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Wie viel verdient ein Polizist?

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Kategorie: Berufe & Gehälter
10.09.2015
©GEHALT.de

Bei einigen Menschen besteht der Berufswunsch, Polizist zu werden, bereits von Kindheit an. Allerdings ist das Berufsbild sehr vielseitig, da es unterschiedliche Berufe in verschiedenen Polizeibehörden gibt. Man kann verschiedene Laufbahnen einschlagen, je nach Polizeibereich und – einheit. Die Anforderungen für den Beruf des Polizisten sind relativ hoch.

Welche Aufgaben übernimmt ein Polizist?

Die Aufgaben eines Polizisten umfassen im Grunde vier Arbeitsfelder:

  • Ordnung und Sicherheit
  • Gefahrenabwehr
  • Gesetze und Befugnisse
  • Ordnungswidrigkeiten und Straftaten

Ordnung und Sicherheit

Damit die Menschen in Deutschland reibungslos zusammenleben können, müssen sie sich an die Vorschriften und Gesetze halten. Wird die Rechtsordnung gefährdet, sorgt die Polizei dafür, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung wiederhergestellt wird. Die Polizei hat somit den Auftrag, Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Zum Beispiel könnten das Einsätze bei Demonstrationen, Fußballspielen oder Großveranstaltungen sein.

Gefahrenabwehr

Zu den Hauptaufgaben der Polizei gehört die Gefahrenabwehr. Dazu werden Maßnahmen ergriffen, um Gefahren für Lebewesen zu verhindern oder auch Sachschäden zu vermeiden. Dabei kann es sich um Vermisstensuche einer Person handeln, aber auch um die Suche nach einem Hund, der entlaufen ist. Wird die Polizei bei einer großen Veranstaltung eingesetzt, geht es in der Regel ebenso darum, alleine durch die Präsenz eine Gefahr abzuwenden. Zur Aufgabe der Gefahrenabwehr zählen auch vorbeugende Maßnahmen, damit geplante Straftaten nicht durchgeführt werden können.

Gesetze und Befugnisse

Jede einzelne Polizeibehörde hat verschiedene Befugnisse. Die Befugnisse und Aufgaben der Schutzpolizei sehen beispielsweise anders aus, als die der Kriminalpolizei. Das Handeln der Polizei darf nicht willkürlich geschehen, sondern ein Polizist muss sich an die Polizeigesetze des jeweiligen Bundeslandes halten.

Ordnungswidrigkeiten und Straftaten

Die Polizei verfolgt Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, um unter anderem die Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Welche Polizeieinrichtung eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit verfolgt, hängt davon ab, welche Ordnungswidrigkeit oder Straftat vorliegt.

Verschiedene Aufgaben der unterschiedlichen Polizeieinheiten

Es gibt ganz verschiedene Polizeieinheiten, sodass sich die Aufgaben je nach Einheit unterscheiden:

  • Schutzpolizei – Die meisten Menschen haben das Bild eines Schutzpolizisten vor dem inneren Auge, wenn sie an die Polizei denken. Eine Aufgabe besteht darin, durch Präsenz die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Dafür dienen beispielsweise die präventiven Streifenfahrten oder Streifengänge.
  • Verkehrspolizei – Ein Fachbereich bei der Schutzpolizei ist die Verkehrspolizei. Ein Verkehrspolizist übernimmt unter anderem die Verkehrsüberwachung , die Unfallaufnahme und -bearbeitung und die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Straßenverkehr. Eine Gruppe der Verkehrspolizei ist die Autobahnpolizei.
  • Wasserschutzpolizei – Die Wasserschutzpolizei gehört zur Landespolizei und ist dafür zuständig, dass die Gesetze auf den Wasserstraßen, den Uferzonen und in Häfen sowie in bestimmten Zonen der Nord- und Ostsee eingehalten werden. Ein Aufgabenschwerpunkt liegt im Umweltschutz der Gewässer. Daneben bestehen die Polizeitaucher, die eine Gruppe der Wasserschutzpolizei darstellen und beispielsweise Leichen im Wasser bergen oder Ertrinkende retten oder auch nach Diebesgut oder anderen Dingen im Wasser suchen. Sie kommen ebenso zum Einsatz, wenn nach Umweltsündern gefahndet wird oder an Schiffen im Hafen nach verstecktem Rauschgift gesucht wird.
  • Kriminalpolizei – Die Aufgabe eines Kriminalpolizisten ist die Verfolgung von Straftaten, wobei hier wiederum die Schwerpunkte vom Kommissariat abhängen. Die Aufgaben unterscheiden sich somit je nach Fachkommissariat (u.a. Zeugenschutz, Personenfahndung, Mordkommission).
  • Bereitschaftspolizei – Die Bereitschaftspolizei unterstützt die Landespolizei und wird besonders bei Großveranstaltungen eingesetzt. Aber auch bei Razzien oder um Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wird die Bereitschaftspolizei eingesetzt. Dabei gibt es Einheiten mit Spezialisierung auf ganz bestimmte Einsätze, beispielsweise Beweissicherungseinheiten oder Fachkräfte, die für die Bedienung von technischen Einsatzmitteln zuständig sind.
  • Sonder- und Spezialeinheiten – Für besondere und spezielle Einsätze gibt es verschiedene Einheiten, die unter anderem bei Tötungsdelikten, Geiselnahmen, zur Bekämpfung von Terrorismus, zur Entschärfung von Bomben oder bei Entführungen eingesetzt werden.

Ausbildung – Wie werde ich Polizist?

Wer sich für eine Ausbildung zum Polizist /zur Polizistin interessiert, muss zunächst die Voraussetzungen für diesen Beruf mitbringen, die unter anderem von der Laufbahn abhängen:

  • Wer eine Ausbildung im mittleren Dienst absolvieren möchte, benötigt entweder den mittleren Bildungsabschluss oder den Hauptschulabschluss plus eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung
  • Für eine Ausbildung im gehobenen Dienst wird die Fachhochschulreife vorausgesetzt
  • Bei allen Bewerbern wird vorausgesetzt, dass sie den Führerschein haben und mindestens siebzehn Jahre alt sind
  • Weibliche Bewerberinnen müssen mindestens 1,60 m und männliche Bewerber müssen mindestens 1,65 m groß sein
  • Ebenso wird Wert auf eine gute Konstitution und Fitness gelegt. Das bedeutet für übergewichtige Kandidaten, dass sie keine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben.
  • Der Bewerber muss einen gesunden Körperbau besitzen. Er darf also keine Funktionseinschränkungen oder Bewegungseinschränkungen haben.
  • Zudem wird auf Sehvermögen, Hörvermögen, gesunde bzw. sanierte Zähne und andere Gesundheitsmerkmale geachtet
  • Bewerber sollten geordnete wirtschaftliche Verhältnisse und ein tadelloses polizeiliches Führungszeugnis nachweisen können.
  • In der Regel muss der Bewerber deutscher Staatsbürger sein. In manchen Bundesländern werden aber auch Bürger von anderen europäischen Ländern zur Ausbildung zugelassen.

Bewerber müssen außerdem verschiedene Eignungstests mitmachen, beispielsweise einen Sporttest, der vier bis fünf Disziplinen umfasst. In weiteren schriftlichen Eignungstests werden das Wissen, die Kompetenzen und die Intelligenz überprüft.

Die Ausbildung erfolgt in Stufen, wobei mit dem theoretischen Teil begonnen wird. Das erlernte Wissen wird in jedem Semester durch umfangreiche Tests überprüft. Um in die nächste Ausbildungsstufe zu gelangen, müssen diese Tests bestanden werden. Wer die Tests nicht besteht, muss die Ausbildung beenden.

Die Regelungen für die Ausbildung zum mittleren und gehobenen Dienst hängen vom Bundesland ab und können demnach unterschiedlich sein.

Die Ausbildung zum Polizisten im höheren Dienst ist ein zweijähriges Studium in der Polizeiakademie in Oldenburg, Münden oder Hann. Voraussetzungen sind eine Anstellung in einer Polizeibehörde. Zudem muss der Bewerber entweder ein Studium an einer Universität absolviert haben und das in einem Fach, das für den Polizeidienst förderlich ist oder der Bewerber hat ein Diplom oder den Bachelor während der Ausbildung im gehobenen Dienst erworben.

Da die Regelungen von den Bundesländern bestimmt werden, sollten sich Bewerber genau informieren. In manchen Bundesländern ist es auch möglich, direkt in den gehobenen oder höheren Dienst einzusteigen. Für den Direkteinstieg gelten dann wieder bestimmte Voraussetzungen.

Aufstiegsmöglichkeiten eines Polizisten

Für den Polizisten bestehen Aufstiegsmöglichkeiten, indem er jeweils einen höheren Dienstgrad anstrebt. Für diese Option muss stets genügend Erfahrung vorhanden sein. Möchte beispielsweise ein Schutz- oder Verkehrspolizist zur Kriminalpolizei wechseln, muss er zuerst einmal ein paar Jahre praktische Erfahrungen in seiner derzeitigen Position und Einheit sammeln. Dies gilt auch für den Wechsel vom mittleren in den gehobenen Dienst oder von dort aus in den höheren Dienst.

Im Laufe der Dienstjahre wird der Polizist automatisch zum Beamten auf Lebenszeit – wenn er sich während dieser Jahre bewährt. Das heißt: Zunächst ist der Polizist ein Beamter auf Widerruf, solange er sich im Vorbereitungsdienst befindet. Besteht er die Laufbahnprüfung, wird er angestellt und zum Beamten auf Probe. Nach rund drei Jahren erfolgt dann der Status des Beamten auf Lebenszeit.

So viel verdient ein Polizist

Das Gehalt sowie die Ausbildungsvergütung eines Polizisten hängen unter anderem vom Dienstgrad ab. Ein Auszubildender im mittleren Dienst wird somit weniger verdienen, als ein Auszubildender im gehobenen Dienst.

Die Ausbildungsvergütung liegt im ersten Jahr zwischen 1.050 Euro und 1.100 Euro monatlich. Im zweiten Ausbildungsjahr beläuft sich die Vergütung auf 1.100 Euro bis 1.150 Euro. Im dritten Ausbildungsjahr bekommt man zwischen 1.150 Euro und 1.200 Euro pro Monat. Das Einstiegsgehalt beträgt etwa 1.600 Euro bis 1.800 Euro.

Zum Gehalt werden, je nach Polizeieinheit, Zuschläge gezahlt, beispielsweise für Wochenenddienste, Dienste an Feiertagen oder Nachtschichten sowie Gefahrenzulage.

Das Gehalt erhöht sich zudem mit dem Alter und dem Familienstand. Die tarifliche Entwicklung sieht regelmäßige Gehaltsanpassungen vor. Es wird dabei vom Bewährungsaufstieg gesprochen. Das Durchschnittsgehalt eines Polizisten liegt bei etwas über 3.531 Euro monatlich.

Hat der Polizist weniger als drei Jahre Berufserfahrung, bekommt er monatlich rund 2.500 Euro. Bei einer Berufserfahrung von neun Jahren und mehr beläuft sich das durchschnittliche Gehalt auf etwa 4.115,50 Euro pro Monat.

Erhöhungen des Gehalts erfolgen immer im Zuge von Tarifanpassungen.

Weiterführende Infos zum Thema:

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