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Bankkaufmann – ein Beruf verschwindet!

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Kategorie: Berufe & Gehälter
29.07.2015

Banken und Sparkassen müssen sparen

Niedrige Zinsen und die Euro-Rettungsaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) zwingen Sparkassen und Banken zu einem drastischen Sparkurs. Das ursprüngliche Geschäftsmodell der Banken und Sparkassen funktioniert nicht mehr. Das Modell arbeitet nach dem Prinzip, dass die Kassen bei Privatkunden Geld einsammeln und dieses zu höheren Zinsen in Form von Krediten an Unternehmer oder Hausbauer wieder ausleihen. Die Niedrig-Zinspolitik der EZB bewirkt, dass Banken unter Druck geraten. Die Gewinne sinken während gleichzeitig die Personalkosten weiter steigen. Die Konsequenz ist, dass Sparkassen und Banken zahlreiche Filialen schließen. Besonders in ländlichen Gebieten hat das Filialsterben bereits enorme Ausmaße angenommen.

Saurer Banker

Konkurrenz für Bankfilialen

Auch vor dem Bankgewerbe macht der technologische Fortschritt nicht halt. Moderne Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten ersetzen immer häufiger den netten Mitarbeiter am Kassenschalter. Der Service ist zwar unpersönlicher, steht aber vielerorts für 24 Stunden an allen Wochentagen zur Verfügung. Berufstätige Kunden, die kaum Gelegenheit haben, eine Sparkasse während der Öffnungszeiten aufzusuchen, freuen sich seit langem über die automatisierten Servicezentren. Einen weiteren großen Teil an Bankgeschäften übernimmt aktuell das Internet. Onlinebanking ist weit verbreitet und erfreut sich dank sicherer Zahlungsoptionen wie PayPal wachsender Nutzung. Kunden vergleichen die angebotenen Produkte direkt bequem von zuhause aus und erledigen am Computer die meisten ihrer Bankgeschäfte. Online-Banken, die kein Filialsystem besitzen und daher nur geringe Personalkosten verbuchen, bieten Kontoführungen und andere Services weitaus günstiger an als Volksbanken und Sparkassen. Wer derzeit noch engmaschige Filialnetze unterhält, gerät schnell ins Hintertreffen.

Wer will noch Bankkaufmann /-frau werden?

Bisher waren besonders handwerkliche Ausbildungsberufe im Focus, vom Aussterben bedroht zu sein. Wenig gelehrt und gelernt werden in unserer schnelllebigen Gesellschaft noch Buchbinder, Böttcher, Hufschmied, Imker, Glockengießer oder Maßschuhmacher. Die traditionellen Handwerksberufe dienen in der Regel nicht mehr dazu, dass sie den Lebensunterhalt finanziell sichern und eine Zukunftsperspektive bieten. Dabei fragen sich jedes Jahr, wenn das Ende der Schulzeit naht, viele Schüler die wichtige Frage, was sie in Zukunft machen wollen. Beliebt sind nach wie vor kaufmännische Ausbildungen, beispielsweise zum/zur Industriekaufmann /-frau und Kaufleute im Groß- und Einzelhandel oder der IT-Branche. Seit langem steht weit oben auf der Liste der häufig gewählten Ausbildungsberufe der/die Bankkaufmann /-frau. Die Schalterhallen von Sparkassen und Banken gelten im Allgemeinen immer noch als heile Welt, in der eine berufliche Karriere rentable Aussichten bietet.

Gute Jobchancen für Bankkaufleute

Wenn auch die geschäftlichen Strukturen von Banken und Sparkassen einen Wandel erleben, haben ausgebildete Bankkaufleute am Markt gute Perspektiven, interessante zukunftsweisende Berufe zu finden. Wer die Prüfung im Bankgewerbe erfolgreich ablegt, schafft ein ordentliches Sprungbrett für eine Karriere. Der Arbeitsplatz in der lokalen Filiale um die Ecke mag erfolgversprechend gegen einen Job im Bereich Risikomanagement eingetauscht werden. Die strengen Regulierungen durch Aufsichtsbehörden bedingen, dass Banken in diesem Gebiet mehr Mitarbeiter brauchen. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze bei Sparkassen und Banken konzentriert sich auf die Rubriken IT und Banking-Vernetzung. Große Vermögen verwalten interessierte Bankkaufleute in den Branchen Investmentbanking, Unternehmensfinanzierung und Private Wealth Management.

Attraktive Jobs ohne Kundenverkehr

Für den Fall, dass immer mehr Bankfilialen schließen, orientieren sich Bankkaufleute am Arbeitsmarkt neu. Naheliegende berufliche Fortbildungsmaßnahmen eröffnen ihnen neue Berufsfelder. Wer sich für Marketing und Design interessiert, kann mit einer einschlägigen Weiterbildung Arbeit in Werbeagenturen oder Abteilungen für Produktentwicklung bekommen. Udo R., (39), hat sich nach der Ausbildung zum Bankkaufmann bei einer Sparkasse im Bereich Buchhaltung spezialisiert. „Nach vielen Jahren Schaltertätigkeit in einer Sparkassenfiliale wollte ich einen ruhigeren Job ohne Publikumsverkehr. Ich hatte das Bedürfnis, eine Sache ohne Unterbrechung zu Ende bringen zu können. Das war bei der Bank unmöglich.“ Udo R. fängt in einem mittelständischen Unternehmen als Buchhalter an. „Mit meinen Zeugnissen und der guten Ausbildung war es kein Problem, die Jobzusage zu erhalten. Die neuen Aufgaben waren gar nicht so schwierig, wie ich eingangs befürchtet hatte. Nachdem ich mich gut eingearbeitet hatte und gemerkt habe, dass mir die Arbeit mit Buchungen und Zahlen viel Spaß macht, habe ich eine Fortbildung zum Bilanzbuchhalter durchgezogen. Das war nebenberuflich ein hartes Stück Arbeit, hat sich aber voll ausgezahlt. Inzwischen bin ich als Leiter der Finanzbuchhaltung mit Ausbildereignung in einer Kulturinitiative tätig. Mein Team besteht aus vier festen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.“

Bankkaufleute im Hörsaal

Eine berufliche Umorientierung bietet für Bankkaufleute ein Hochschulstudium. Sie haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Themen, die sie mit einer Hochschulzugangsberechtigung studieren können. Trefflich ist das Studienfach Betriebswissenschaften, mit dem sich vielversprechende und facettenreiche Berufsmöglichkeiten ergeben. Ein Studium des Fachs Risikomanagement bietet ebenfalls positive Optionen. Eine selbstständige Tätigkeit mittels eines Beraterbüros ergibt sich für Bankkaufleute zum Beispiel nach dem Abschluss des Studiums im Bereich Financial Consultant. Die Studiengänge müssen nicht zwangsläufig in Vollzeit erarbeitet werden. Viele Bildungsinstitute offerieren berufsbegleitende Studien, als Präsenz- oder Fernunterricht.

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