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Welche Berufe profitieren vom neuen Mindestlohngesetz?

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
21.10.2014

Der gesetzliche Mindestlohn tritt 2015 in Kraft. Demnach sollen alle Arbeitnehmer für mindestens 8,50 Euro arbeiten – mit einigen Ausnahmen. Das Gesetz ist umstritten und wird viel diskutiert, dennoch könnten einige Berufe davon profitieren.

 Mindestlohn

Diese Branchen könnten von Mindestlohn profitieren

Nur noch wenige Monate und das neue Gesetz für den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde tritt in Kraft. Langzeitarbeitslose müssen jedoch bei einer Neueinstellung die ersten sechs Monate auch einen niedrigen Stundenlohn in Kauf nehmen. Ebenso gehören Praktikanten, Auszubildende, Jugendliche unter 18 Jahre und ehrenamtlich Tätige zu den Ausnahmen. Diejenigen, die in einer Branche mit niedrigem Tariflohn arbeiten, müssen sich gedulden, denn dort gilt eine zweijährige Übergangsfrist. In diesen Berufen profitieren die Mitarbeiter vom Mindestlohngesetz:

➤ Saisonarbeiter , beispielsweise in der Gastronomie oder in der Landwirtschaft

  • Zeitungszusteller – Stufenweise Einführung des Mindestlohns bis 2017
  • Pflegekräfte erhalten ab 1.1.2015 den Mindestlohn
  • Beschäftigte in der Fleischindustrie
  • In privaten Haushalten Beschäftigte, wie Reinigungskräfte, Gärtner oder Haushaltshilfen
  • Beschäftigte im Einzelhandel
  • Taxifahrer
  • Arbeitnehmer im verarbeitendem Gewerbe
  • Friseure
  • Und weitere Berufe mit derzeitigem Niedriglohn

Bei Mini-Jobbern gilt ebenfalls das Mindestlohngesetz. Bei pauschaler Bezahlung muss der Stundenlohn mindestens 8,50 Euro betragen. Kommt dieser Stundenlohn aufgrund zu vieler Arbeitsstunden nicht zustande, haben Mini-Jobber Anspruch auf Aufschlag.

Mindestlohn – immer noch umstrittenes Thema

Geringfügig Beschäftigte sind – oberflächlich betrachtet – die Gewinner des Mindestlohngesetzes. Schaut man einmal genauer hin, wird sich zeigen, ob der Gewinn tatsächlich ein Gewinn bleibt. Steigende Lohnkosten bedeuten steigende Preise. Werden Friseure besser bezahlt, wird der Haarschnitt zukünftig mehr kosten. Wer wird sich noch eine Fahrt mit dem Taxi leisten können und wohin werden sich die Lebensmittelpreise entwickeln? Einige Unternehmen werden zu kämpfen haben und viele Arbeitgeber gehen davon aus, dass sie Arbeitsplätze abbauen müssen. So rechnet man beim Deutschen Taxi- und Mietwagenverband damit, dass in dieser Branche rund 50 000 Jobs wegfallen werden. Zudem befürchten Experten, dass in Zukunft weniger junge Menschen eine Ausbildung absolvieren. Die Verführung ist groß, direkt nach der Schule einen Job anzunehmen, wenn man als Ungelernter mindestens 8,50 Euro Stundenlohn bekommt und dagegen als Auszubildender wesentlich weniger Geld erhält.

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