Was verdient eigentlich ein …?

Nahrungsmittel – Brancheninformationen

Die Branche Nahrungsmittel hängt sehr eng mit der Landwirtschaft zusammen. Genauer gesagt handelt es sich um einen nachgelagerten Wirtschaftszweig, in dem die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden. Die Branche teilt sich auf in das Ernährungshandwerk (Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern), die Ernährungsindustrie, den Lebensmittelgroß- und einzelhandel sowie die Gastronomie.

Die meisten Nahrungsmittel werden heute industriell hergestellt, wobei die Produktion intensiv kontrolliert wird. Dadurch sollen Lebensmittelkrisen vermieden werden. Die relativ strenge Kontrolle von Lebensmitteln reicht bis ins Jahr 1516 zurück, als der bayerische Herzog Wilhelm IV. erstmals ein Reinheitsgebot für Bier erließ. Einen weiteren Entwicklungsschub bescherte Denis Papin die Branche. Er entwickelte etwa das Einmachen zum Konservieren und erfand den Schnellkochtopf um 1700. Beides wurde jedoch erst sehr viel später genutzt und verwendet.

Napoleon I. hatte 1795 einen fünfstelligen Geldpreis ausgesetzt, falls es jemandem gelingen sollte, Lebensmittel haltbar machen zu können. Das Preisgeld in Höhe von 12.000 Goldfranken kassierte schließlich der Konditor Francois Nicolas Appert, der Nahrungsmittel in Behältnissen erhitzte, die luftdicht verschlossen waren. Ein Jahr später erfand der Brite Peter Durand die Konservendose. Weitere Meilensteine erlebte die Branche während des 19. Jahrhunderts. Beispielsweise als Louis Pasteur 1857 das Bakterium entdeckte, das für die Gärung von Milchsäure verantwortlich war. Zudem fand er heraus, wie sich Keime und Mikroorganismen abtöten lassen, und schuf damit die Grundlage für das Pasteurisieren.

Heute sind etwa 5.900 Unternehmen in der Nahrungsmittelbranche tätig, die mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer beschäftigen. Die meisten Betriebe sind mit einem Anteil von 21 Prozent in der Fleischverarbeitung tätig, gefolgt von Milchprodukten mit einem Marktanteil von 16 Prozent. Obwohl in Deutschland zahlreiche groß Unternehmen sitzen, die auch internationales Renommee genießen, wird die Branche hauptsächlich von mittelständischen Betrieben geprägt. Dem gegenübersteht ein relativ hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, in dem nur wenige Ketten den Markt dominieren und die international ausgerichtet sind. Dagegen ist die Konzentration bei den Produzenten relativ gering. Hier teilen sich die zehn größten Betriebe weniger als 14 Prozent des Umsatzes. Doch auch in der Produktion ist der Kostendruck relativ hoch, sodass die Betriebe zu Fusionen gezwungen werden. Das betrifft vor allem die Hersteller von Backwaren und Fleischprodukten.

Tarifpolitisch vertreten werden die Arbeitnehmer aus der Nahrungsmittelbranche von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Diese Gewerkschaft gilt als Nachfolgeorganisation des Deutschen Cigarrenarbeiter-Vereins und vertritt die Mitarbeiter aus den Bereichen Fleisch und Fisch, Backgewerbe, Hotel- und Gaststättengewerbe, Getränke, Süßwaren, Obst und Gemüse, Zucker, Milch und Tabak. Sie handeln die Tarifverträge mit verschiedenen Mitgliedsverbänden aus der Arbeitgebervereinigung ANG aus.

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