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Wo locken die höchsten Gehälter für Wirtschaftswissenschaftler?

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Kategorie: Berufe & Gehälter
11.02.2020
Zwei Studierende sitzen in der Bibliothek und lächeln.

Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamts war Betriebswirtschaftslehre (BWL) im Wintersemester 2017/2018 sowohl unter Frauen, als auch unter Männern der beliebteste Studiengang – doch wie viel verdienen Absolventinnen und Absolventen aus den Wirtschaftswissenschaften eigentlich später im Job? Welche Branchen sind lukrativ und wo arbeiten diese Akademiker/-innen am häufigsten?

In diesem Beitrag wollen wir Antworten auf diese Fragen liefern. Der Auswertung lagen 4.304 Daten zugrunde. Auf dieser Basis zeigen unsere Analysten, in welchen Branchen und Jobs die höchsten Gehälter locken und wie die Einkommen nach Region abweichen. Unter „Wirtschaftswissenschaften“ fallen wirtschaftliche Fächer wie zum Beispiel Betriebs- sowie Volkswirtschaftslehre, Business Development oder Wirtschaftspsychologie. Alle Angaben im Text liegen als gerundete Jahresbruttogehälter im Median vor.

51.600 Euro für Wirtschaftswissenschaftler/-innen

Über alle Berufe und alle Branchen hinweg verdienen Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler rund 51.600 Euro im Jahr.

Das höchste Einkommen beziehen sie allerdings in der Vertriebssteuerung mit einem jährlichen Gehalt von 78.900 Euro. Es folgen Key Account Manager (74.700 Euro), Beschäftigte in der Revision (73.700 Euro) und in der Steuerberatung (69.600 Euro).

 Beruf Median
 Beschäftigte in der Vertriebssteuerung 78.932 €
 Key Account Manager/-in 74.675 €
 Beschäftigte in der Revision 73.720 €
 Steuerberater/-in und Wirtschaftsprüfer/-in 69.560 €
 Vertriebsingenieur/-in 67.226 €
 SAP-Berater/-in 64.253 €
 IT-Projektleiter/-in 62.199 €
 Ingenieur/-in in der Projektabwicklung 61.298 €
 Firmenkundenberater/-in in der Bank 60.779 €
 Business Developer 60.635 €

In diesen Branchen verdienen Fachkräfte am meisten

Auch die Branche hat einen hohen Einfluss auf das Einkommen. So zahlen laut unserer Analyse Arbeitgeber aus der Chemiebranche und aus der Verfahrenstechnik die lukrativsten Gehälter. Hier liegen die jährlichen Einkommen für Beschäftigte aus den Wirtschaftswissenschaften bei rund 71.800 Euro – für Fachkräfte ohne Personalverantwortung. Großzügige Einkommen finden wir auch im Bankwesen und in der Automobilindustrie vor – das Gehalt beträgt hier bei 65.600 beziehungsweise 60.500 Euro.

Fachkräfte in Hotels und Gaststätten sowie in der Touristik- und Freizeitindustrie müssen sich mit weniger zufrieden geben: Sie verdienen nicht mehr als 40.000 Euro im Jahr. Einen Überblick zu allen Branchen finden Sie auch in dem Branchenindex 2020 der Vergütungsberatung Compensation Partner.

 Top-Branchen Median
 Chemie und  Verfahrenstechnik 71.811 €
 Bankwesen 65.621 €
 Automobilindustrie 60.541 €
 Pharmazie 60.272 €
 Maschinenbau 59.870 €
 Versicherungen 59.713 €
 Flop-Branchen Median
 Hotel und Gaststätten 35.523 €
 Touristik und Freizeit 37.330 €
 Werbung und PR 40.259 €
 Großhandel, Bekleidung  und Textil 41.623 €
 Soziale Einrichtungen 43.086 €
 Handwerk 44.265 €

Wirtschaftswissenschaftler/-innen zieht es ins Controlling

Unsere Analysten haben nicht nur die Gehälter untersucht, sondern auch ermittelt, wo Akademiker/-innen aus dieser Studienrichtung am häufigsten arbeiten. Das Ergebnis: Am beliebtesten ist der Job im Controlling. Sie verdienen hier rund 53.800 Euro im Jahr. Auf dem zweiten Platz liegt die Tätigkeit in der Unternehmensberatung (55.800 Euro). Es folgt der Marketing-Manager mit 52.400 Euro.  

Die Bereiche Marketing, Business Development und Controlling sind bei Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftswissenschaft sehr begehrt. Ihr Wirtschaftswissen können sie branchenübergreifend in vielen Unternehmen miteinbringen.

Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

 Berufs-Favoriten Median Anteil unter allen Wirtschafts-wissenschaftlern
 Controller 53.759 € 11%
 Unternehmensberater/-in 55.781 € 7%
 Marketing-Manager/-in 43.389 € 5%

München mit 62.700 Euro auf dem ersten Platz

Besonders hoch ist das Lohnniveau in München. Hier verdienen Beschäftigte fast 70.000 Euro im Jahr – die Stadt in Bayern belegt damit den ersten Platz in der Auswertung. Auch in Hannover und Düsseldorf sind die Einkommen für Akademikerinnen und Akademiker aus den Wirtschaftswissenschaften mit bis zu 69.100 Euro lohnenswert. Schlusslicht ist die ostdeutsche Stadt Dresden, Beschäftigte verdienen hier 37.800 Euro jährlich.

 Landeshauptstadt Median
 München (Bayern) 69.543 €
 Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) 69.145 €
 Hannover (Niedersachsen) 65.416 €
 Mainz (Reinland-Pfalz) 64.031 €
 Wiesbaden (Hessen) 63.857 €
 Stuttgart (Baden-Württemberg) 63.660 €
 Saarbrücken (Saarland) 59.754 €
 Hamburg 57.830 €
 Kiel (Schleswig-Holstein) 55.448 €
 Berlin 53.899 €
 Potsdam (Brandenburg) 51.850 €
 Magdeburg (Sachsen-Anhalt) 51.716 €
 Bremen 51.376 €
 Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) 48.168 €
 Erfurt (Thüringen) 39.957 €
 Dresden (Sachsen) 37.829 €

Unter den Bundesländern liegen die Einkommen in Nordrhein-Westfalen mit 62.700 Euro im Jahr vorne. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz locken attraktive Gehälter zwischen 61.600 und 61.800 Euro. In Sachsen-Anhalt ist die Einkommenshöhe vergleichsweise niedrig: Wirtschaftswissenschaftler/-innen verdienen hier 38.900 Euro im Jahr.

Weitere Informationen zu Gehaltsdifferenzen zwischen den Regionen in Deutschland finden Sie auch in unserem Gehaltsatlas 2019.

 Bundesland Median
 Nordrhein-Westfalen 62.724 €
 Hessen 61.822 €
 Rheinland-Pfalz 61.613 €
 Bayern 60.541 €
 Baden-Württemberg 58.682 €
 Hamburg 57.830 €
 Niedersachsen 54.708 €
 Berlin 53.899 €
 Bremen 51.376 €
 Saarland 50.295 €
 Schleswig-Holstein 48.327 €
 Mecklenburg-Vorpommern 42.053 €
 Thüringen 41.535 €
 Sachsen 40.800 €
 Brandenburg 40.240 €
 Sachsen-Anhalt 38.933 €

Was verstehen wir eigentlich unter Wirtschaftswissenschaften?

Wer sich für Ökonomie, Mathematik und Finanzen interessiert, sollte ein Studium im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich an einer Universität oder Fachhochschule in Erwägung ziehen. Dazu zählen beispielsweise die „klassischen“ Studiengänge Betriebs- (BWL) oder Volkswirtschaftslehre (VWL) – Studierende erhalten hier einen Einblick in die ökonomischen Zusammenhänge auf gesellschaftlicher oder unternehmerischer Ebene.

Weitere mögliche Vertiefungsfächer sind zum Beispiel Wirtschaftspsychologie, -informatik oder -soziologie. Auch Unternehmensführung, Controlling und Versicherungswirtschaft sind mögliche Studienrichtungen.

Von diesem angeeigneten Fachwissen können Unternehmen branchenübergreifend stark profitieren. Die Karriereaussichten und Einkommenschancen sind daher für Wirtschaftswissenschaftler/-innen durchaus lukrativ und vielversprechend.

Einen Überblick zu Gehältern für Absolventinnen und Absolventen aus anderen Fachrichtungen erhalten Sie auch in unserer Studie „Akademiker im Berufsleben“.

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