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Versteckte Helden in der Corona-Krise und was sie verdienen

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Kategorie: Berufe & Gehälter
23.04.2020
Ein älterer Mann arbeitet im Labor.

Mehr und mehr systemrelevante Berufe sollen sukzessive und mit größeren Freiheiten in den neuen Berufsalltag zurückkehren können. Der Vorteil: Eltern in diesen ausgewählten Berufsgruppen können etwa ihre Kinder in der Notfallbetreuung der Kitas unterbringen. Nordrhein-Westfalen weitet daher die Liste der systemrelevanten Berufe aus.

Doch welche Berufe halten das System am laufen und wie steht es um ihre Bezahlung? Zuletzt haben wir dafür eine Gehaltsanalyse zu den systemrelevanten Berufen veröffentlicht. Die Gehälter spiegeln die Notwendigkeit dieser Berufe nicht wider – die Einkommen liegen größtenteils unter dem bundesweiten Median. Die Liste ist nicht vollständig und einige dieser Berufe arbeiten nicht im Vordergrund. Unsere Analysten haben zu diesem Zweck 19.569 Datensätze erhoben und die Gehälter von Fachkräften untersucht, die ihren Beruf meist „unter dem Radar“ verrichten.

Produktionshelfer*innen und Beschäftigte im Gütertransport

Durch die Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen lassen sich viele deutsche Bürger*innen ihre Waren liefern. Daher herrscht besonders jetzt und zu Feiertagen ein hohes Lieferaufkommen.

Produktionshelfer*innen befassen sich mit der Herstellung, Verpackung und Transport verschiedener Produkte. Sie verdienen jährlich 28.200 Euro. Lagerist*innen sind für die Annahme, Lagerung und interne Weitergabe von Waren zuständig und beziehen 30.300 Euro. Logistiker*innen steuern und organisieren den Transportprozess der Waren und Materialien. Ihr Bruttojahresgehalt beträgt 33.100 Euro.

Auch der Gütertransport im Hafen steht nicht still. Hafenarbeiter*innen sind hier für die Koordination von Schiffen und Logistik zuständig. Sie erhalten jährlich ein Einkommen von 30.400 Euro.

Instandhalter*innen der Infrastruktur

Gebäude und Straßen müssen weiterhin instandgehalten werden. Obwohl die Arbeit über längere Zeit fortgesetzt werden konnte, droht vielen deutschen Baustellen aufgrund von Lieferengpässen doch der Corona-Stillstand. Straßenbauer*innen beziehen hier ein jährliches Gehalt von 38.400 Euro.

Reinigungskräfte nehmen im Kampf gegen Corona eine zentrale Rolle ein. Oberflächen, die täglich genutzt werden, müssen gründlich desinfiziert werden, um Ansteckungen zu vermeiden. Werden Krankenhäuser oder Flugzeuge nicht mehr gereinigt, steht auch dort der Betrieb aufgrund von Infektionsgefahr still. Reinigungskräfte beziehen in Deutschland ein Einkommen von 29.900 Euro und damit den niedrigsten Wert in unserer Auswertung.

Elektroniker*innen können unterschiedlichen Spezialisierungen nachgehen, zum Beispiel Betriebs-, Telekommunikations- oder Gebäudetechnik. Sie verdienen jährlich ein Gehalt von 39.400 Euro.

„Es gibt eine Vielzahl an Berufen, die auch in Zeiten der Corona-Krise ihre Arbeit für unser Allgemeinwohl verrichten und nicht sofort für die Massen erkennbar sind. Wie bei den meisten der systemrelevanten Berufe spiegelt sich die Dringlichkeit nicht in der Einkommenshöhe dieser Berufe wider“ 
Dr.Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Vernetzung im Homeoffice durch Netzwerkadministratoren*innen

Durch die Verlagerung vieler Berufe ins Homeoffice hat die digitale Vernetzung in den meisten Sektoren und Branchen zugenommen. Mehr Unternehmen als zuvor sind auf funktionierende IT-Systeme angewiesen, dementsprechend wird die Arbeit von an Netzwerkadministrator*innen umso wichtiger. Sie sind für die Einrichtung und reibungslose Funktion von Netzwerken verantwortlich und überwachen den internen und externen Datenverkehr. Jährlich verdienen sie 43.200 Euro.

Soziale Berufe in Zeiten von Social Distancing

Besonders für Beschäftigte in sozialen Berufen ist die Situation seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie bizarr. Hebammen, die gewöhnlich im engen Kontakt mit Frauen und Neugeborenen stehen, müssen ihn nun auf ein Minimum begrenzen. Erschwerend hinzu kommt der zusätzliche Arbeitsaufwand: Viele Mütter entscheiden sich, unmittelbar nach der Geburt die Klinik zu verlassen, sodass auch die medizinischen Kontrollen von den Hebammen durchgeführt werden müssen.  Sie verdienen rund 38.600 Euro im Jahr.

Sozialarbeiter*innen können ihre eigentliche Arbeit derzeit ebenfalls kaum aufnehmen und werden teilweise anderen Aufgaben zugeordnet. Statt Gruppen beim Jugendtreff zu betreuen, helfen sie beispielsweise bei der telefonischen Elternberatung aus. Ihr Einkommen beträgt 39.700 Euro jährlich.

Tarifliche Berufe in Ämtern

Dazu gibt es eine Vielzahl an Berufen, die tariflich bezahlt werden. Die Vergütung hängt von vielen Faktoren, wie der Art der (Hochschul-)Ausbildung und besonderen Qualifikationen ab und ist je nach Bundesland unterschiedlich reguliert. An dieser Stelle sei an die Sachbearbeiter*innen im Jobcenter und in der Krankenkasse verwiesen, die dafür sorgen, dass zum Beispiel die finanziellen Hilfeleistungen an Jobsuchende oder Krankengelder weiterhin bewilligt werden.

 

Anmerkung: Diese Gehaltsauswertung erhebt keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit. Es existieren eine Vielzahl an Berufen, die nachfolgend nicht genannt werden und die dennoch einen wichtigen Teil zum Allgemeinwohl beitragen. Alle Gehaltsangaben liegen zudem als gerundete Medianwerte vor und sind als Jahresbruttogehälter inklusive Bonuszahlungen zu verstehen.

 Beruf Q1 Median Q3
 Ingenieur*in in der Biotechnologie 48.013 € 52.116 € 55.991 €
 Netzwerkadministrator*in 36.310 € 43.229 € 53.675 €
 Sozialarbeiter*in 34.058 € 39.739 € 47.409 €
 Elektroniker*in 33.566 € 39.352 € 47.500 €
 Laborant*in 32.816 € 38.826 € 47.705 €
 Hebammen bzw. Entbindungspfleger*in 32.526 € 38.643 € 45.280 €
 Straßenbauer*in 31.752 € 38.413 € 48.032 €
 Medizinisch-technische*r Laboratoriumsassistent*in 29.567 € 35.094 € 42.642 €
 Logistiker*in 27.913 € 33.078 € 41.049 €
 Hafenarbeiter*in 27.314 € 30.405 € 44.119 €
 Lagerist*in 26.234 € 30.270 € 35.644 €
 Reinigungskraft 24.457 € 28.926 € 33.455 €
 Produktionshelfer*in 24.576 € 28.229 € 34.611 €
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