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Die große Gehaltsstudie der Werbebranche 2017: Die Gehälter der Kreativen

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
13.11.2017
©GEHALT.de

Kaum eine Branche ist von Schnelllebigkeit so stark betroffen wie die Werbe- und PR-Industrie. Um die Gehälter der Kreativen einmal näher zu beleuchten, hat GEHALT.de in Kooperation mit der Personalberatung „DESIGNERDOCK“ und dem Fachmedium „W&V“ 4.605 Gehaltsdaten aus der Agenturlandschaft und 91.771 Datensätze aus dem Industriesektor analysiert. Dabei wurden unter anderem Agenturgröße und -typ sowie der regionale Faktor berücksichtigt.

Wer in einer Werbeagentur arbeitet, kann sich über mangelnde Abwechslung im Job nicht beschweren. Zudem stehen Beschäftigte in der Branche unter hohem Performancedruck und müssen immer über neue Trends im Bilde sein. Doch spiegelt sich das auch in den Gehältern wider? Dies soll in der großen Gehaltsstudie der Werbebranche untersucht werden

Als Datengrundlage dienten 4.605 Daten aus der Branche Werbung und PR sowie 91.771 Datensätze aus dem Industriesektor. Zusätzlich wurden die Gehälter von 21 Berufen aus der Industrie und 32 aus der Werbebranche ermittelt und gegenübergestellt. Die Teilnehmer dieser Studie sind überwiegend junge Menschen, die häufig in kleinen Agenturen beschäftigt sind und keine Personalverantwortung tragen – ein Grund dafür, dass in der Studie manche Gehälter verhältnismäßig niedrig ausfallen. Doch diese Datengrundlage spiegelt die tatsächliche Agenturlandschaft in Deutschland wider, da hierzulande nur wenige große Agenturen wie „Jung von Matt“ oder „Serviceplan“ existieren. Demgegenüber stehen hunderte kleine bis kleinste Betriebe, deren Gehälter meist deutlich niedriger sind.

Die Studie profitiert vor allem von den Kenntnissen der zwei Kooperationspartner. Dazu zählt zum einem DESIGNERDOCK als erfolgreiche Personalberatung für die gesamte Kommunikationsbranche und zum anderem W&V als führendes Fachmedium in diesem Bereich. So wird die Branche vielschichtig betrachtet und die Ergebnisse werden auf Basis umfangreichen Fachwissens ausgewertet.

Die Branche liegt im Durchschnitt

Der erste Teil der Studie behandelt einen Branchenvergleich. Dabei wurden ausschließlich Gehaltsdaten von Berufen miteinbezogen, die in allen untersuchten Bereichen vorhanden sind. Dies betrifft beispielsweise die Daten von Personalleitern, Geschäftsführern oder auch Sekretärinnen und Sekretären. Mit 0,07 Prozent liegt die Werbe- und PR-Branche im Vergleich zum Lohnniveau der anderen Branchen im üblichen Marktdurchschnitt. Zum Vergleich: Auf dem ersten Platz befindet sich die Maschinenbaubranche mit einem Plus von 25 Prozent.

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Große Agenturen zahlen bessere Gehälter

Die Studie verdeutlicht außerdem, dass kleinere Agenturen mit einer überschaubaren Mitarbeiterzahl nur niedrige Gehälter zahlen können, wohingegen große Agenturen in der Lage sind, ihre Angestellten großzügiger zu entlohnen. Ein Grund hierfür sind in erster Linie die Kunden, die von einer Agentur akquiriert wurden. Namhafte Marken beauftragen grundsätzlich größere Agenturen mit deutlich mehr Personal, sodass auch das Honorar höher ist. Kleine Agenturen betreuen meist Kunden, die über ein geringeres Budget verfügen und der Agentur weniger zahlen können. Zudem sind dort überwiegend junge Menschen beschäftigt, die als Berufsanfänger ohnehin weniger verdienen.

Hinsichtlich des Agenturtyps schneiden Direktmarketing-Agenturen am besten ab. Hier liegt der Median bei einem Jahresgehalt von knapp 38.000 Euro. In Mediaagenturen sind es hingegen etwa 37.000 Euro jährlich. Gravierendere Gehaltsunterschiede konnten im Agenturtyp-Vergleich allerdings nicht festgestellt werden.

Starke regionale Unterschiede

Wie auch in vielen anderen Branchen, befindet sich das Einkommen im Osten Deutschlands in einem niedrigeren Segment. In den östlichen Bundesländern bewegt sich die Vergütung 12 bis 15 Prozent unterhalb des Durchschnitts – in Westdeutschland liegen die Werte hingegen knapp darüber.

Die Branche im regionalen Vergleich

Bundesland Gehaltsniveau
Hessen 110,7 %
Baden-Württemberg 109,4 %
Bayern 106,1 %
Hamburg 105,2 %
Nordrhein-Westfalen 99,8 %
Rheinland-Pfalz 98,7 %
Bremen 96,5 %
Berlin 94,2 %
Saarland 93,7 %
Niedersachsen 91,9 %
Schleswig-Holstein 90,6 %
Thüringen 79,7 %
Sachsen 78,4 %
Brandenburg 77,6 %
Sachsen-Anhalt 76,7 %
Mecklenburg-Vorpommern 75,4 %

Gender Pay Gap von 13 Prozent bei höheren Gehaltsklassen

Wie auch in vielen anderen Bereichen, ist auch in der Werbe- und PR-Branche eine Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen zu beobachten. Während weibliche Fachkräfte in Werbung und PR circa 34.000 Euro verdienen, liegt der Median bei männlichen Beschäftigten bei 37.500 Euro. Stärker ist die Differenz zwischen jährlichen Gehältern bei den Führungskräften: Hier verdienen Männer fast 20.000 Euro mehr. Werden die Daten allerdings bereinigt und nur Fach- und Führungskräfte identischen Parametern in Bezug auf Ausbildung, Beruf, Berufserfahrung und Alter miteinander verglichen, liegt der Gender Pay Gap bei 3,9 Prozent. In höheren Gehaltsklassen beträgt die bereinigte Entgeltlücke allerdings 13 Prozent und schneidet somit im Branchenvergleich am schlechtesten ab.

Fachkräfte in der Werbung und PR

  Q1 Median Mittelwert Q3
weiblich 28.791 € 33.777 € 36.344 € 41.280 €
männlich 30.786 € 37.500 € 40.948 € 47.156 €

Führungskräfte in der Werbung und PR

  Q1 Median Mittelwert Q3
weiblich 60.647 € 66.595 € 73.136 € 81.728 €
männlich 69.375 € 84.932 € 100.668 € 108.509 €

Die Berufe: Vom Art Director bis hin zum UX-Designer

Neben Regionalität, Agenturtyp und -größe wurden in der Studie vor allem einzelne Berufe unter die Lupe genommen. Somit gibt die Auswertung einen guten Gesamtüberblick über die Bandbreite an Berufsgruppen in der Werbe- und PR-Branche und natürlich deren Vergütungsniveaus. Darüber hinaus haben wir zum Vergleich die Gehälter für dieselben Berufe aus dem Industriesektor herangezogen. In der Branche ist es zwar allgemein bekannt, dass Unternehmen aus der Industrie besser zahlen, wie groß die Unterschiede aber tatsächlich sein können, zeigt die Studie.

SEO-Manager punkten mit Berufserfahrung

Um ein Beispiel aus der Studie zu nehmen: Die Gehaltdaten eines Search Engine Optimization-Managers (SEO-Manager) wurden unter verschiedenen Aspekten näher beleuchtet. Ein SEO-Manager ist dafür zuständig, dass Internetseiten im Suchmaschinenranking auf höheren Plätzen erscheinen, wodurch der Bekanntheitsgrad der Marke gesteigert werden soll.

Losgelöst von Faktoren, wie der Größe des Unternehmens oder der Berufserfahrung des Beschäftigten, liegt das Jahreseinkommen eines SEO-Managers bei circa 39.000 Euro. Berufsanfänger mit wenig praktischer Erfahrung steigen mit einem relativ geringen Einkommen in die Berufswelt ein: Hier liegt das jährliche Gehalt bei circa 29.600 Euro. Auffällig ist vor allem der Sprung, den das Gehalt nach drei Jahren Berufserfahrung macht: Mit drei bis sechs Jahren Praxiserfahrung verdient ein Angestellter im Bereich der Suchmaschinenoptimierung 40.600 Euro im Jahr – die Differenz beträgt somit circa 10.000 Euro.

Gehaltsdaten eines SEO-Managers

  Q1 Median Mittelwert Q3
Gesamt 33.038 € 38.946 € 41.302 € 47.532 €

Nach
Berufserfahrung

       
< 3 Jahre BE 24.125 € 29.587 € 31.498 € 40.533 €
3-6 Jahre BE 33.260 € 40.600 € 42.649 € 48.544 €
> 9 Jahre BE 38.077 € 44.250 € 47.936 € 61.139 €
Nach Anzahl der Mitarbeiter                                             
klein < 101 MA 31.946 € 37.200 € 40.332 € 47.679 €
mittel 101-1000 MA 40.802 € 50.578 € 48.689 € 54.686 €
groß > 1001 MA - - - -

Der Top-Beruf neben der Geschäftsführung: Der Marketingleiter

Neben der Geschäftsführung, deren Jahreseinkommen bei circa 105.000 Euro liegt, sticht vor allem der Marketingleiter mit einem Median von 86.000 Euro heraus. Ein Jahreseinkommen, das die große Verantwortung hinsichtlich der Entwicklung von Strategien, Konzepten und Analysen widerspiegelt.

Fazit: Sehr hohe Lohndiskrepanzen

Durch die Auswertung von Tätigkeitsfeldern und deren Gehältern, wird deutlich, dass im Bereich der Werbung und PR große Lohndiskrepanzen vorhanden sind. Zwar liegt die Branche im direkten Vergleich zu anderen Bereichen im Durchschnitt, jedoch wurden hierbei auch nur Berufe untersucht, die in jeder Branche vertreten sind. Im Hinblick auf die Spezialisten der Branche ist dies nicht der Fall: Werbefachleute, PR-Profis und Designer werden erheblich geringer vergütet. Vor allem bei Berufseinsteigern, wie Trainees und Junior-Positionen, sind niedrige Gehälter besonders verbreitet.

Zudem ist anzumerken, dass UX-Designer, Projektmanager, Texter oder Spezialisten im technischen Bereich bereits branchenübergreifend und nicht nur in der Agenturlandschaft gesucht werden. Durch die zunehmende Digitalisierung wird die Nachfrage nach Digital Experts größer, was am Beispiel des UX-Designers deutlich wird: Erfahrene UXler verdienen mehr als 50.000 Euro im Jahr, in größeren Unternehmen sogar mehr als 60.000 Euro – ein starker Anstieg im Vergleich zu den letzten fünf Jahren. Dies ist Grund zur Annahme, dass der Bedarf auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird – was unweigerlich auch die Gehälter beeinflussen und in die Höhe treiben wird.

Über die Kooperationspartner

Die Personalberatung DESIGNERDOCK existiert seit 1996 und hat mittlerweile Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, München, Stuttgart, Wien und Zürich. Sie fungiert dort als Vermittler zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dabei kümmern sich bereits 45 Personalberater, die über ein umfassendes Wissen im Kommunikationsbereich verfügen, um circa 300 neue Jobs im Monat.

Mit circa 1,1 Millionen Visits monatlich schnürt W&V als auflagenstärkstes Wochenmagazin der Kommunikationsfachpresse und eines der reichweitenstärksten Fachportale ein unverzichtbares Gesamtpaket, das alle Entscheider aus Marketing, Agenturen und Medien für ihre Arbeit und Karriere brauchen. Dabei hat das Medium stets das aktuelle Tagesgeschehen im Blick und verfügt über das entscheidende Wissen darüber hinaus.

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