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Wie viel verdient ein Berufsschullehrer?

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Kategorie: Berufe & Gehälter
28.09.2015

Die Einkünfte von Berufsschullehrern sind sehr unterschiedlich. Wie bei anderen Lehrkräften auch, sind nicht alle von ihnen verbeamtet. Auch die Frage, wer Arbeitgeber ist, also das Land, der Bund, oder auch Innungen und Kammern, spielen ebenfalls eine erhebliche Rolle. Manche Berufsschullehrer üben die Lehrtätigkeit nebenberuflich aus, und unterrichten stundenweise neben ihrem Hauptberuf.

Die Entscheidung an der Berufsschule zu unterrichten setzt in fachkundlichen Fächern voraus, dass der Beruf, in dem unterrichtet werden soll erlernt und mindestens zwei bis fünf Jahre praktiziert worden sein muss. In manchen Handwerksberufen ist zudem der Meistertitel erforderlich. Nicht fachspezifische Fächer wie Deutsch, Religionsunterricht, Sozialkunde oder ähnliches können genauso ergriffen werden, wie das Lehramt an Mittelschulen oder Gymnasien.

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Wie wird man Berufschullehrer?:

Der sicherste Weg, der auch gute Aussichten auf Verbeamtung bietet, ist ein Studium der Handelspädagogik oder Ähnliches mit dem zu unterrichtenden Fach als Nebenfach. Für Berufsschulen werden oft auch Quereinstiege angeboten. In diesem Fall muss eine Lehrberechtigung erworben und ein Referendariat, meist ein Jahr, durchlaufen werden. Kammern und Innungen haben eigene Regelungen, die oft regional abweichen.

Oft sind auch Berufsverbände am Bereitstellen geeigneter Fachlehrer für ihren Beruf interessiert. Hier lohnt sich eine Nachfrage allemal, denn oft werden hier auch Fördermöglichkeiten für Lehramtsinteressenten angeboten. In jedem Fall muss beim Quereinstieg eine ausreichende Berufserfahrung nachgewiesen werden oder eine entsprechende fachliche Qualifikation vorliegen.

Einflussgrößen auf die Bezüge als Berufsschullehrer

Neben der Frage nach dem Beamtenstatus fallen bei der Bemessung des Gehaltes noch andere Faktoren ins Gewicht.

So ist das Alter der Lehrkraft ebenso wichtig, wie die berufliche Ausbildung, Zusatzqualifikationen und natürlich Erfahrung. Ein Meister der Elektrotechnik mit Erfahrung im eigenen Betrieb wird also mehr Gehalt als Fachkunde-Lehrkraft beziehen, als ein Absolvent der Ausbildung, der sich nach zwei Jahren Berufspraxis für das Lehramt entscheidet. Ebenso wird jemand, der Elektrotechnik studiert und sich für das Lehramt entscheidet andere Bezüge erhalten, als jemand, der aus der Berufspraxis kommt und die eigene Erfahrung im Unterricht weitergeben kann.

Wird ein Berufsschullehrer verbeamtet, fällt er meist in die Besoldungsgruppe A13. Das bedeutet gehobener Dienst mit steigendem Gehalt. Der Durchschnittsverdienst eines ledigen und kinderlosen Berufsschullehrers liegt mit Lohnsteuerklasse 1 bei 3651 € brutto. Die Besoldung fällt je nach Bundesland unterschiedlich hoch aus. So verdient ein Berufsschullehrer in Bayern mit 4.762,91 Euro das höchste Gehalt im Bundesgebiet. Am wenigsten verdienen Berufsschullehrer in Saarland. Dort liegt das Bruttogehalt bei 3.223,16 Euro.

Es ist anzunehmen, dass bei gleicher Stundenleistung die Einkommen nicht verbeamteter Berufsschullehrer sich in etwa auch in diesem Bereich bewegen dürften. Sie haben keine Sonderbezüge wie Beamte und auch nicht die Vorteile des Beamtenstatus, was sicherlich einen geringeren Netto-Verdienst zur Folge haben wird. In wie fern die Schule eine Art Gleichstellung im Verdienst zwischen Beamten und Nicht-Beamten vollzieht, liegt in individueller Regelung.

Aussichten im Beruf

Der generelle Lehrermangel zeigt sich an Berufsschulen besonders deutlich. Für die jetzt schon weniger werdenden Lehramtsanwärter ist die Berufsschule oft keine Option. Daher ist anzunehmen, dass in den nächsten Jahren durchaus mit einer größeren finanziellen Attraktivität dieses Berufes zu rechnen sein dürfte. Auch werden die Einstiegsmodalitäten erleichtert, so mancher Schüler in der Berufsschule hört jetzt schon die berufliche Alternative, doch auch an der Berufsschule zu unterrichten. Besonders für junge Menschen, die sich für eine Karriere als Berufsschullehrer interessieren, dürfte diese Alternative durchaus lukrativ im Vergleich zur Arbeit im eigenen Beruf in der freien Wirtschaft sein.

Berufsschullehrer ist durchaus ein Beruf mit sehr guten Zukunftsaussichten. Es werden rund 3.700 Lehrkräfte gesucht, wobei es lediglich etwa 2.300 Bewerbungen um diese Stellen gab. Besonders gefragt sind Lehrer für die Fächer Ingenieurwissenschaften, Recht, Verwaltung und Wirtschaft. Aufgrund des Lehrermangels an Berufsschulen wurde in vielen Bundesländern die Altersgrenze für Quereinsteiger erhöht. Somit besteht beispielsweise in Hessen die Chance als 50-Jährige (r) in den Beruf der Lehrkraft an beruflichen Schulen quereinzusteigen.

Weiterführende Infos zum Thema:

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