News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Gehalt als ungelernte Kraft versus gelernte Kraft

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Ausbildung & Berufseinstieg
22.04.2013

Auf die Frage nach dem Gehalt haben neben der Ausbildung noch andere Faktoren einen Einfluss. So sind Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Dauer der Beschäftigung und in manchen Betrieben eventuelle Leistungszuschläge mit zu beachten. Ebenfalls ist von großer Bedeutung, ob der Betrieb nach Tarif bezahlt, oder nicht.

Bei tariflicher Bezahlung erhält ein ungelernter Mitarbeiter weniger Gehalt als ein Gelernter in der gleichen Position, sofern die anderen Eckdaten, also Alter, Betriebszugehörigkeit und so fort ebenfalls gleich sind. Die Unterschiede in der Bezahlung sind meist nicht sehr groß, jedoch vorhanden. Auch hat eine gelernte Kraft durch die abgeschlossene Berufsausbildung mehr Wege und Möglichkeiten, als das bei einer ungelernten Kraft der Fall ist.

Vergleichsbasis: Stundenlohn

Natürlich macht es überhaupt keinen Sinn, die Zahlen anhand der Lohnabrechnung zu vergleichen. Wenn etwa in einem Gastronomiebetrieb eine gelernte Kraft auf 35 Stunden die Woche kommt eine ungelernte hingegen auf 50, wird die ungelernte Kraft am Ende des Monats sicherlich etwas mehr Geld bekommen. Rechnet man die Werte auf die Arbeitsstunden um, sieht es wieder anders aus.

In vielen Einzelhandelsbetrieben werden gelernte Kräfte ebenso bezahlt, wie ungelernte. Das hängt von der Bindung an einen Tariflohn ab, die im Einzelhandel bekanntermaßen nicht weit verbreitet ist. Auch ein anderes Rechenexempel ist noch interessant: ungelernte Kräfte arbeiten meist in sogenannten Minijobs. Die Stundenzahl ist geringer, es dürfen jedoch mittlerweile bis zu 450 Euro verdient werden. Auf die Stunden umgerechnet kann sich durchaus zeigen, dass der Minijobber einen höheren Stundenlohn hat, als eine Teilzeit- oder Vollzeitkraft.

Lohnt sich eine Ausbildung überhaupt?

Die Antwort ist ein klares Ja!. Denn gelernte Kräfte haben Möglichkeiten wie Fortbildung in ihrem Fachbereich, die sich dann mehr auf das Gehalt auswirken, oft ist die Ausbildung Voraussetzung für die Fortbildung. Auch hat eine gelernte Kraft mehr Möglichkeiten, sich eine andere Stelle zu suchen oder innerhalb des Betriebes aufzusteigen. Ein ungelernter Mitarbeiter im Baugewerbe etwa, wird sehr viel seltener zum Polier (Vorarbeiter) oder in andere höhere Positionen aufsteigen, als ein ungelernter. In der „Hackordnung“ der meisten Handwerksbetriebe stehen die Ungelernten noch unter den Auszubildenden.

Wenn der berufliche Weg zu einer Zeitarbeitsfirma führt, kann nicht sicher gesagt werden, ob ein Mitarbeiter, der den fraglichen Beruf gelernt hat besser bezahlt wird, als ein Ungelernter. Es steht hier zu vermuten, dass dies sehr vom Gewerbe und dem Leistungsspektrum der Firma abhängt. Meist ist hier davon auszugehen, dass gelernte und ungelernte Kräfte etwa den gleichen Stundenlohn erhalten. Jedoch zeigt sich auch hier wieder ein Vorteil für die Gelernten: Für sie führen Aufträge in Firmen eher aus der Zeitarbeit heraus in eine Festanstellung als das bei Ungelernten der Fall ist. Sie können diesen Weg auch gehen, müssen dann aber zuerst eine Ausbildung absolvieren.

Viele Jugendliche, die sich nach der Schule nicht für eine Ausbildung entscheiden können, beschließen erst einmal zu jobben, also als ungelernte Kräfte zu arbeiten. Soll aber eine berufliche Karriere die diesen Namen auch verdient beschritten werden, mit langfristig guten Verdienstmöglichkeiten, so kann auch im heutigen gelockerten Arbeitsmarkt dennoch nicht auf eine Ausbildung verzichtet werden.

(0)
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht
Wir verwenden Cookies, damit Sie den besten Service genießen können. Details ansehen