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Studie Lehrer 2014 – Hohes Gehalt, aber wenig Arbeit?

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Kategorie: Berufe & Gehälter
06.10.2014

Der OECD-Bildungsbericht hält auch 2014 wieder interessante Informationen bereit. Zum Beispiel liegt das Gehalt der Lehrer in Deutschland im oberen Drittel aller Lehrer der 34 Industrienationen. Allerdings müssen deutsche Lehrer in der Regel mit größeren Klassen zurechtkommen und mehr Arbeitsstunden absolvieren als viele Lehrerkollegen in anderen europäischen Ländern.

Lehrern wird nachgesagt, sie würden viel Geld für wenig Arbeit verdienen. Lange Sommerferien und am späten Mittag bereits in den Feierabend – das klingt zunächst nach entspanntem Berufsleben. Doch – ist das Gehalt der Lehrer tatsächlich nicht gerechtfertigt? Lehrer Gehalt zu hoch ?

Morgens Schule, nachmittags frei und dafür viel Geld – ein Traumberuf, wenn es wahr wäre

Deutsche Lehrer bekommen im Vergleich zu den Lehrkräften anderer OECD-Länder ein überdurchschnittlich hohes Gehalt. Im Primarbereich liegt das Anfangsgehalt eines Lehrers in Deutschland bei 50.007 US-Dollar (etwa 39.519 Euro). Das Durchschnittsgehalt einer Lehrkraft in den OECD-Ländern beträgt am Anfang 29.411 US-Dollar (rund 23.238 Euro).

Das Gehalt eines deutschen Lehrers erhöht sich mit zunehmendem Alter. Genau das ist jedoch ein Punkt, an dem viele Lehrer zu knabbern haben. Egal wie sehr man sich engagiert, in diesem Beruf steht nur selten eine Karriereleiter zur Verfügung.

Die allgemeine Überzeugung der Menschen, die noch nie im Lehrerberuf gearbeitet haben, lautet: Lehrer haben viel frei, müssen wenig arbeiten und bekommen viel zu viel Geld für ihre geringe Leistung. Man sieht die langen Sommerferien und ab und zu trifft man den Lehrer nachmittags im Eiscafé oder bei sonstigen Freizeitunternehmungen. Das sieht natürlich so aus, als hätten Lehrer jeden Nachmittag frei. In Wirklichkeit leidet jeder dritte Lehrer an zu hoher Arbeitsbelastung, wie aus der Studie „Psychische Belastung und Burn Out beim Bildungspersonal“ hervorgeht. Wurden 31,5 Arbeitsstunden pro Woche vereinbart, zum Beispiel bei weiblichen Lehrkräften, die oftmals in Teilzeit arbeiten, liegt die reale Wochenarbeitszeit bei 42,5 Stunden. Bei sehr engagierten Lehrern beträgt die wöchentliche Arbeitszeit noch mehr. Nach Schulschluss endet für die Lehrer nicht der Arbeitstag, sondern Korrekturen, Vorbereitungen und andere Aufgaben werden Zuhause erledigt.

Burn-Out unter Lehrern weit verbreitet

Lehrer sind die Erwerbstätigen in Deutschland, die am häufigsten an Burn Out erkranken. Dabei sind besonders Lehrkräfte an Berufsschulen oder Sonderschulen chronisch erschöpft. Aber ebenso ist das Burn Out Risiko bei Lehrern an weiterführenden Schulen sowie Grundschulen um das Sechsfache erhöht im Vergleich zu Rechtsanwälten.

Das Burn Out Risiko könnte reduziert werden, indem bereits in der Ausbildung zum Lehrer trainiert wird, wie mit belastenden Situationen umgegangen werden sollte. Zudem bestimmt das Arbeitsklima und die Möglichkeit der Weiterbildungen darüber, ob Lehrer in ihrer Schule die Arbeit als stressig empfinden. Über die Gehaltshöhe lässt sich bekanntlich immer streiten. Dennoch sollte die Belastung, die ein Lehrerberuf mit sich bringt, nicht außer Acht bleiben. In einer Studie im Auftrag von Vodafone gab jeder zweite Lehrer an, dass der Beruf in den letzten fünf bis zehn Jahren stressiger geworden sei. Vor allem Realschul- und Hauptschullehrer müssen nicht selten unerträgliche Belastungen aushalten.

Weiterführende Infos zum Thema:

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