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Gehaltsnachschlag durch Weiterbildung: Wie viel Lehre und Fachwirt bringen

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
15.05.2018
Weiterbildung 2018

Trotz abgeschlossener Berufsausbildung noch einmal die Schulbank drücken? Das ist keineswegs ungewöhnlich, denn viele Beschäftigte entscheiden sich für eine Weiterbildung in ihrem Bereich. So können sie beruflich aufsteigen und meistens ein paar Gehaltstufen höher klettern.

Auch auf Unternehmensseite wird viel Wert auf Weiterbildung gelegt: Laut des Trendmonitors Weiterbildung 2018 der HHL Leipzig Graduate School of Management, dem Stifterverband sowie der E-Learning-Anbieter Lecturio gilt für nahezu alle Unternehmen (98 Prozent) die Weiterbildung als Garant für langfristigen Unternehmenserfolg. Außerdem planen 70 Prozent der Unternehmen zukünftig eine Steigerung des Stellenwertes betrieblicher Weiterbildung mit ein.

Doch welche Berufe profitieren vom Mehrwert einer Aus- oder Weiterbildung? GEHALT.de hat 27.508 Datensätze analysiert, um herauszufinden, in welchen Fällen sich eine Lehre oder sogar ein Meister beziehungsweise Fachwirt lohnt. Betrachtet wurden dabei ausschließlich nicht-akademische Berufe.

Gehaltssprung durch Lehre und Meister

Fachkräfte ohne Lehre verdienen laut unserer Auswertung rund 29.800 Euro (Durchschnitt) im Jahr. Das entspricht einem monatlichen Bruttolohn von rund 2.500 Euro. Mit einer abgeschlossenen Lehre können sich Azubis über 34.000 Euro jährlich freuen. Ambitionierte Beschäftigte können zudem eine Weiterbildung als Fachwirt oder Meister anstreben, um zum Beispiel einen eigenen Betrieb leiten zu können. Hier winken 42.300 Euro jährlich – im Vergleich zu dem Einkommen einer Fachkraft ohne Lehre ist dies ein Gehaltsunterschied von über 12.000 Euro.

Bis zu 15.000 Euro mehr Gehalt für Maurer und Schlosser mit Weiterbildung

Maurer profitieren in unserem Vergleich am meisten von einer Lehrer und einer anschließenden Ausbildung zum Meister. Während sie ohne Lehre auf ein Jahresgehalt von 27.000 Euro kommen, erhalten sie als gelernter Maurer rund 35.100 Euro. Nach der Meisterausbildung bezieht ein Maurermeister 42.300 Euro im Jahr. Der Sprung von dem Gehalt einer Hilfskraft zu dem eines Meisters beträgt somit rund 15.000 Euro und ist für Beschäftigte in diesem Bereich besonders lukrativ.

Gehälter für Maurer

Maurer Q1 Median Mittelwert Q3
Ohne Lehre 23.314 € 27.001 € 31.413 € 34.311 €
Mit Lehre 30.270 € 35.114 € 35.576 € 40.260 €
Meister 36.807 € 42.379 € 42.686 € 46.011 €

Köche und Pflegekräfte liegen im Mittelfeld

Für eine Position als Hilfskraft wird keine besondere Ausbildung benötigt. Daher sind die Gehälter hier in der Regel gering. In unserer Auswertung verdienen Pflegekräfte ohne abgeschlossene Lehre ein Gehalt von 25.300 Euro – nach einer Lehre erhöht sich der Verdienst auf 33.000 Euro jährlich. Von dort ist der Sprung auf die nächste Gehaltsebene eher klein: 36.000 Euro erhalten Fachkräfte nach einer Ausbildung zum Fachwirt.

Küchenhilfen verdienen mit einem Jahresgehalt von 21.700 Euro im Vergleich am wenigsten. Mit einer Lehre können sie ihr Gehalt jedoch auf 27.200 Euro aufstocken. Nach einer Weiterbildung zum Meister erhalten Beschäftigte jährlich rund 30.000 Euro. In dieser Position übernehmen sie Verantwortung für lebensmittelrechtlichen Bestimmungen und Arbeitsabläufe in der Küche.

Geringe Gehaltssteigerung im Hotelbereich

In der Hotelbranche fangen junge Beschäftigte ohne Ausbildung oft als Aushilfskraft an der Rezeption an. Hier wird ein Gehalt von 23.300 Euro gezahlt. Nach einer dreijährigen Ausbildung zur Hotelfachkraft übernehmen Beschäftigte mehr Verantwortung und erhalten 25.600 Euro im Jahr. Die höchste Gehaltsetage erreichen Hotel- und Restaurantfachwirte mit einem Jahresgehalt von 27.000 Euro.

Gehälter für Rezeptionisten

Rezeption Q1 Median Mittelwert Q3
Ohne Lehre 20.423 € 23.387 € 24.310 € 26.662 €
Mit Lehre 22.930 € 25.647 € 27.398 € 30.216 €
Fachwirt 23.645 € 27.063 € 28.075 € 30.820 €

Kaum Unterschiede bei den Führungskräften

Bei den Führungskräften mit und ohne Meister- beziehungsweise Fachwirttitel konnten wir dagegen nur geringe bis gar keine Gehaltsunterschiede feststellen: Angestellte mit Personalverantwortung verdienen im Handwerk 87.100 Euro durchschnittlich. Führungskräfte mit Meistertitel erhalten allerdings mit 86.400 Euro im Durchschnitt etwas weniger. In kaufmännischen Führungspositionen sieht das Ergebnis ähnlich aus: 90.400 Euro verdienen Führungskräfte mit einer abgeschlossenen Lehre, 89.000 Euro solche mit einem Meister- oder Fachwirttitel.

Nach der Lehre: Ausbildung zum Fachwirt

Der Titel des Fachwirts ist eine höhere kaufmännische Qualifikation, die durch eine betriebswirtschaftliche Weiterbildung erworben wird. Die Prüfung hierfür wird von der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder an der zuständigen Handwerkskammer (HWK) abgelegt. Eine Weiterbildung als Fachwirt ist sehr praxisorientiert und baut auf der bereits abgeschlossenen Ausbildung auf. Sehr beliebt sind unter anderem Richtungen wie Banken, Handel, Medien und Steuern.

Die Dauer der Ausbildung hängt stark vom Teilnehmer ab. Falls der Unterricht in Abend- oder Wochenendkursen stattfindet, dauert sie in der Regel eineinhalb Jahre. Im Fernstudium können sich Teilnehmer die Lehrinhalte in Eigenregie einteilen – jedoch kann sich der Zeitraum hier auf 18 bis 30 Monate verlängern.

Der Weg zum Meister

Nach einer bestandenen Gesellenprüfung können Azubis ihre Karrieremöglichkeiten erweitern, indem sie einen Meistertitel erwerben. In vielen Berufen ist dieser eine Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen. Aber auch für diejenigen, die keinen eigenen Betrieb gründen möchten, lohnt sich der Meister – denn so können sie auch als Angestellter aufsteigen.

Die Kosten für eine Meisterweiterbildung sind von Gewerk zu Gewerk unterschiedlich. Beim Fleischer und Friseur betragen sie um die 4.000 Euro, während die Ausbildung beim Elektrikermeister circa 9.000 Euro kostet. Hinzu kommen eventuelle Fahrt- und Unterkunftskosten sowie die 750 Euro hohe Prüfungsgebühr der Handwerkskammer. Trotzdem lohnt sich der Meister in den meistern Berufen schon nach zwei bis drei Jahren im Job.  

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