Was verdient eigentlich ein …?

Privatkundengeschäft – Brancheninformationen

Für Experten im Versicherungswesen agieren solche Menschen zu Privatkunden, deren Versicherungsverhalten sich vorrangig auf Familie und den eigenen Haushalt bezieht. Der Privatkunde unterscheidet sich von Firmenkunden, zu denen freiberufliche, Gewerbe- und Industriekunden zählen. Kunden aus öffentlichen Haushalten bilden eine weitere Gruppe unterschieden von Privatkunden. Grenzen bestehen zwar zwischen diesen Kundentypen, ihre Anwendung stellt sich allerdings als schwierig dar. Dies gilt, wenn ein Privatkunde gleichzeitig als Freiberufler tätig ist. Dabei fallen private und berufliche Interessen unter Umständen zusammen.

Charakteristika und Kategorien von Privatkunden

Im Versicherungs- und Finanzwesen gilt der Privatkunde als einer mit geringem Wissen über die Branche. Außerdem verfügt er über ein schwach ausgeprägtes Risikobewusstsein. Bei Privatkunden überwiegt der Teil, der wenig Interesse an Versicherungsfragen hat. Daher prägen eher Emotionen als rationale Überlegungen das Treffen der Wahl. Tendenziell beobachten Fachleute einen Anstieg an Informationsbedürfnis sowie an Erwartungen an ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Privatkundengeschäft unterscheiden Mitarbeiter Privatkunden nach den Kriterien Haushaltsgröße, Lebensphase, Berufstätigkeit, finanzielle Situation, regionaler Standort und Risikobereitschaft. Die Kriterien geben den Mitarbeitern Aufschluss über den Bedarf an Versicherungen, Anforderungen an das Produkt und Auswahlverhalten bezüglich des Preises. Relevanz erfahren sie im Bereich Marketing und Controlling von Unternehmen im Versicherungswesen und Kredithäusern.

Privatkundengeschäft im Bank- und Finanzwesen

Beim Privatkundengeschäft der Banken unterscheiden Experten zwischen dem standardisierten Privatkundengeschäft und dem Individualgeschäft. Das standardisierte Privatkundengeschäft, das sogenannte Retailgeschäft, legt den Schwerpunkt auf den Vertrieb von Standardprodukten. Im Unterschied dazu beschäftigt sich das Individualgeschäft in Form von Private Banking mit individuellen Lösungen für vermögende Kunden. Die Standardprodukte richten sich in erster Linie an Privatkunden mit wenig oder keinem Einkommen. Zum Retailgeschäft zählen im Wesentlichen Kontoführung, Zahlungsverkehr, Anlage-Instrumente, Wertpapiere und Kredite. Darüber hinaus widmen sich Mitarbeiter im Retailgeschäft dem Vertrieb von Versicherungen, Investmentfonds und Bausparverträgen. Das Volumen der einzelnen Transaktionen beträgt im Vergleich zum Firmenkundengeschäft weniger. Das gleichen die Unternehmen im Finanzwesen durch eine hohe Kundenzahl aus. Die hohe Kundenmenge macht die Nutzung standardisierter Produkte anstelle von individuell angepassten Optionen notwendig.

Als Kanäle für den Vertrieb im standardisierten Privatkundengeschäft dienen das eigene Filialnetz, weitere Vertreternetze, Telefon- und Internetbanking. Für den Vertrieb geben Unternehmen mit Retailgeschäft das meiste Geld aus. Bankprodukte, die ohne stationären Vertrieb und den damit verbundenen Beratungsservice auskommen, gibt es aus diesem Grund preiswerter. In Deutschland herrscht im Gegensatz zu Großbritannien eine hohe Dichte an Bankstellen mit Retailgeschäft. Dazu zählen Genossenschaftsbanken, Sparkassen, Privat- und Großbanken.

Der Bereich des Private Banking widmet sich dem Betreuen von vermögenden Kunden. Dies gestaltet sich individueller und persönlicher als im Massenkundengeschäft üblich. Den Service im Bereich des Private Banking erbringen neben den traditionellen Privat- und Großbanken auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Der Service im Private Banking umfasst Vermögensberatung und -verwaltung. Bezüglich seines Vermögens erhält ein Kunde Anlagevorschläge, aus denen er die für ihn geeignete Option wählt. Handelt es sich um Verwaltung des Vermögens, erteilt ein Kunde seiner Bank, dieses nach vorher festgelegten Grundsätzen zu verwalten. Er nimmt nur indirekt Einfluss auf einzelne Anlageentscheidungen.

Inzwischen umfassen die Dienstleistungen im Rahmen von Private Banking deutlich mehr. Banken arbeiten heutzutage in diesem Bereich mit Erwartungen an Ertrag, Zieldefinitionen, Erfolgskontrolle und detaillierte Anlagevorschläge. Banken gehen dabei auf die Wünsche der Privatkunden ein, was etwa Vorgaben zur Bonität bei Anlageentscheidungen oder den Ausschluss bestimmter Branchengruppen bedeutet.

Es unterscheidet sich von Bank zu Bank, ab welchem Vermögen Private Banking zur Verfügung steht. In der Regel betrifft es jedoch ein liquides Vermögen zwischen 100.000 und fünf Millionen Euro. Die Grenze sinkt dank der gestiegenen Dienstleistungen, die Banken im Private Banking anbieten.

Perspektiven und Gehalt im Privatkundengeschäft

In der Branche Privatkundengeschäft entscheidet in erster Linie die Tätigkeit in Retailgeschäft oder Private Banking über die Höhe des Gehalts. Eine Bankkauffrau, die im Bereich der Kundenbetreuung arbeitet, verdient im Jahr knapp 30.000 Euro. Im Monat kommt sie bei einem großen Unternehmen auf knapp 2.500 Euro. Eine andere Bankkauffrau erhält im Monat 3.300 Euro. Sie bringt es im Bereich Customer Care mit Privatkunden auf gut 40.000 Euro jährlich. Beide Angestellten absolvierten eine Ausbildung zur Kauffrau. Unterschiede im Gehalt ergeben sich aus der jeweiligen Erfahrung und der Art der Betreuung von Privatkunden. Banker im Bereich Private Banking verdienen besser als ihre Kollegen im Retailgeschäft. Vorteil des Retailgeschäfts stellt der standardisierte Ablauf für alle Transaktionen und Prozesse dar. Im Private Banking betreiben Angestellte einen weitaus größeren Aufwand für den einzelnen Kunden. Im Retailgeschäft machen die Angestellten ihren Gewinn durch die Anzahl derselben. Beide Bereiche bieten profitable Gehälter. Nur die Arbeit unterscheidet sich für das standardisierte Privatkundengeschäft und Private Banking.

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