszweigen. Je nach Firmengröße liegt ihr Durchschnittsgehalt bei 34.000 bis 43.000 Euro im Jahr. Betriebe mit mehr als 1.000 Mitarbeitern zahlen bis zu 54.000 Euro.

Tele-Sales gehört zu den Dienstleistungen am Telefon im Versand. Der Firmengröße entsprechend betragen Einstiegsgehälter 27.500 bis 37.000 Euro. Mit steigender Berufserfahrung erhöht sich das Entgelt. Ein Verdienst von bis zu 44.600 Euro erscheint realisierbar. Knapp 50 Prozent der in diesem Berufszweig Beschäftigten erhalten zusätzliche Prämien von 14 Prozent des Gesamtumsatzes. Dies entspricht im Schnitt 4.680 Euro im Jahr.

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