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Branchenranking 2017: So beeinflusst die Branche das Gehalt

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
10.01.2017
©GEHALT.de

Die Berufserfahrung, die Unternehmensgröße und auch der Standort sind wichtige Einflussfaktoren bei der Zusammensetzung des Gehalts. Im Folgenden werden diese Faktoren allerdings ausgeklammert – wir möchten uns ausschließlich mit der Branche beschäftigten.

Um wie viel kann der Wirtschaftszweig das Gehalt beeinflussen? Welche Sparten bezahlen im Vergleich zum Durchschnitt aller Branchen besonders gut? Welche haben ein eher niedriges Lohnniveau? Das von unseren Kollegen von Compensation Partner ermittelte Branchenranking gibt Antworten.

Unsere Kollegen von Compensation Partner haben 148.000 Gehaltsdaten von 17 branchenübergreifenden Berufsgruppen untersucht. Die Voraussetzung für die Untersuchung: Jeder Beruf muss in allen Branchen vorhanden sein. In die Auswertung fließen also Personalleiter und Geschäftsführer, aber zum Beispiel auch Netzwerkadministratoren. Die Daten stammen aus den letzten 12 Monaten. Wir möchten Ihnen die aktuellen Ergebnisse im Folgenden vorstellen.

Top-Branchen: In diesen Wirtschaftszweigen erwartet Sie das höchste Gehalt

Das Ressort mit dem positivsten Einfluss aus das durchschnittliche Einkommen ist der Maschinenbau. Im Vergleich zum Durchschnitt aller Branchen liegt das Gehalt hier um 25 Prozent darüber.

Ein Plus von über 23 Prozent verbuchen außerdem die Industriezweige Investitionsgüter, die Medizintechnik, der Anlagenbau sowie Softwarehäuser und die Pharmaindustrie.

Bei diesen Branchen ist es allgemein bekannt, dass sie überdurchschnittlich hoch vergüten. Es handelt sich hierbei um lukrative Wirtschaftszweige, die in der Regel über ein sehr hohes Personalbudget verfügen. Dies betrifft alle Berufspositionen und ist unabhängig vom Grad der Ausbildung oder der Spezialisierung.

Im Ranking folgen außerdem Banken (+22 Prozent), die Halbleiterbranche (+21 Prozent) und der Sektor Biotechnologie (+21 Prozent).

Eine Übersicht über die 10 Top-Branchen mit einem positiven Einfluss auf das Gehaltsniveau sehen Sie hier:

Die Top-Branchen 2017

Branchen ohne Auswirkungen auf das Gehalt

Daneben gibt es im Ranking auch Branchen, die sich nicht oder nur kaum auf das Einkommen der Beschäftigten auswirken. Sie bewegen sich im Mittelfeld der Auswertung. Dazu gehören die Branchen Werbung/PR (0,07 Prozent) und die Lebensmittelindustrie (0,63 Prozent). Immobilienunternehmen beispielsweise haben laut Untersuchung sogar einen Branchenfaktor von genau null Prozent.

Das heißt, im Vergleich mit dem Lohnniveau aller Branchen entsprechen die Gehälter in diesen Industrien dem üblichen Marktdurchschnitt. Die monatliche Lohnabrechnung wird hier also nicht beeinflusst.

Flop-Branchen: Die Branchen mit einer niedrigeren Lohnstruktur

Da wir oben die Top-Branchen mit einer positiven Wirkung auf das Gehalt behandelt haben, möchten wir an dieser Stelle die Wirtschaftszweige mit einem Negativ-Einfluss vorstellen.

Im Vergleich zum Durchschnitt aller Branchen schneiden Bildungsinstitutionen (-12,23 Prozent), das Handwerk (-13,68 Prozent), die Rechtsberatung (-13,91 Prozent) sowie Autohäuser (-14,04 Prozent) und der Einzelhandel (-14,09 Prozent) schlechter ab.

Zu den Sparten mit einem negativen Einfluss auf das Gehalt fallen außerdem das Gaststättengewerbe (-15,96 Prozent) und Dienstleistungen (-16,05 Prozent). Zu den Dienstleistungen zählen beispielsweise Berufe in der Kosmetik oder dem Friseur.

Die Spitze der Flop-Branchen wird jedoch besetzt von Krankenhäusern (-17,63 Prozent), Zeitarbeitsfirmen (-22,91 Prozent) und Call Centern (-35,72 Prozent).

Die Differenz zwischen Maschinenbau und Call Centern – also der Branche mit dem höchsten und der mit dem niedrigsten Faktor – beträgt fast 61 Prozent: Ein Buchhalter kann in der Maschinenbaubranche also mit einem deutlich höheren Gehalt rechnen als in einem Call Center.

Eine Übersicht über die 10 Flop-Branchen mit einem negativen Einfluss auf das Gehaltsniveau sehen Sie hier:

Die Flop-Branchen 2017

Das gesamte Ergebnis des Branchenrankings können Sie hier kostenfrei einsehen und downloaden: Das Branchenranking 2017

Warum sich ein Branchenwechsel lohnen kann

Ein Branchenwechsel kann durchaus lohnenswert sein und mit einem Gehaltssprung einhergehen. Dies ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Beschäftigte in einen Wirtschaftszweig abwandern, der im Ranking weiter oben liegt. Dies trifft vor allem für Berufe zu, die nicht unbedingt auf eine Branche spezialisiert sind wie beispielsweise Marketing Manager, Personaler, IT-ler oder Buchhalter. Lohnenswert ist der Wechsel in eine Branche mit einem niedrigeren Branchenfaktor nur dann, wenn dies für den Beschäftigten einen Karrieresprung bedeutet. Das kann beispielsweise die Übernahme einer Führungsposition sein.

Wer den Wirtschaftszweig wechselt, hat neben dem finanziellen Aspekt außerdem die Möglichkeit, sich in ein neues Fachgebiet einzuarbeiten. Dies können Beschäftigte als Chance sehen, gleichzeitig kann es ihnen aber auch viel Motivation und Kraft abverlangen.

Persönliches Interesse an der Branche beachten

Auch wenn Beschäftigte mit einem Wechsel der Branche eine Gehaltserhöhung erhalten können, sollten auch nach persönlichem Interesse handeln. Bevor ein solcher Wechsel ansteht, stellen Sie selbst einige Fragen: Bin ich bereit mich in ein ganz neues Fachgebiet einzuarbeiten? Kann ich mich für die Thematik motivieren? Finde ich dort das Umfeld, in dem ich gerne arbeiten möchte?

Die Top-Branchen aus dem Ranking beinhalten teilweise komplexe und anspruchsvolle Themenfelder. Außerdem handelt es sich bei Unternehmen aus diesen Wirtschaftszweigen nicht selten um traditionelle Betriebe beziehungsweise Konzerne mit einer festen und eher konservativen Unternehmenskultur. Wer eine Start-Up-Atmosphäre sucht, wird sich hier seltener finden.

Ein erstes Gefühl dafür, ob Sie sich in einer Branche beziehungsweise konkret in einem Unternehmen wohl fühlen, erhalten Sie bereits beim ersten persönlichen Kennenlernen.

Neue Branchen im Blick behalten

Wer zukunftsfähig sein möchte, sollte bei der Branchenwahl die Augen offen haben. Insbesondere unter den Stichworten Industrie 4.0 und der fortschreitenden Digitalisierung entstehen neben neuen Berufsfeldern auch neue Branchen. Dort werden Technologien entwickelt und Innovationen vorangetrieben. Ein Beispiel dafür sind neue Wirtschaftszweige wie der Fintech-Branche oder dem e-Sports. Dem e-Sportsmetier haben wir uns bereits in unserem Beitrag zu den Trendberufen 2017 ausführlicher gewidmet.

 

Weiterführende Informationen

Viel Arbeit, wenig Brot? Die Gehälter in Startups

Jobs mit Zukunft: Das sind die Trendberufe 2017

Die bestbezahlten Jobs 2016: Top- und Flopgehälter in Deutschland

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