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„Nur noch kurz die Welt retten“: Arbeiten und Geld verdienen bei NGO´s

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
15.07.2015
©GEHALT.de

Viele Menschen suchen nach einer sinnvollen Berufstätigkeit und finden diese in sogenannten Non Governmental Organisations (NGO). Im Non-Profit-Bereich sind nicht nur Wirtschaftswissenschaftler gefragt, sondern auch IT-Spezialisten, Ingenieure, Sozialwissenschaftler und Naturwissenschaftler werden für die Arbeit in einer NGO gebraucht.„Nur noch kurz die Welt retten“: Arbeiten und Geld verdienen bei NGO´s

Was ist eine NGO?

Als eine NGO wird eine Organisation bezeichnet, die unabhängig und privat ist und nicht gewinnorientiert handelt. Eine Non Governmental Organisation ist vom Staat, von der Regierung unabhängig. NGOs finanzieren sich durch Mitgliedsbeiträge, Fördermittel und Spenden. Diese Gelder werden für den Zweck der Organisation eingesetzt und davon werden die Gehälter derjenigen bezahlt, die in der NGO berufstätig sind.

Solche Organisationen setzen sich für verschiedene Bereiche ein, beispielsweise für Menschenrechte, Umweltschutz, Obdachlose, Menschen mit Behinderungen, Migranten, Asylanten oder für einzelne Personengruppen wie Erwachsene, Kinder usw. Ist die Organisation ein Dachverband oder eine Mitgliederorganisation, wird sich für die Mitglieder der NGO eingesetzt (z.B. Gewerkschaften oder Clubs für Autofahrer).

Bekannte und große NGOs sind zum Beispiel das Kinderhilfswerk Terre des hommes, der deutsche Naturschutzbund NABU, die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die Umweltschutzorganisation Greenpeace oder Amnesty International, die sich für Menschenrechte in rund sechzig Ländern engagiert.

Wie kann man bei einer NGO einsteigen?

Wer sich für einen Job bei einer Non Governmental Organisation interessiert, kann sich bei den großen und bekannten NGOs ebenso umschauen, wie bei den mehr als tausend kleineren NGOs in Deutschland. Dazu gehören auch kirchliche Einrichtungen, Parteien, eingetragene Vereine, Gewerkschaften, Pflegeheime, Krankenhäuser oder Wohlfahrtsverbände.

Welche Berufe, Aufgaben, Positionen und Jobs in einer NGO vertreten sind, hängt von der Größe und dem Interessengebiet der Organisation ab. Wichtig für den Jobsuchenden ist, dass er sich mit dem Interessengebiet der NGO identifizieren kann.

Wer sich einen Eindruck von einer NGO machen möchte, kann sich um einen Praktikumsplatz bewerben. Der klassische Weg des beruflichen Einstiegs bei einer NGO erfolgt meistens über eine Stelle als Projektassistent /-in. Eine weitere Möglichkeit ist der Einstieg über eine ehrenamtliche Tätigkeit, um sich später auf Stellenangebote zu bewerben.

Ansonsten suchen NGOs qualifizierte Kräfte verschiedener Berufe, wie Kaufleute, Lehrer, Ärzte, Pflegekräfte, Wissenschaftler, Ingenieure, IT-Fachkräfte, Köche, um nur einige Beispiele zu nennen.

Auch ein Quereinstieg wird von manchen Organisationen ermöglicht, in der Regel werden jedoch einige Kernkompetenzen für eine Hauptanstellung in einer NGO gefordert. Dazu gehören praktische Erfahrungen, Fachkompetenzen, fachliche Qualifikationen, gute Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, sehr gutes Selbstmanagement und Flexibilität. Außerdem sollte man anderen Kulturen gegenüber offen sein und bei kirchlichen Einrichtungen muss man der entsprechenden Religionsgemeinschaft angehören.

Welche Gehälter zahlt eine NGO?

Die Gehälter einer NGO sind in der Regel niedriger als in der freien Wirtschaft. Ebenso gibt es weniger Aufstiegsmöglichkeiten und oft gehören Überstunden zum Berufsalltag. Genau diese Fakten machen deutlich, dass es den meisten Angestellten einer NGO um die Interessen geht, für die sich die Organisation engagiert. Der Sinn hinter der Aufgabe steht für sie im Mittelpunkt und nicht der Gelderwerb. Die Gehaltsstruktur einer NGO hängt unter anderem davon ab, ob mit öffentlichen Fördergeldern gearbeitet wird oder nicht.

Beispiele für Gehälter in NGOs:

  • Ein Geschäftsführer eines gemeinnützigen Vereins mit vierzig Beschäftigten bekommt rund 52.150 Euro jährlich
  • Das Jahresgehalt einer Abteilungsleiterin beträgt 45.000 Euro
  • Ein Projektmitarbeiter bei „Ärzte ohne Grenzen“ erhält im ersten Jahr eine monatliche Aufwandsentschädigung von rund 1.400 Euro. Die Reisekosten zum Projektort und die Kosten für Verpflegung und Unterkunft am Einsatzort werden von der Organisation übernommen. Die jährliche Gehaltserhöhung hängt unter anderem vom Verantwortungsbereich ab. Das Einstiegsgehalt kann höher ausfallen, wenn der Bewerber bereits Erfahrungen im Gebiet der humanitären Hilfe vorweisen kann.
  • Amnesty International in Deutschland bietet Praktika für Berufsausbildende und Studenten an. Diese Praktika dauern drei Monate und werden mit 400 Euro pro Monat vergütet.

Greenpeace hat ein Entgeltsystem, dass sich auf Funktionen und Kompetenzen bezieht. Zu jeder Gehaltsgruppe gehören drei Kompetenzgruppen. Beispiele:

  • Sachbearbeiter /-innen, Aushilfen und Aushilfs-Assistenten werden der Gruppe 8 zugeordnet. In der Kompetenzstufe 1 liegt das Gehalt bei 2.620,39 Euro, in der Kompetenzstufe 2 beträgt das Monatsgehalt 2.675,53 Euro und das monatliche Gehalt der dritten Kompetenzstufe liegt bei 2.785,80 Euro.
  • Teamleiter /-innen gehören zur Gruppe 18. Das Monatsgehalt der ersten Kompetenzstufe beträgt 5.798,07 Euro. In der zweiten Kompetenzstufe verdienen Teamleiter 6.013,71 Euro und in der dritten Kompetenzstufe beträgt das Monatsgehalt 6.444,96 Euro.

Daneben bietet Greenpeace ein freiwilliges ökologisches Jahr an, das mit einem monatlichen Taschengeld von rund 155 Euro vergütet wird. Daneben wird ein Zuschuss von 254 Euro für Fahrtkosten und Verpflegung gezahlt sowie Kindergeld und Sozialversicherung. Die Unterkunft wird von Greenpeace zur Verfügung gestellt.

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