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Der Werkstudent – Akademikerknecht unter Mindestlohnniveau

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Kategorie: Ausbildung & Berufseinstieg
22.04.2014

Als Werkstudent möchte man praktische Erfahrungen sammeln, aber auch Geld verdienen. Viele Unternehmen stellen Werkstudenten ein, behandeln sie jedoch wie Praktikanten. Das heißt, sie müssen für ein geringes Gehalt viel leisten. Deshalb sollten Studenten schon beim und vor dem Bewerbungsgespräch auf einige Dinge achten. Werkstudent

Als Werkstudent Geld verdienen

Vorrausetzung, um als Werkstudent zu arbeiten, ist die Immatrikulation als Vollzeitstudent an einer Hochschule. Damit das Studium weiterhin im Vordergrund steht, darf die maximale Arbeitszeit pro Woche zwanzig Stunden nicht überschreiten, auch wenn mehr als eine Arbeitsstelle angenommen wird. Diese Wochenarbeitszeit kann außerhalb der Vorlesungszeiten und während der Semesterferien ausgeweitet werden.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Werkstudenten ein Gehalt zu zahlen, wobei der Stundenlohn in der Regel zwischen acht und vierzehn Euro brutto beträgt. Einige Unternehmen zahlen Werkstudenten weniger als acht Euro und darauf sollte sich niemand einlassen. Diese Firmen wollen schlicht und ergreifend eine billige Arbeitskraft, die viel Wissen mitbringt. Das nennt man Ausbeuterei und auch wenn es manchmal schwer ist, einen passenden Job als Werkstudent zu finden, sollte man sich nicht zum Akademikerknecht degradieren lassen.

Beim Einstellungsgespräch darf deshalb ruhig die Frage nach der Gehaltshöhe erfolgen. Sie sollte nicht direkt am Anfang gestellt werden, doch im Laufe des Gespräches ist diese Frage legitim. Zudem sollte man auf die Kompetenzen hinweisen, die man mitbringt.

Der Sinn einer Tätigkeit als Werkstudent darf nicht verloren gehen

Eine Tätigkeit als Werkstudent kann nicht mit einem Studentenjob verglichen werden. Während Jobs wie Kellnern lediglich zum Geld verdienen ausgeübt werden, soll mit einer Werkstudententätigkeit das theoretische Wissen praktisch vertieft werden. Diese Tätigkeit ist sozusagen eine Vorbereitung für den zukünftigen Berufsweg.

Unternehmen, die im Werkstudenten eine billige Arbeitskraft sehen, nutzen diese Möglichkeit schamlos aus. Sie profitieren von diesen klugen Köpfen, sind aber nicht bereit, entsprechend zu entlohnen und den Studenten zu unterstützen. Solche Firmen sollten gemieden werden, wenn es um eine Tätigkeit als Werkstudent geht.

Ein Arbeitgeber zahlt für einen Werkstudenten weder Krankenversicherungsbeiträge noch Sozialversicherungsbeiträge. Er muss nur den Arbeitgeberanteil in Höhe von 9,75 Prozent für die Rentenversicherung bezahlen. Das heißt, er zahlt für einen Werkstudenten weniger als beispielsweise für einen Minijobber.

Dafür bekommt er eine Arbeitskraft, die in der Regel sehr ehrgeizig und engagiert ist und bereits Kompetenzen im jeweiligen Fachbereich mitbringt. Deshalb noch einmal der Hinweis, sich als Werkstudent keinesfalls auf einen Stundenlohn unter acht Euro abspeisen zu lassen. Damit verkauft man sich und seine Fähigkeiten weit unter dem Wert. Vierzehn Euro sind zwar eher selten zu erhalten, doch zwölf Euro Brutto-Stundenlohn ist eine faire Bezahlung, von der dann auch beide Seiten profitieren.

Weiterführende Infos zum Thema:

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