Gehaltsspanne: Amtsanwalt/-anwältin in Deutschland

 
5.825 €
6.834 €
8.018 €
25%
50%
25%
  • 6.834 € Bruttogehalt (Median) bei 40 Wochenstunden: 50% der Datensätze liegen über diesem Wert und 50% darunter.
  • 5.825 € (Unteres Quartil) und 8.018 € (Oberes Quartil): 25% der Gehälter liegen jeweils darunter bzw. darüber.
  • Die berechneten Werte beziehen sich auf die allgemeine Verteilung der Gehälter in diesem Beruf (unabhängig von Berufserfahrung, Personalverantwortung etc.).
Was verdienen andere Personen in Ihrer Position? Detaillierter Gehaltsvergleich
Bruttogehalt:
 

Amtsanwalt/-anwältin

 

Amtsanwälte und Amtsanwältinnen übernehmen am Amtsgericht die Aufgaben eines Staatsanwalts bzw. einer Staatsanwältin. Sie müssen im Unterschied zu diesen keine Volljuristen bzw. Volljuristinnen sein und somit nicht das 2. Staatsexamen in Jura absolviert haben. Als Amtsanwalt bzw. als Amtsanwältin ist stattdessen ein duales Studium an der Fachhochschule zum Diplom-Rechtspfleger bzw. zur Diplom-Rechtspflegerin mit anschließender Zusatzausbildung Voraussetzung. 

Diese qualifiziert die Beamten des höheren Justizdienstes, an Amtsgerichten die Staatsanwaltschaft zu vertreten, indem sie kleinere und mittelschwere Delikte übernehmen. Diese dürfen eine zu erwartende Strafe von 4-5 Jahren Freiheitsentzug nicht überschreiten: Eine höhere Strafe darf durch den Strafrichter bzw. die Strafrichterin, der oder die dem Amtsgericht vorsteht, nicht verhängt werden. An seine bzw. ihre Zuständigkeit ist die Tätigkeit von Amtsanwälten gekoppelt: Nur vor einem Strafrichter dürfen sie in die Rolle eines Staatsanwalts schlüpfen.

 
Stepstone Gehaltsplaner
Finde jetzt heraus, wie du mehr verdienen kannst.
Gehaltsplaner starten

Jobangebote für Amtsanwalt/-anwältin

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Von der Ermittlung zum Strafvollzug – was macht eine Amtsanwältin?

Die Organisation der Amtsgerichte ist auf Landesebene geregelt; entsprechend variieren die Zuständigkeitsbereiche der Amtsanwälte. In Bayern und Sachsen spielen sie noch kaum eine Rolle; in Hamburg und Baden-Württemberg können sie dagegen auch vor dem Schöffengericht auftreten, womit schwerere Delikte und höhere Strafen einhergehen. Amtsanwälte verantworten bereits einen beträchtlichen Teil der Strafverfahren in Deutschland. Sie entlasten damit die mit schwereren Verbrechen ausgelastete Staatsanwaltschaft – und erhöhen damit die Effizienz der Strafrechtspflege. 

Zu den Aufgaben einer Amtsanwältin zählt zunächst die vorbereitende Verhandlung. Die Amtsanwältin leitet die polizeilichen Ermittlungen bei kleinen Straftaten wie Diebstahl, Betrug, ein Verkehrsdelikt oder Körperverletzung, die erwartbar mit nicht mehr als 4 Jahren Haft oder Einweisung in eine klinische Psychiatrie zu bestrafen sind. Darunter können auch Fälle des Jugendstrafrechts fallen – in diesem Fall tritt die Amtsanwältin auch vor einer Jugendrichterin auf. Sie holt selbst Informationen von Sachverständigen sowie Gutachtern ein und vernimmt Zeuginnen und Verdächtige. Ist während der Ermittlungen ‚Gefahr im Verzug‘, ist die Amtsanwältin verantwortlich, Hausdurchsuchungen und Festnahmen zu veranlassen. 

Sind unter ihrer Aufsicht alle Beweise eingeholt, entscheidet die Amtsanwältin, ob die Beweislast ausreicht, um eine verdächtige Person öffentlich anzuklagen. Wenn sie das Strafverfahren nicht einstellt, erhebt sie Anklage und vertritt die Staatsanwaltschaft in der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht, dem in der Regel eine Strafrichterin vorsteht. Die Amtsanwältin stellt Fragen, erhebt Anträge und hält das Schlussplädoyer. Eine Amtsanwältin plädiert genau wie eine Staatsanwältin immer im Sinne des Rechtsstaates, an dessen Gesetze sie gebunden ist. 

Schließlich ist sie mithilfe der Rechtspflegerinnen auch für die Strafvollstreckung verantwortlich und veranlasst den Strafvollzug.   

Wo arbeiten Amtsanwälte?

Amtsanwälte arbeiten ausschließlich an den Amtsgerichten. Diese sind die erste gerichtliche Instanz in Deutschland. Ihre Organisation ist Ländersache und variiert dementsprechend. In Deutschland existieren insgesamt 638 Amtsgerichte, die eine möglichst große Nähe zwischen Bürgerinnen und Bürger und der staatlichen Rechtspflege garantieren sollen. In den Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts fallen Zivil- und Strafsachen. Dazu gehören unter anderem Mietsachen, Nachlass- und Insolvenzverfahren sowie Mahnverfahren; als auch kleine und mittlere Straftaten wie Diebstahl, Betrug, Verkehrsdelikte und Körperverletzungen. Für diese dürfen nicht mehr als 4-5 Jahre Haft verhangen werden. Ein höheres Strafmaß oder die Einweisung in eine psychiatrische Klinik können die Strafrichter, die dem Amtsgericht vorstehen, nicht verhängen. Die dem Amtsgericht übergeordneten Instanz ist dann das Landgericht. 

Der große Gehaltsvergleich: Check mal, wo du stehst
Verdiene ich eigentlich genug? Wir bringen Klarheit in den Gehaltsdschungel und verraten dir, welche Faktoren dein Gehalt beeinflussen.
Gehälter nach Bundesland: Amtsanwalt/-anwältin
Bruttogehalt:
Baden-Württemberg: 7.156 €
Bayern: 6.983 €
Berlin: 6.589 €
Brandenburg: 6.008 €
Bremen: 6.685 €
Hamburg: 7.042 €
Hessen: 7.107 €
Mecklenburg-Vorpommern: 5.876 €
Niedersachsen: 6.527 €
Nordrhein-Westfalen: 6.858 €
Rheinland-Pfalz: 6.766 €
Saarland: 6.636 €
Sachsen: 6.029 €
Sachsen-Anhalt: 5.960 €
Schleswig-Holstein: 6.456 €
Thüringen: 6.022 €
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden.
Minimum Maximum
Durchschnitt
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Diplom-Rechtspfleger und Zusatzausbildung: Wie wird man Amtsanwalt?

Die Laufbahn als Amtsanwalt beginnt in aller Regel mit dem dualen Studium an einer staatlichen Fachhochschule. Diese bilden zum Rechtspfleger aus. Mit Abschluss des Studiums nach 3 oder 4 Jahren treten die Absolventen als gehobene Justizbeamte den Staatsdienst an. Wer entsprechend leistungsfähig und unter 45 ist, kann die Sonderlaufbahn als Amtsanwalt einschlagen. Auch die persönliche Eignung spielt hierbei eine Rolle. Die Zusatzausbildung dauert zwischen 15 und 18 Monaten und ist zweigeteilt in ein fachwissenschaftliches Studium und eine fachpraktische Ausbildung. Für den praktischen Teil müssen sich die zukünftigen Amtsanwälte bei dem Generalstaatsanwalt einer Staatsanwaltschaft in einem Amtsgericht ihres jeweiligen Bundeslandes bewerben. Nach der erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung nennen sich die Absolventen zunächst ‚Beauftragter Amtsanwalt‘ und sind als solche ein Jahr auf Bewährung tätig. 

In einem Bundesland wie Hamburg werden – nominell überqualifizierte – Volljuristen als Amtsanwälte eingestellt. Diese haben das 2. Juristische Staatsexamen an einer Universität absolviert und damit die Anwaltszulassung erhalten. Da das Amtsgericht auf Länderebene organisiert ist, sollten sich Interessenten und Bewerber je nach Bundesland über Ausnahmeregelungen informieren. 

Persönliche Eignung: Was muss man als Amtsanwältin mitbringen?

Neben der deutschen Staatsbürgerschaft oder der Staatsbürgerschaft eines anderen Staates der EU sind sichere wirtschaftliche Verhältnisse bereits bei der Bewerbung für die Zusatzausbildung eine wichtige Grundvoraussetzung. Weiter wird während des Auswahlverfahrens die Leistungsfähigkeit überprüft. Die geistige und körperliche Fitness sind hier ebenso relevant wie die Charakterstärke. Die Amtsanwältin übernimmt eine Vielfalt wichtiger Aufgaben in voller Eigenverantwortung und sollte über ein großes Maß an Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Entscheidungsfreude verfügen. Unmittelbar wichtig für ihre Tätigkeit ist ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und Kooperationswille, da sie mit vielen verschiedenen Instanzen zusammenarbeiten muss. Da sie in den Ermittlungen eine leitende Rolle übernimmt, muss sie Führungsqualitäten und Menschenkenntnisse in sich vereinen. Des Weiteren sind eine effiziente, strukturierte Arbeitsweise und für den Auftritt vor Gericht rhetorisches Geschick zentrale Voraussetzungen für die Amtsanwältin.

 

Gehalt nach Berufserfahrung:

Bruttogehalt:
 
> 9 Jahre
7.314 €
 
7–9 Jahre
6.445 €
 
3–6 Jahre
6.060 €
 
< 3 Jahre
5.755 €
 
 
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden.
 
 

Gehalt nach Unternehmensgröße:

Bruttogehalt:
 
> 20.000 Mitarbeiter
9.539 €
 
1.001 – 20.000 Mitarbeiter
9.204 €
 
101 – 1.000 Mitarbeiter
7.979 €
 
< 100 Mitarbeiter
6.440 €
 
 
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden.
 
Diese Berufe könnten für Sie auch interessant sein:
Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Jobangebote für Amtsanwalt/-anwältin

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden
Die Zukunft des Bewerbungstrainings
Mit dem Stepstone Interviewer zum perfekten Vorstellungsgespräch