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Genossenschaften – Brancheninformationen

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – das sind die Grundbausteine einer jeden Genossenschaft. Sie ist ein freiwilliger Zusammenschluss von mindestens drei Personen mit gleichen wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Absichten und basiert auf dem Gedanken, gemeinsam Ziele schneller und zu besseren Konditionen zu verwirklichen. Vor allem im internationalen Zusammenhang werden Genossenschaften auch oft als Kooperativen bezeichnet.

Jedes Mitglied leistet einen finanziellen Beitrag und erwirbt auf diese Weise einen Genossenschaftsanteil. Mit dem Kapital, dem sogenannten Gesellschaftsvermögen, lassen sich gemeinsame Interessen verwirklichen, ohne dabei abhängig von Dritten zu sein. Jede Kooperative basiert auf einer festgelegten Satzung und fungiert als juristische Person, die Träger von Rechten und Pflichten ist. Dieses Prinzip macht die Genossenschaft zu der insolvenzsichersten Rechtsform Deutschlands und nimmt einen wichtigen Teil der mittelständischen Wirtschaft ein. Allein in Deutschland gibt es über 7.500 Genossenschaften und genossenschaftliche Unternehmen mit rund 20 Millionen Mitgliedern.

Die nicht staatliche Dachorganisation Internacional Co-operative Alliance (ICA) wurde 1895 gegründet und ist heute in allen Wirtschaftssektoren aktiv. Weltweit sind über 700 Millionen Mitglieder Teil einer Kooperative.

Was macht die Genossenschaft so attraktiv?

Unabhängig von der Höhe des Kapitaleinsatzes verfügt jedes Mitglied über eine gleichwertige Stimme, ist also Mitentscheidungsträger. Beschlüsse über die Ziele der Genossenschaft oder die Besetzung des Vorstands werden demokratisch getroffen. Der Vorstand leitet die Genossenschaft eigenverantwortlich und wird, vor allem bei größeren Zusammenschlüssen, vom sogenannten Aufsichtsrat überwacht, um einen Machtmissbrauch auszuschließen und eine transparente Vorgehensweise zu gewährleisten. Insofern kann man die Kooperative als praktizierte Wirtschaftsdemokratie sehen.

Oft ist die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft für weniger breit aufgestellte Betriebe die einzige Möglichkeit, sich auf dem Markt gegen die Großkonzerne behaupten zu können.

Einzelne Kooperativen können auch Teil eines Genossenschaftsverbandes sein. Als Dienstleister vertritt dieser die Interessen der Mitgliedsgenossenschaften, unterstützt sie durch juristische und betriebswirtschaftliche Beratungsangebote oder fördert die Branche durch Gründungsinitiativen. Außerdem prüfen sie die Mitglieder auf ihre Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftslage, um finanzielle Schäden zu vermeiden. Genossenschaftsverbände bieten zudem Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Beispielsweise offerieren die Wohnungsbaugenossenschaften Deutschland Ausbildungen zur Immobilienkauffrau, zum Gärtner, Maler, Kaufmann für Büromanagement oder zur Informatikkauffrau.

Genossenschaften in jeder Branche

Bereits im Mittelalter gab es Personenzusammenschlüsse, die beispielsweise die Finanzierung von Beerdigungen oder Begräbnissen gemeinsam lösten. Die Genossenschaft in ihrer Ursprungsform geht jedoch auf die Prinzipien von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts riefen diese die ersten Kooperativen in Form von Hilfsaktionen für notleidende Bevölkerungsgruppen ins Leben, da im Zuge der Industrialisierung viele Menschen aufgrund der Wirtschaftssituation am Existenzminimum lebten.

Heute sind Genossenschaften in allen Wirtschaftsbereichen vertreten:

  • Genossenschaftsbanken bzw. Kreditgenossenschaften
  • Raiffeisen-Genossenschaften
  • Wohnungsgenossenschaften
  • Gewerbliche Genossenschaften
  • Konsum-Genossenschaften
  • Energiegenossenschaften
  • Schülergenossenschaften
  • Generationengenossenschaften

Genossenschaftsbanken bieten als selbstständige Kreditinstitute Finanzleistungen an. Ein Beispiel hierfür ist die Genossenschaftliche Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, deren Bilanzsumme im mehrstelligen Milliardenbereich liegt.

Agrargenossenschaften und Kooperativen in der Landwirtschaft zählen zu den Raiffeisen-Genossenschaften. Sie sind wichtige Handels- und Vertragspartner der Landwirte, sorgen beispielsweise für Qualitätssicherung und Herkunftsnachweise und stellen Bedarfsgüter wie Heizöl zur Verfügung.

Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften sind Mieter, Kapitalgeber wie auch Bewohner. Wohnungsgenossenschaften investieren effizient in die Verbesserung und Erweiterung des Wohnraums und versorgen den Markt mit attraktiven Angeboten.

Energiegenossenschaften tragen maßgeblich zum Umstieg auf erneuerbare Energien bei und beziehen dabei regionale Standortfaktoren in die Verwirklichung ihrer Projekte mit ein. Maßnahmen zur nachhaltigen Energiegewinnung treffen oftmals auf weniger Widerstand, da große Teile der Bürger selbst an der Genossenschaft beteiligt sind und sich persönlich mit den Vorhaben identifizieren können.

Schülergenossenschaften dienen dazu, junge Leute mit wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Vorgängen vertraut zu machen und vermitteln wichtige Kompetenzen und Orientierung für das spätere Berufsleben. Sie werden von einer realen Genossenschaft betreut.

Berufe in Genossenschaften

Prinzipiell kann jeder Bürger Teil einer Genossenschaft sein, wodurch sich branchenspezifisch extrem unterschiedliche Berufsmöglichkeiten ergeben. Wohnungsbaugenossenschaften bieten beispielsweise Anstellungen als Hausmeister, Technikerin, Immobilienkaufmann, Maler oder Finanzbuchhalterin an, wohingegen in Agrargenossenschaften Land- und Tierwirte, Pflanzenbauleiterinnen, Landmaschinenmechatroniker oder Herdenmanagerinnen tätig sind.

Eine Genossenschaft gliedert sich allerdings immer in die Organe Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung, sodass in der Verwaltung wiederkehrende Berufsbilder auftreten.

Typische Berufe und Gehälter in Genossenschaften

Gehalt in der Genossenschaftsbranche

Besonders bei großen Genossenschaftsunternehmen sind die Gehälter im Verhältnis zu anderen Branchen durchschnittlich bis überdurchschnittlich, abhängig von der Positionierung der Tätigkeit. Der Vorstand ist vergleichbar mit der Geschäftsführung eines Unternehmens und wird demnach auch hoch vergütet.

Aufgrund der hohen Insolvenzsicherheit von Genossenschaften sind umfangreiche Sozialleistungen und ein sicherer Arbeitsplatz üblich. Kooperativen verfolgen in erster Linie das Ziel, ihre Mitglieder wirtschaftlich abzusichern und handeln nicht rein gewinnorientiert.

Jobangebote für Genossenschaften

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Branchen von A bis Z

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