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Wirtschaftsjurist/-in – Berufsbild

Wirtschaftsjuristen bzw. Wirtschaftsjuristinnen kümmern sich um einen reibungslosen betriebswirtschaftlichen sowie rechtlich sicheren Ablauf der Geschäfte eines Unternehmens oder Betriebes. In diesem Zusammenhang beraten sie das Unternehmen in unterschiedlichen Rechtsangelegenheiten wie etwa hinsichtlich der Gestaltung von Arbeitsverträgen, Steuerzahlungen oder außergerichtlichen Verfahren.

Was macht ein Wirtschaftsjurist?

Durch die Verknüpfung von rechtlichen Inhalten mit betriebswirtschaftlichen Themen und die damit einhergehende Doppelqualifikation können Wirtschaftsjuristen sowohl in wirtschaftlichen als auch in rechtlichen Fragen mitarbeiten. Dies führt dazu, dass die Arbeitsbereiche von Wirtschaftsjuristen sehr vielfältig sind und die einzelnen Tätigkeiten stark variieren – je nachdem, in welchem Unternehmen bzw. Bereich sie tätig sind.

Im Bereich des Managements von Firmen erfüllen Wirtschaftsjuristen eine überwachende, koordinierende sowie organisatorische Funktion. Um die Unternehmensleitung zu unterstützen, informieren sie diese über wichtige Steuer- und Steuerrechtsfragen. In diesem Zusammenhang klären sie z. B. vorab komplizierte Sachverhalte auf und erstellen Entscheidungshilfen. Dazu werten Wirtschaftsjuristen Statistiken aus, erarbeiten Wirtschaftlichkeitsanalysen und verfassen Verträge und Angebote.

Auch Tätigkeiten im Bereich Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung fallen in den Aufgabenbereich von Wirtschaftsjuristen. Sie beraten Mandanten in Steuerrechtsfragen, verfassen Steuererklärungen und überprüfen die Korrektheit von Bilanzen, Buchführung und Jahresabschlüssen.

Im Personalwesen kümmern sich Wirtschaftsjuristen um die rechtliche Ausarbeitung von Arbeitsverträgen und Betriebsvereinbarungen.

Auch im Bereich Marketing kommen Wirtschaftsjuristen zum Einsatz. Dort sind sie dafür zuständig, ein neues Produkt von dessen Entwicklung über den rechtlichen Schutz bis hin zur Vermarktung zu betreuen.

Bei Versicherungs- und Kreditinstituten übernehmen Wirtschaftsjuristen die Betreuung der Kunden und kümmern sich z. B. um die Abwicklung und Bearbeitung von Krediten. Darüber hinaus befassen sie sich mit Schadensfällen sowie der Gestaltung von Versicherungsverträgen und -tarifen.

Außerdem können Wirtschaftsjuristen im Bereich des Nachforderungsmanagements tätig sein. Dort kontrollieren und bewerten sie etwa Verzögerungen oder andere vertragliche Abweichungen und erarbeiten Strategien, um die Nachforderung des Vertragspartners abzuwenden und eigene Nachforderungen durchzusetzen.

Wie wird man Wirtschaftsjuristin?

Wer als Wirtschaftsjuristin tätig sein möchte, benötigt ein abgeschlossenes Studium im Bereich Wirtschaftsrecht. Dieses kann sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen absolviert werden. Ebenfalls ist es möglich den universitären Studiengang Rechtswissenschaften zu studieren. In diesem Fall befähigt der Abschluss als Volljuristin automatisch zur Ausübung der Tätigkeit als Wirtschaftsjuristin.

Mögliche Arbeitgeber von Wirtschaftsjuristen

Wirtschaftsjuristen arbeiten hauptsächlich in den Rechtsabteilungen von Unternehmen, werden aber teilweise auch in Kanzleien eingesetzt. Darüber hinaus gibt es für Wirtschaftsjuristen aber noch viele weitere Karrierechancen. Sie können z. B. auch in Finanz-, Vertriebs-, Beschaffungs- und Personalabteilungen oder in großen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig sein.

Im Überblick können Wirtschaftsjuristen in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen
  • Banken und Kreditinstitute
  • Öffentliche Verwaltungen
  • Wirtschaftsverbände und -kammern
  • Unternehmensberatungen
  • Versicherungen und Finanzdienstleister
  • Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsverbände
  • Immobiliengesellschaften
  • Schiedsgerichtswesen und Mediation

Auch eine Tätigkeit in der Insolvenzverwaltung z. B. als Insolvenzsachbearbeiter ist für Wirtschaftsjuristen denkbar.

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